Wandern Walchensee – Herzogstand – Heimgarten

Bergwandern in Oberbayern: Walchensee, Mittenwald, Wallgau, auch 50+. Bergsteigen auch für 50+ vom Walchensee auf den Herzogstand und Heimgarten nahe Karwendel, Wetterstein und Estergebirge verspricht freie Blicke auf Berge und Seen.

Das Wandern in den bayerischen Voralpen – hier die Walchenseeberge am Estergebirge – belohnt den Naturfreund und Fotografen nur selten mit solchen abwechslungsreichen Ausblicken und Panoramen. Hier kommen noch die unmittelbaren Blicke zum Walchensee – wo die Wandertour beginnt – und im Norden zum Kochelsee. Hier schweift der Blick weit in die Ebene, an manchen Tagen erkennt man sogar noch den Starnberger See. Im Westen zeigen sich die Ammerseer Berge, besonders imposant bauen sich jedoch im Südosten die Bergketten des Karwendels auf mit dem Walchensee als prächtigen Vordergrund. Mit einer Fläche von 16,4 Quadratkilometer und bis zu 192 Meter Wassertiefe sowie den meist freien Ufern ist der Walchensee ein Wander- und Naturparadies.

Varianten

Die Variante, die Wanderung in der umgekehrten Richtung zu beginnen böte die Möglichkeit, bei schwächerer Kondition die Standbahn anstelle des Abstieges zu wählen: Hier ist jedoch die Abhängigkeit der letzten Fahrt der Bahn ein großer Nachteil.

Wer sich den Aufstieg bei der empfohlenen Richtung sparen will, benützt die Bahn und spart so nicht nur zwei Stunden Gehzeit, sondern 770 Meter Höhenunterschied zu bewältigen. Dabei wird jedoch auf einen der Tourenhöhepunkte verzichtet.

Der gesamt zu bewältigende Höhenunterschied beträgt 1.206 Meter – bedingt durch den Sattel zwischen Herzogstand und Heimgarten sowie beim Abstieg vom Heimgarten über die Ohlstädter Alm nach Walchensee. Aber in der empfohlenen Richtung hat man Zeit für viele aussichtsreiche und ruhige Ruhepausen um wieder Kräfte zu sammeln. So können auch Gelegenheitswanderer mit 50+ diese Tour richtig genießen.

Herzogstandbahn – Herzogstandhäuser

An der Talstation der Herzogstandbahn in Walchensee, am Eingang zum großen Parkplatz, beginnt rechts den Hang im Wald hinauf der markierte Aufstieg zu den Herzogstandhäusern. Wie das erste Bild zeigt, ist der aussichtsreiche Aufstieg reich an Abwechslungen, angenehm schattig und mit wohltuenden, mäßigem Anstieg einer der Höhepunkte dieser Wanderung. Die Herzogsstandhäuser, am breiten Reitweg, von der Passhöhe der Kesselbergstraße kommend, werden nach etwa zwei Stunden 15 Minuten erreicht. Hier endet auch der weitgehend ebene Weg von und zur der Bergstation.

Zum Herzogstand – ein Gipfel mit Pavillon

Jetzt geht es auf dem Reiterweg weiter, rechts am Martinskopf vorbei, und man sieht schon seine vielen Kehren auf den Herzogstand hinauf zum Pavillon (zweites Bild). Wenige Meter vor dem Anstieg des Reiterweges mit Serpentinen den Hang hinauf, gibt es einen wundervollen Blick auf den Heimgarten und in das Estergebirge: Ein idealer Rastplatz, um sich diese Aussicht einzuprägen und gestärkt weiter zu wandern. Kurz vor dem Gipfel mit dem Pavillon gibt es bei einem Kreuz eine kleine Plattform mit sehenswertem Blick auf den größten Teil des Walchensees. Auf dem dritten Bild rechts ist dieses Kreuz gut erkennbar. Das Bild zeigt mit Blick vom Herzogstand vom Gipfel aus mit Jochberg im Vorder- und Benediktenwand im Hintergrund (Gipfel im Nebel). Der Aufstieg dauert etwa 30 Minuten.

