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Traditionen rund um die Hochzeit

Polterabend, Hochzeitskleid und Brautstrauß. Brautleute besinnen sich gerne auf die alten Traditionen, wie Polterabend, Hochzeitskleid und Brautstrauß. Aber was bedeuten diese Bräuche eigentlich?

Polterabend feiern

Der Polterabend ist älter als die christlichen Hochzeitszeremonien. Das Zerschlagen von Töpfen, Pfannen, Kannen vor dem Haus der Braut sollte die bösen Geister verjagen.

Glas symbolisiert Glück und gerade, weil das Glück der Eheleute „Heil“ bleiben sollte, wurden keine Gläser zerschlagen. Die Polterscherben mussten aus Steingut, Keramik oder Porzellan bestehen.

Oft wird der Polterabend als offenes Haus gefeiert, wo jeder kommen und feiern darf. Natürlich lädt man zuvor ein, aber Nachbarn und Freunde kommen auch unangemeldet vorbei. Die Gäste erlauben sich gerne einen Jux mit dem Paar, und bringen Erinnerung aus dem vergangenen Leben ans Licht.

Das weiße Hochzeitskleid

„Ganz in Weiß“ ist für viele Bräute der große Traum für den Hochzeitstag, denn so stellen die meisten sich eine richtige Braut vor.

Mit Weiß verbinden sich viele Assoziationen: Reinheit, Vollkommenheit, Freude und Festlichkeit, Leben und ungebrochenes Licht.

In der christlichen Tradition ist Weiß die Farbe des Taufkleides. Bei jedem Fest, an denen eine Lebenswende gefeiert wird – Erstkommunion, Eheschließung, Eintritt ins Kloster oder Priesterweihe – ist das Kleid weiß.

In Verbindung mit dem Brautschleier drückt sich der Wunsch nach Geborgenheit und Schutz aus. Manche Eheleute nähen aus dem Brautkleid oder Schleier das Taufkleid ihrer Kinder, in das gerne die Namen eingestickt werden.

Der Brautstrauß

Blumen symbolisieren das Leben und werden seit alters her als Abwehr gegen böse Geister angesehen. Zugleich stehen sie aber auch Liebe und gute Wünsche. Früher waren die besonderen Hochzeitspflanzen Rosmarin und Myrten, während heute der Brautstrauß eher die persönlichen Vorlieben des Paares ausdrückt. Deshalb ist es eine gute Idee, dass sich das Paar fragt:

Welche Blumen sind uns besonders wichtig?

Was drücken diese Blumen für uns aus?

Welche Farben drücken unsere Hoffnungen aus?

Die Brautkerze

Seit dem Mittelalter gehört die Brautkerze zu jeder Brautmesse. Kerzen sollen die Gebete um Glück und Segen zum Himmel tragen. Manche Bräute tragen statt des Blumenstraußes eine verzierte Kerze, die während der Brautmesse neben ihnen steht.

Oft sind es aber die Brautjungfern, die die Kerze beim Einzug in die Kirche tragen.

Wenn die Kerze nicht schon beim Einzug brennt, wird sie nach dem Einzug an der Osterkerze oder am Ewigen Licht entzündet.

Die brennende Kerze symbolisiert Liebe: Sie woll wärmen, leuchten und sich verzehren. Sie soll sich hingeben.

Die Brautkerze kann am Hochzeitstag angezündet werden oder aber bei wichtigen Familienfesten.

Brot und Licht

Brot und Licht spielen eher eine bescheidene Rolle in der modernen Hochzeit.

In Westfalen stand inmitten der Hochzeitstafel ein Riesenbrot mit einer Kerze. Das Brot wurde anschließend an die Armen verteilt und die Kerze in die Kirche gestellt.

In Schlesien und Hessen dagegen reichte der Bräutigam der Braut oder die Brautmutter dem Paar beim Einzug ins neue Heim ein Stück Brot von einem frischen Laib. Das restliche Brot wurde an die Armen verteilt und ein Stück verwahrte die Braut für alle Zeiten.

Und die Symbolik dieser Geste?

Nun, wenn man Brot miteinander teilt, lässt man den anderen auch an seinem Leben teilnehmen. Hat man das tägliche Brot, dann ist für den Alltag gesorgt. Wenn man Brot für andere übrig hat, ist man offen für andere Menschen und teilt das Leben mit ihnen.

Im Vater unser drücken Christen in der Bitte um das tägliche Brot ihre Angewiesenheit aufeinander aus.