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Tsunamis und ihr Unterschied zu gewöhnlichen Wellen

Tsunamis können verheerende Katastrophen verursachen, da sie keine gewöhnlichen Wellen sind. Ihr Unterschied zu diesen beginnt schon in der Entstehung.

Immer wieder sorgen Tsunamis für verheerende Katastrophen. Dabei könnte man meinen, es handle sich hier um ganz gewöhnliche Wellen, nur einfach größer und stärker. Jedoch unterscheiden sich Tsunamis von normalen Wellen in vielen verschiedenen Punkten, die zeigen, weshalb Tsunamis solch katastrophale Folgen haben können.

Ursachen und Entstehung von Tsunamis

Um den Unterschied von Tsunamis und normalen Meereswellen zu verstehen, muss man beim Ursprung beginnen. Die gigantischen Flutwellen, die ganze Küstensäume förmlich überrollen, haben ihren Ursprung in der Tiefe des Meeres bzw. des Ozeans. Ihre Entstehung ist auf Seebeben (Erdbeben, die ihr Epizentrum am Meeresboden haben) oder auf sehr küstennahe Erdbeben zurückzuführen oder auch auf die Eruption eines Vulkanes. Bei solch einem Beben kommt es weit unter der Erdoberfläche zu einer schweren Erschütterung welche sich unterirdisch ausbreitet. Dabei gelangen die Wassermassen, die sich über dem Meeresboden befinden, in Bewegung. Ein Wassermolekül stößt immer die benachbarten Moleküle an. Dadurch wird die gewaltige Energie, die ihren Ursprung in einem Beben hat, weitergeleitet. Die Ausbreitung ist kreisförmig, ähnlich, wie wenn man einen Stein ins Wasserfallen lässt. Vom Epizentrum aus also, findet eine kreisförmige, wellenartige Fortsetzung der Energie statt (vgl Bild 1) .

Ursachen und Entstehung ganz normaler Wellen

Jeder kennt sie, die Welle. Eine ganz normale, kleine Welle, die am Strand oder an der Küste brandet. Auf Hawaii sind sie etwas größer, bei einem Unwetter auch. Und genau hier liegt die Ursache dieser harmlosen kleinen Wellen: sie sind lediglich das Ergebnis des Wetters, genauer gesagt des Windes. Geht nicht mehr als ein laues Lüftchen, so sind sie ziemlich klein, ist es jedoch stürmisch, so sind sie ein bisschen größer. Auf offener See bringen sie dann Schiffe ziemlich ins Schwanken, an der Küste oder am Strand sind sie dann eben etwas größer als sonst. Aber nirgendwo verursachen sie große Schäden. Da sie durch den Wind entstehen, der das Wasser an der Oberfläche berührt, sind sie nicht mehr als ein paar Meter tief. Die Tiefe einer Welle entspricht in etwa der Hälfte der Wellenlänge, beides liegt hier im Bereich von ein paar Metern.

Die sichtbaren Unterschiede beider „Wellenarten“

Während Tsunamis also einen unterirdischen, seismologischen Ursprung haben, ist der Ursprung der normalen Wellen oberirdisch. Der Unterschied hinsichtlich der physikalischen Energie ist daher gewaltig. Deshalb kann die Wellenlänge eines Tsunamis bis zu 800 Kilometer betragen, der Tiefgang also theoretisch bis zu 400 Kilometer. Praktisch heißt das, ein Tsunami bewegt das Wasser sogar am Meeresboden noch. Interessant ist die Wellenhöhe auf offener See, sie beträgt hier nicht mal einen Meter. Normale Wellen können hier schon mehrere Meter hoch werden, selten jedoch über 15 Meter. Deren Geschwindigkeit ist nicht allzu hoch, vor allem im Vergleich zu der eines Tsunamis. Diese rasen unter der Meeresoberfläche mit bis zu 800 Kilometer/Stunde, was sich durch die riesige Energie erklärt, die sie bei ihrer Entstehung aufnehmen.

Das Horrorszenario: ein Tsunami trifft auf LandTrifft der Tsunami, nachdem er das offene Meer hinter sich gelassen hat, nun auf die Küste, hat dies fatale Folgen. In flachen Gewässern bäumt er sich nun auf, es kann eine bis zu zwanzig Meter hohe Flutwelle entstehen. Diese bricht nun und dringt aufgrund ihrer unheimlich starken Energie bis weit ins Landesinnere vor, zum Teil mehrere Kilometer. Dabei reißt sie alles mit sich, was ihr im Weg steht. Gegen solch gewaltige Wassermassen ist der Mensch schutzlos, kein Bauwerk kann ihnen standhalten. Sinnvoll ist nur eine rechtzeitige Flucht ins höher gelegene Hinterland oder aufs offene Meer hinaus (zur Erinnerung: hier ist der Tsunami nicht mal zu spüren).

Ursprung des Wortes „Tsunami

Entstanden ist der Begriff durch japanische Fischer. Nachdem diese aufs Meer hinaus gefahren waren um zu fischen, fanden sie bei ihrer Rückkehr Häfen vor, die von einer „großen Welle im Hafen“, also von einem Tsunami, zerstört worden waren.