Die Gratwanderung

Hat man vor dem Aufstieg eine Rast in ruhiger Umgebung genossen, so freut man sich um so mehr, wenn man den Trubel beim Pavillon rasch verlassen kann. Für die Gratwanderung sollte etwa eine Stunde Gehzeit eingerechnet werden. Der Weg ist gut begehbar, trotzdem ist Vorsicht geboten: Es gibt einige ausgesetzte Stellen.

Der Grat hält eine Reihe von markanten Aussichtsplätzen bereit, auch ins nördlich gelegene, ebene Alpenvorland und zum Kochelsee (viertes Bild). Der Weg über den Grat beginnt gleich unterhalb des Gipfels und trennt Ausflügler von Wanderern mit einer einfachen Methode. Er beginnt mit einem sehr steilen, wenige Schritte langen Abstieg: Wer hier nicht gelernt hat – wie bei einer Leiter – mit dem Gesicht zum Berg abzusteigen, sondern ängstlich versucht, mit dem Gesicht nach vorne weiter zu kommen, gibt rasch seine gefährlichen Bemühungen auf. Der Ausflügler, meist mit der Standbahn hochgefahren und verwöhnt vom breiten Reitweg (Maximiliansweg) muss hier umkehren – auch weil hier oft die richtigen Wanderschuhe und Erfahrung in den Bergen fehlen.

Heimgarten

Bevor man Weg über den Grat beendet, bieten sich immer wieder wundervolle Plätze an zu einer erholsamen und prächtigen Aussicht. Beispielsweise zeigt das fünfte Bild den Blick auf den baldigen Aufstieg und den Heimgarten. Knapp unter dem Gipfel liegt hier die im Sommer bewirtete Heimgartenhütte. Entsprechen lebhafter geht es auf Hütte und Gipfel zu. Aber bei so einem „Picknick“ zwischen den Latschen (Kriechkiefern) sollte man auch einen Blick auf die zurückgelegte Strecke werfen: So sieht man auch den Herzogstand von einer anderen Seite.

Die Höhendifferenz von knapp 200 Metern vom Sattel zum Gipfel, mit 1.790 Meter der höchste Punkt der Bergwanderung, sind in einer guten halben Stunde bewältigt. Mit insgesamt etwa 3,45 Stunden hat man hier mit 8,8 Kilometern etwa die Hälfte der Gesamtstrecke von 17,5 Kilometer erreicht.

Rückweg – Geruhsames Wandern abwärts

Wenn der herrliche Blick nach allen Seiten auch noch so genossen wird, irgendwann heißt es vom Heimgarten Abschied nehmen und den Rückmarsch über die Ohlstädter Alm anzutreten. Von dieser Alm geht es wieder etwas bergan am Rotwandkopf vorbei. Danach geht es stets talwärts mit den Aussichten auf das Karwendel und dem Walchensee. Immer nach Süden gewandert biegt der Wanderweg nach rechts über Holzkopf ostwärts. Auf dieser Strecke sieht man linker Hand zum Abschied die Bergstation, die Herzogstandhäuser und den Martinskopf. Nach 8,7 Kilometer und mit gut zweieinhalb Stunden Gehzeit ist mit dem Erreichen des Parkplatzes auch der Rückweg zu Ende.

Empfehlenswerte Tour mit ähnlichem Charakter

Im Wander- und Urlaubsgebiet Mittenwald und Umgebung ist auch die Wanderung auf die Schöttelkarspitze und Soiernspitze vom Charakter her (Schwierigkeit) ähnlich geartet und empfehlenswert. Sie braucht jedoch 25 Prozent mehr Kondition für die Mehrleistung an Höhendifferenz und Streckenlänge. Außerdem sind – auf dem kurzen Stück zwischen Herzogstandhäuser und dem Herzogstand – wesentlich mehr Wanderer und Ausflügler unterwegs.

Anhaltspunkte für die Beurteilung der Zeit

Die angeführten Zeiten sind bequem einzuhalten auch für 50+ Wanderer. Als Anhaltspunkt: Die Wanderung ist mit 61 Jahren auch als Gelegenheitswanderer in der genannten Zeit machbar. Die Gesamtdauer inklusive der wichtigen Pausen liegt bei etwa 9,5 Stunden. Die gesamte Gehzeit der Wanderung beträgt etwa 6,5 Stunden.

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