Tsunamis – Die latente Gefahr an den Küsten der Welt

An allen Küsten der Erde können Tsunamis auftreten, die durch unterseeische Beben verursacht worden sind.

Tsunami – Es gibt bei uns wohl kaum jemanden, der dieses Wort noch nicht in den Nachrichten gehört hat. Doch nicht jeder hat eine Vorstellung davon, wie diese Wellen entstehen und weshalb sie an der Küste so verheerend wirken, oft ganze Küstenregionen zerstören, obwohl sie auf dem offenen Meer kaum zu bemerken sind. Tsunami ist ein japanisches Wort, das Hafenwelle bedeutet. Es steht für außergewöhnlich hohe Wellen, die unvermittelt an der Küste entstehen und in den meisten Fällen ein untermeerisches Beben als Ursache haben. In schmalen Meeresbuchten oder auch Binnenseen werden manchmal kleine, lokale Tsunamis durch Erdrutsche, Gletscherstürze etc. ausgelöst.

Die Tsunamis an den Küsten der Ozeane werden meistens durch untermeerische Beben ausgelöst

Ein Tsunami kann auch durch den Einschlag eines großen Meteoriten ausgelöst werden. Hin und wieder verursacht ein Vulkanausbruch, eine untermeerische Rutschung oder ein Bergsturz an der Küste einen lokalen Tsunami. Unterseeische Beben dagegen treten immer wieder in kurzen Intervallen auf und sind die mit Abstand häufigste Ursache für für diese oftmals verheerenden Wellen. Überwiegend gibt es sie am Rand des Pazifischen Ozeans. Angetrieben durch die Strömungsvorgänge des flüssigen Magmas im Erdinneren, bewegen sich dort die Platten der festen Erdkruste gegeneinander. Dabei schieben sich die untermeerischen Platten zum Festland hin, wo sie unter die Kontinentalplatten gedrückt werden.

Wodurch werden die untermeerischen Beben ausgelöst?

Können sich die Platten ungestört gegeneinander bewegen, so ist kaum etwas davon zu spüren. Ins Auge fallen diese Zonen allerdings durch die Gebirge, die durch die Kollision der tektonischen Platten aufgefaltet worden sind. Vulkane zeigen an, dass hier die Kräfte des Erdinneren aktiv sind. Der sogenannte Pazifische Feuerring, eine Kette aktiver Vulkane rund um den Pazifik, legt ein augenfälliges Zeugnis davon ab. Kommt die Bewegung der tektonischen Platten allerdings ins Stocken, weil sie sich verhaken, bauen sich gewaltige Spannungen in der betroffenen Region auf. Irgendwann werden diese dann so groß, dass sie sich mit einem großen Ruck oder in mehreren kleineren Rucken entladen. Ein untermeerisches Beben findet statt, das einen Tsunami auslösen kann.

Weshalb richten Tsunamis oftmals so große Verheerungen an?

Tsunamis entstehen, wenn das dafür ursächliche Erdbeben stark genug ist, (Magnitude größer als 7 auf der Richter-Skala), und wenn es eine Vertikalbewegung des Meeresgrunds auslöst. Dabei kann es vorkommen, dass sich eine tektonische Platte über eine Strecke von mehreren Hundert Kilometern ruckartig mehrere Dezimeter oder gar mehrere Meter in der Vertikalen bewegt. Diese gewaltige Energie setzt die gesamte darüber liegende Wassersäule in Schwingung. Eine sogenannte Grundwelle ist entstanden. Sie ist an der Oberfläche kaum sichtbar, da sich der Meeresspiegel nur um wenige Dezimeter hebt. Sie transportiert auch kein Wasser, denn die betroffenen Wassermoleküle bewegen sich kaum vom Fleck. Was hingegen durch den Tsunami transportiert wird, ist die gewaltige Energie, die durch das Beben auf die Wassersäule übertragen worden ist. Dabei entstehen kaum Reibungsverluste, sodass größere Entfernung vom Epizentrum nicht unbedingt größere Sicherheit bedeutet. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Wellen ausbreiten, beträgt 700-800 kmh, sodass ein Tsunami binnen weniger Stunden einen ganzen Ozean durchqueren kann, ohne dabei überhaupt zur Kenntnis genommen zu werden.

Was geschieht, wenn ein Tsunami auf die Küste trifft?

Solange sich der Tsunami in der Tiefsee bewegt, bleibt seine Geschwindigkeit unverändert. Die Wellenlänge eines durch ein untermeerisches Beben ausgelösten Tsunami kann dabei viele hundert Kilometer betragen. Bedingt durch die Art und Weise seiner Entstehung, läuft dem „Wellenberg“ des Tsunamis stets ein breites Wellental voraus. Das bedeutet, dass sich das Meer bei seiner Ankunft zunächst schlagartig, oft kilometerweit, zurückzieht. Trifft dann der Wellenberg auf den flachen Grund an der Küste, so wird die Bewegung des Tsunamis schlagartig abgebremst. Die Wellenlänge wird geringer, dafür wird die Welle höher. Und je mehr sie sich dem Ufer nähert, umso mehr wird sie abgebremst und türmt sich immer weiter auf. So sind 10 Meter hohe Tsunamis keine Seltenheit. Je nachdem, wie der Küstenverlauf ist, können Tsunamis bis zu 30 m hoch werden. Diese Welle bewegt sich dann aufs Festland hinaus. Ist das Land an der Küste flach, kann der Tsunami viele Kilometer weit ins Hinterland vordringen. Japan, in dessen Nähe vier Kontinentalplatten zusammenstoßen, wird sehr häufig von Tsunamis heimgesucht. Deshalb hat man in manchen Küstenbereichen Schutzdeiche gegen diese heimtückischen Wellen angelegt. Diese Anlagen bieten jedoch nur begrenzten Schutz. Von einem großen Tsunami werden sie überspült. Japan – Leben auf der unbewohnbaren Inselkette.

Warum kann ein Tsunami so weit aufs Festland vordringen?

Dass der Tsunami so weit vordringen kann, liegt an seiner großen Wellenlänge. Eine durch Wind verursachte Welle, und sei sie noch so hoch, ist nicht viel breiter als hoch. Sie verliert ihre Energie in dem Augenblick, in dem sie sich dem Ufer nähert und im flachen Wasser zum Brecher wird. Danach fließt sie zurück ins Meer. Ein Tsunami dagegen ist viele Kilometer breit. Er erhöht den Meeresspiegel in Küstennähe und überflutet deshalb alles, was tiefer liegt als seine Oberfläche. Der meiste Schaden, der dabei verursacht wird, entsteht dabei nicht durch das Auftreffen der Welle, sondern durch das Fließen des Wassers, das alles Bewegliche mit sich reißt. Ist der Tsunami schließlich zum Stillstand gekommen, fließen diese ungeheuren Wassermengen zurück und nehmen das, was sie losgerissen haben, zum Teil mit sich ins Meer. Dieser Vorgang kann sich mehrere Male wiederholen, da Tsunamis meist aus mehreren Wellenbergen bestehen.

Eine Tsunamiwarnung ist möglich, wenn das Epizentrum des auslösenden Bebens weit genug von der Küste entfernt ist, sodass noch Zeit bleibt, die betroffenen Gebiete zu evakuieren. Aus diesem Grund hat man damit begonnen, ein weltweites Tsunamiwarnsystem aufzubauen, um auch die Menschen an den vom Epizentrum des Bebens weit entfernten Küsten zu warnen.

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