Wandern im Karwendel – zum Schafreuter

Bayern, Tirol – ein Aussichtsberg für Karwendel und Voralpen. Stille Wanderung in Tirol und Bayern in heiterer Landschaft mit Wäldern und Almen. Bekannt ist die grandiose Aussicht in das Karwendel und auf den Sylvensteinsee.

Reist man von Bad Tölz oder Achenkirch her, bietet der Schafreuter, auch Schafreiter genannt, zusammen mit dem Sylvensteinsee ein oft fotografiertes Motiv. Ein idealer Wanderberg für den, der stille Wanderungen liebt in heiterer Landschaft mit Wäldern und Almen. Bekannt ist der grandiose Gipfelblick in das Karwendel und Alpenvorland. Direkt über den Schafreuter läuft die Grenze Bayern – Tirol. Auf der tiroler Seite liegt, vor dem Aufstieg zum Gipfel, die Tölzer Hütte und lädt vor oder nach der Tour zur Einkehr ein.

Eine kurze Anreise von der Urlaubsregion Mittenwald ermöglicht die Mautstraße bei Wallgau in Richtung Fall (nicht für Busse). Sie bringt den Wanderer schnell in das Rißtal, dem Start der Bergwanderung. In diesem Tal reisen jährlich unzählige Touristen über die Mautstraße ab Hinterriß zum berühmten großen Ahornboden (Engalm).

Varianten

Die Variante, die Wanderung in der umgekehrten Richtung zu beginnen, ist nicht so empfehlenswert: Die aufgeführte Richtung, beginnend bei der Oswaldhütte ist ruhiger, da viele Wanderer oft nur bis zur Tölzer Hütte wandern – beginnend 3,3 Kilometer talaufwärts beim Lecktal. Die vorgeschlagene Richtung ist deshalb nicht nur ruhiger, ein weiterer Vorteil ist, dass – von der Moosenalm an – stets die imposanten Bergketten des Karwendels in Blickrichtung liegen.

Die letzte Etappe der Wanderung verläuft 3,3 Kilometer lang mit 45 Meter Gefälle auf der Straße vom Parkplatz Lecktal zurück zur Oswaldhütte und dauert etwa 45 Minuten. Der Bus verkehrt hier leider meist nicht bis zur Rückkehr der Wanderer. Wer diese Strecke, nach 14,2 Kilometer Wegstrecke mit etwa 1.255 Meter Höhenunterschied nicht mehr wandern will, kann vor Beginn der Wanderung ein Fahrrad (Klappfahrrad) hier am Parkplatz abstellen und am Ende der Wanderung zum Ausgangspunkt Oswaldhütte fahren, um das Auto zu holen. Die gesamte Tour inklusive Straße ist jedoch bequem in 7,5 Gehstunden zu bewältigen.

Oswaldhütte – Moosenalm

Einige Meter nach der Oswaldhütte (rechts) liegt links zu Beginn einer Almstraße der Parkplatz. Als Variante kann hier die Almstraße bis zur Moosenalm gewandert werden. Wesentlich empfehlenswerter ist jedoch – wenige Schritte zurück Richtung Oswaldhütte – dem mit einem Schild „Moosenalm Tölzer Hütte“ ausgewiesenen Wanderpfad zu folgen.

Nach etwa zwei Stunden und zehn Minuten gemütlichen Aufstieges im schattigen Wald – wo die Blicke zum gegenüberliegenden Vorderskopf gut anzeigen, wie Meter um Meter an Höhe gewonnen wird, mündet der Pfad wieder in die von der Oswaldhütte kommende Almstraße. Jetzt sind schon 713 Meter an Höhe geleistet worden. Das ist bereits mehr als die Hälfte der, an dem Wandertag zu bewältigende Höhe. Bild 1 zeigt, dass man sich an diesem Ort – mit jetzt freiem Blick zum Schafreuter – mit einer „Brotzeit“ beschenken sollte. Die Moosenalm ist allerdings nur zehn Minuten von hier entfernt. So kann man die wohlverdiente Pause auch noch um 500 Meter verschieben.

Von der Moosenalmhütte wenige Meter entfernt steht ein großes Kreuz. Diese wenigen Schritte Umweg lohnen sich als interessantes Fotomotiv zur Erinnerung: Moosenalmhütte links mit Soiernspitze Mitte und Kreuz rechts (Bild 2).

