Tiere vertreiben die Einsamkeit: Tierhaltung bei Senioren

Wer sich ein Tier hält, bleibt länger fit und leistungsfähig. Das bestätigen verschiedene Studien.

Hunde spüren Verschüttete auf, orten Sprengstoff und Drogen, führen Blinde und warnen Diabetiker vor einer Unterzuckerung. Patricia Lück, Diplom-Psychologin im AOK-Bundesverband erinnert jedoch daran, dass Hunde noch viel mehr können: „Sie bereichern das Alltagsleben vieler älterer Menschen, denn sie bleiben durch die Bewegung mit ihrem Hund fit und gesund, fühlen sich geliebt und weniger einsam“, schwärmt sie.

Doch nicht nur Hunde bringen Freude und Abwechslung in das Leben alter Menschen. „Auch das Zusammenleben mit Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Wellensittichen und anderen Vögeln wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus und erleichtert soziale Kontakte. Besonders ältere Menschen profitieren davon“, sagt Lück. Das beweisen auch die Zahlen des Industrieverbandes Heimtierbedarf. 2010 lebten fast 23 Millionen Haustiere in deutschen Haushalten, 29 Prozent der Tierhalter sind 60 Jahre und älter.

Verschiedene Untersuchungen bestätigen: Tierhaltung ist gut für Senioren

„Ältere Menschen, die ein Tier besitzen, gehen deutlich seltener zum Arzt als Senioren ohne Tier“, zitiert Lück eine Studie des Bundesforschungsministeriums, an der 2.400 Senioren teilgenommen haben. Laut einer weiteren Untersuchung in Alten- und Pflegeheimen, in denen Tiere gehalten werden, nehmen deren Bewohner auch weniger Medikamente ein. Tierbesitzer weisen zudem geringere gesundheitliche Risikofaktoren wie erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck auf und erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Leiden. Das belegt eine australische Studie.

Ein Grund für die positive Wirkung von Tieren ist, dass sie ältere Menschen in Bewegung bringen. Besonders Hunde brauchen täglich mehrmals einen Spaziergang. Aber auch Katzen, Hamster und Vögel wollen beschäftigt sein und halten ihre Besitzer auf Trab.

Tiere lieben uneingeschränkt 

Im Alter, wenn viele alleine leben, wirken die tierischen Streicheleinheiten wie Balsam für die Seele. „Tiere stört es nicht, wenn ihr Besitzer gebrechlich oder krank ist – sie nehmen ihn so an, wie er ist und bringen ihm echte Zuneigung entgegen“, weiß die Psychologin.

Der Besitz eines Tieres bedeutet aber auch Verantwortung. „Das ist aus psychologischer Sicht mehr Bereicherung als Belastung“, so Lück, „denn es gibt den Senioren das Gefühl, gebraucht zu werden. Außerdem strukturiert die Pflege eines Tieres den Tag.“

Tiere haben auch eine heilsame Wirkung auf demente Menschen. Mediziner der Universität von Kalifornien haben herausgefunden, dass Alzheimerpatienten, die zu Hause gepflegt wurden und dabei regelmäßigen Kontakt mit Tieren hatten, deutlich weniger aggressiv und unruhig waren als eine Kontrollgruppe ohne Tiere. Das Streicheln und Beobachten der Tiere wirkte beruhigend und baute Stresshormone ab.

So klappt es mit dem Tier im Alter

Wer sich im Alter einen Hausgenossen anschaffen möchte, sollte überlegen, welches Tier zu ihm passt. Hundehalter müssen täglich mit mindestens zwei Stunden fürs Ausführen, Füttern, Spielen und Fellpflege aufwenden – ein Wellensittich macht täglich nur etwa eine halbe Stunde Arbeit. Senioren sollten zudem einen „Paten“ bestimmen, der ihr Tier im Fall von Krankheit versorgt. Das kann ein Angehöriger oder auch ein Nachbar sein.

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