Tsunamis Tödliche Flutwellen

Fast 90 Prozent aller Tsunamis werden durch Seebeben hervorgerufen.

Ursachen von Tsunami-Katastrophen können Vulkanausbrüche, Erdrutsche, Meteoriteneinschläge oder vom Menschen zu Testzwecken im Ozean durchgeführte Nuklearexplosionen sein. Etwa 80 Prozent der registrierten Tsunamis treten im Pazifik auf. Charakteristisch für die Riesenwellen ist, dass sie auf dem offenen Meer fast unbemerkt bleiben. Erst beim Auftreffen auf die Küste verursachen sie katastrophale Schäden.

Tsunamis unterscheiden sich grundlegend von Wellen, die von Stürmen hervorgerufen werden. Zwar kann bei diesen das Wasser unter bestimmten Bedingungen bis zu 30 Meter hoch aufgeworfen werden, doch die tieferen Wasserschichten bleiben dabei unbewegt. Bei einem Tsunami hingegen bewegt sich das gesamte Wasservolumen, also die gesamte Wassersäule vom Meeresboden bis zur Meeresoberfläche. Die Geschwindigkeit eines Tsunamis ist abhängig von der Wassertiefe. Einfach gesagt: Je tiefer, desto schneller. In tiefen Ozeangebieten erreichen sie bis zu 1.000 Stundenkilometer. In flacheren Meeresregionen pflanzen sie sich deutlich langsamer fort.

Auf dem offenen Meer sind Tsunamis weitgehend ungefährlich. Hier bleibt der Tsunami meist sogar unbemerkt, da er oft lediglich Wellen von wenigen Dezimetern Höhe erzeugt. Für Boote ist somit ein Tsunami ungefährlich – wenn sie während einer Tsunami-Warnung auf offener See bleiben und nicht zur Küste zurück fahren. Stößt die Tsunami-Welle jedoch auf ein Hindernis, beispielsweise eine Küste, bricht die Welle nach oben aus. Oft kündigt sich eine solche Riesenwelle dadurch an, dass sich das Wasser an der Küste auf spektakuläre Art recht schnell hunderte Meter weit zurückzieht und den Meeresboden freilegt. Gleichzeitig wächst der kilometerbreite Wasserberg – vor allem an flachen Küstenabschnitten – deutlich in die Höhe und schiebt sich dann auf das Land. Dort bewegt sich die Welle schneller als ein Mensch rennen kann. Danach entsteht ein enormer Sog zurück zum Meer, der oft zerstörerischer ist als der Wassereinbruch.

Tsunamis bestehen aus mehreren Wellen. Die einzelnen Wellen bewegen sich mit unterschiedlichen Frequenzen und Amplituden. Wellen unterschiedlicher Frequenz breiten sich mit leicht von einander abweichenden Geschwindigkeiten aus. Deshalb erreichen die einzelnen Wellen die Küste im Abstand von etwa 10 bis 60 Minuten. Dabei muss die erste Welle nicht unbedingt die Stärkste sein. Tsunamis können auch Flüsse hoch wandern oder eine Insel umrunden und die Inselrückseite überspülen.

Herkunft des Begriffs Tsunami

Das japanische Wort „Tsunami“ bedeutet „große Welle im Hafen“. Der Ursprung geht auf japanische Fischer zurück, die auf das Meer hinausfuhren und kleine Wellen bemerkten. Als sie jedoch in die Häfen zurückkehrten, fanden sie durch Flutwellen zerstörte Orte vor.

Jüngste Tsunami-Katastrophen

02.04.2007

Ein Seebeben der Stärke 8,0 löst im Südpazifik einen Tsunami aus, der die Salomonen-Inseln verwüstet. Die Flutwelle ist bis zu 12 Meter hoch.

17.07.2006

Ein Seebeben vor der indonesischen Insel Java löst einen Tsunami aus.

26.12.2004

Bisher schlimmste Tsunamikatastrophen in Südostasien. Sie wurde durch ein Seebeben der Magnitude 9,3 auf der Richterskala vor der Insel Sumatra verursacht. Es handelt sich hierbei um das drittstärkste je gemessene Erdbeben.

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