Moosenalm – Schafreiter

An der Moosenalmhütte vorbei Richtung Berghang findet sich die Markierung zum Schafreuter und Tölzer Hütte. Jetzt wird der Blick auf die Berge des Karwendels immer freier. Schon bald erreicht man eine Abzweigung des Weges. Hier verlassen Sie den direkten Weg zur Tölzer Hütte und wandern links empor zum Schafreuter.

Geradeaus führt der Weg weiter und brächte einen auch zur Tölzer Hütte. Durchaus eine Alternative, aber der Weg führt immer wieder hinauf und hinunter. Deshalb ist der Weg über den Gipfel zur Tölzer Hütte – auch wegen der abwechslungsreicheren Aussichten – der empfehlenswertere. Wandernd über das Kälbereck belohnt bald der Blick auf die gebänderte Nordostwand des nahen Schafreuters und verspricht interessante Motive für den Fotofreund.

Nach einer Gehzeit von etwa zwei Stunden vom Rastplatz Almstraße entfernt ist der Gipfel erreicht. Auf 2.100 Metern Höhe steht man auf der Grenze Österreich – Deutschland. Die Aussicht auf den Sylvensteinsee (Bild 3) und weiter ins Alpenvorland fasziniert ebenso wie der freie Blick auf die Tauern. Der Blick auf die Karwendelketten ist überwältigend; aber an diesen hat man sich schon während des Aufstieges satt gesehen.

Empfehlenswert ist es, eine Pause schon eine Viertelstunde vor dem Gipfel zu legen und sich zu stärken. Dabei kann man in Ruhe das einprägsame Bild der herrlichen Karwendelkette betrachten. Der Vorteil ist, wenn man dann am Gipfel ankommt, und es sind einige Wanderer oben, kann man sich – ohne Picknick – in allen Himmelsrichtungen umsehen.

Abstieg zur Tölzer Hütte

Die ersten Schritte des Abstieges sind etwas vorsichtiger in Angriff zu nehmen. Dann geht es aber bis zur Tölzer Hütte in angenehmer Bergwanderung weiter. Unterwegs grüßen uns viele „Steinmännchen“ (Bild 4). Über diese hinweg reicht der Blick tief ins Karwendel und im Tal grüßt der große Ahornboden in der Engalm. Bis zur einladenden Tölzer Hütte ist es vom Gipfel nur etwa eine halbe Stunde.

Abstieg ins Tal

Die Tölzer Hütte liegt prächtig vor dem Schafreuter (Bild 5). 7,7 Kilometer sind absolviert und knapp 6,5 Kilometer und zwei Stunden 15 Minuten Abstieg liegen jetzt vor uns. Von der Tölzer Hütte geht es über die Wiese zum Schild „Parkplatz Leckbach“. Hier geht es immer den Pfad bergab, bis der weiter abwärts führende Bergpfad zu sehen ist. Bald wird der Weg etwas flacher und so wohltuend zu wandern. Und immer ist vor dem Augen die Bergkette des Karwendels. Der Charakter des Abstieges ist so ganz anders als der Aufstieg, aber nicht minder wert ihn zu erleben.

Zum Ausgangspunkt Parkplatz Oswaldhütte

Wer jetzt kein Fahrrad abgestellt hat und nicht per Anhalter 45 Minuten Wanderung sparen kann und müde ist, erreicht nach zehn Minuten Fußweg auf der Straße die Kaiserhütte. Hier nochmals rasten und sich stärken kann Wunder wirken. Von hier ist es dann ja auch nur noch eine halbe Stunde bis zum Ausgangspunkt.

Empfehlenswerte Tour mit ähnlichem Charakter

Im Wander- und Urlaubsgebiet Mittenwald und Umgebung ist die Wanderung Walchensee – Herzogstand – vom Charakter her (Schwierigkeit, Streckenlänge und Höhendifferenz) ähnlich geartet und empfehlenswert.

Anhaltspunkte für die Beurteilung der Zeit

Die angeführten Zeiten sind bequem einzuhalten auch für 50+ Wanderer. Als Anhaltspunkt: Die Wanderung ist mit 61 Jahren auch als Gelegenheitswanderer in der genannten Zeit machbar. Die Gesamtdauer inklusive der wichtigen Pausen liegt bei etwa elf Stunden. Die gesamte Gehzeit der Wanderung beträgt etwa 7,5 Stunden. Weiter Informationen, wie Wegekarte, Etappenangaben und weiter Bilder sind als PDF-Datei zum Anzeigen oder Download abrufbar unter Schafreuter. Weitere Informationen und Wanderungen werden vom Autor unter Touren zur Verfügung gestellt.

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