Spagyrik – alchemistische Medizin heute

Alchemie ist eine in Vergessenheit geratene Kunst. Doch die Spagyrik, die Medizin der Alchemisten, feiert eine Renaissance – nicht zuletzt in der Kosmetik.

Spagyrik kommt aus dem Griechischen: spao – „trennen“ und ageiro – „vereinigen, zusammenführen“. Es bezeichnet eine naturheilkundliche Therapierichtung, bei der Heilpflanzen, Mineralien und Metalle in spezieller Herstellungsweise zu Tinkturen, Extrakten, Essenzen und Konjugaten verarbeitet werden. Spagyrik wird auch die „Medizin der Alchemisten“ genannt, deren Kenntnisse mit der modernen Chemie und Pharmakologie vielfach verloren gingen.

„Alchemie“ klingt heutzutage den Unkundigen mehr als Quacksalberei denn als eine in Vergessenheit geratene Kunst. Vielleicht, weil es Vertretern dieser Zunft niemals geglückt war, aus Dreck Gold herzustellen. Dafür haben sie sich aber intensiv mit Philosophie, Religion, Astronomie und Symbolik beschäftigt und dabei so ganz nebenbei manchem Pflänzchen und manchen Mineralien ihre Geheimnisse entlockt.

Der letzte Alchemist: Baron Alexander von Bernus

Als einer der letzten großen Alchemisten gilt der 1965 verstorbene Dichter Baron Alexander von Bernus. Er lebte im Schloss Donaumünster bei Donauwörth und beschäftigte sich zeitlebens mit Spagyrik, also dem heilkundlichen Teil der Alchemie. Dabei konzentrierte er sich auf die Werke des Arztes Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493 – 1541). Dessen Grundidee, dass Harmonie, Schönheit und Gesundheit nur im Licht der Natur zu finden sind, entwickelte Baron von Bernus ebenso weiter wie Paracelsus’ Rezepturen.

In seinem Labor entwickelte Bernus ein naturheilkundliches System zur ganzheitlichen Therapie. Sie sind seit vielen Jahrzehnten fester Bestandteil in der Naturheilkunde und führen den Menschen zurück zur inneren Harmonie, der Gesundheit. Neben der Heilkunst fand Bernus auch Zugang zu anderen Gebieten. Nach denselben alchemistischen Grundsätzen entstand eine Naturkosmetik, die die Haut unterstützt, negative Einflüsse auszugleichen und ihr hilft, „innere“ Harmonie nach „außen“ zu tragen. Die Haut als Spiegelbild innerer Schönheit: „Wie innen so außen“ heißt der alchemistische Grundsatz.

Die Zeit für Spagyrische Kosmetik war noch nicht gekommen

Dass diese Kosmetik keine Abnehmer fand, lag nicht nur am fehlenden Marketing. Deutschland war damals im Aufbruch, auf dem Weg ins Wirtschaftswunder – da waren die Quacksalbereien eines Barons nicht angesagt. Es kamen Twiggy und der Minirock, Plastikflaschen, Italienreisen und Schlager. Spagyrische Kosmetikprodukte mit großer Sinntiefe gerieten in Vergessenheit.

Dreißig Jahre später legte die Baronin Isa von Bernus ganz unabsichtlich den Grundstein für eine Renaissance der Produkte ihres verstorbenen Mannes. Ihre Freundin Karin Proeller war mit einem weiteren Freund des Hauses, Marino Lazzeroni zum Tee eingeladen. Die beiden Gäste stöberten in der Bibliothek des Barons, die auch eine umfangreiche Sammlung alchemistischer Autoren beherbergt. Fasziniert blätterten sie in den jahrhundertealten Rezepten geheimnisvoller Apotheker und Mystiker. Und entschlossen sich, ebenso wie vormals der Baron, Cremes nach alten Rezepturen herzustellen.

Das Paar suchte für seine Idee ein Stück unberührte Natur

Sie haben danach geforscht, was von diesen Rezepten heute noch Gültigkeit hat und daraus eine neue Generation von kosmetischen Produkten entwickelt. Sie haben den Zugang zu den Energien gesucht, die jeder Zelle eigen sind: Die Kraft des Mondes und der Sonne, eingefangen in Pflanzen und Blumen, in Metallen und Mineralien. Nach dem Mond und der Sonne haben sie sie auch benannt: Lunasol*.

Das war 1992. Proeller und Lazzeroni investierten in ein Stück unberührte Natur und kauften einen 50.000 Quadratmeter großen Hang in einem italienischen Alpental. Auf dessen saftigen Wiesen wachsen wilde Blumen und Kräuter, die nur zu der Zeit und Uhrzeit geerntet werden, in der ihre Lebenskraft am größten sein soll: vor Tau und Tag die Rosen, danach die Kamille, mittags die Ringelblumen.

Spagyrik bedeutet auch: Handarbeit

Kein Dünger und keine Maschine gelangen jemals auf diese Felder. Stattdessen fällt das Wasser einer Quelle über sieben Stufen in einen Holzbrunnen, der die Spiegelung des Himmels darstellt. So soll das Wasser auf ganz natürlichem Weg weiter angereichert werden. Die Blumen und Pflanzen werden von Hand gepflückt und dürfen nicht mit dem Messer geschnitten werden. Zum Trocknen werden sie auf gespannte Seidentücher gelegt.

In zwei uralten Labors auf dem Feld werden feinste Pflanzenöle nach den Mondrhythmen mit Blüten und Pflanzen, Mineralien und Salzen in sechs Liter fassenden Glasgefäßen angesetzt. Sie entsprechen der alten arabischen Weisheit, die sagt, dass ein Gefäß nie mehr Flüssigkeit fassen sollte als Blut im menschlichen Körper ist. Die Pflanzenöle lagern und reifen nun in einem achteckigen Pavillon aus Holz und Glas bei 37 Grad Celsius – der Temperatur des menschlichen Körpers. Bis zu 60 Tage lang wird der Inhalt der Gläser in einer der Natur angepassten raum-zeitlichen Atmosphäre bei Sonnenauf- und -untergang gerührt. Es soll Kosmetik entstehen, die der Natur des Menschen entspricht. Denn seit Jahrmillionen aktiviert die aufgehende Sonne die Zellen der Haut, während sie sich bei Sonnenuntergang teilen und regenerieren.

Die Zeit scheint jetzt reif zu sein für Spagyrik

18 Jahre sind seither vergangen und Marino Lazzeroni ist mittlerweile verstorben. Doch das Engagement der Firmengründerin Karin Proeller (59) ist ungebrochen. Kein Wunder, denn die Zeit scheint reif zu sein für den Zauber der Spagyrik. Nicht nur, weil diese Kosmetikprodukte von keine chemischen Reizstoffe, künstlichen Zusätze oder Konservierungsstoffe enthalten und ohne Tierversuche auskamen. Sondern auch weil Lunasol weltweit das einzige Kosmetikunternehmen ist, das auf alchemistischer Grundlage produziert. Die Nachfrage ist groß und wächst ständig, weil die hervorragende Qualität dieser konsequenten Naturprodukte den Anforderungen des aufgeklärten Verbrauchers entspricht.

Wer diese Cremes und Lotionen jedoch als „Kosmetika“ bezeichnet, wird ihrem Inhalt nicht gerecht. In jeder Creme stecken 1440 Stunden Reifezeit, das ganze Wissen der Alchemisten und ein jeweils ganz eigenes Universum, das man vielleicht nicht immer sehen, aber sehr schnell spüren kann. Vorausgesetzt, man lässt es an die eigene Haut.

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