Warnung ! Alkohol ! Demenz kann auch Jugendliche treffen

Definition Demenz, Interview Psychiater M. Günter mit „Focus“, Demenzform: Wernicke-Korsakow-Syndrom, Dreifachstrategie M.Günter, Fazit

Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz leitet sich aus dem lateinischen Wort Dementia, de = abnehmend, mens = Verstand ab.

Die Wesensmerkmale dieser Erkrankung drücken sich in einer Kombination von Gedächtnisverlust, Verwirrung und allgemeinem geistigen Verfall sowie einem Defizit im Bereich der emotionalen und sozialen Fähigkeiten aus.

Demenz bildet den Überbegriff einer Reihe verschiedener Formen und Ursachen der Erkrankung. Zu diesen Formen zählen unter anderem die Alzheimerkrankheit, Bingswangerkrankheit, das Wernicke-Korsakow-Syndrom, Chorea Huntington u.a.. So verschieden, wie die unterschiedlichen Formen der Demenz, sind auch ihre Ursachen. Angefangen von der Degeneration von Hirnzellen und der krankhaften Eiweißablagerung im Gehirn (Alzheimerkrankheit) bis hin zu Störungen der Durchblutung der kleinen Blutgefäße die das Gehirn versorgen und zum absterben von Gehinarealen führen und durch viele verteilt liegende Mikroinfarkte gekennzeichnet sind (Binswangerkrankheit) bis hin zu genetischen und anderen Faktoren oder, meist infolge chronischem Alkoholismus, Vitamin B1-Mangel (Wernicke-Korsakow-Syndrom).

Kinder- und Jugendpsychiater Michael Günter warnt vor Demenz-Welle infolge jugendlicher Alkoholexzesse

An einer Demenzerkrankung, die in vielen Menschen Gefühle wie Angst und Respekt auslösen, können auch Jugendliche erkranken. Wichtig dabei ist zu wissen, dass es sich dabei – nicht zu verwechseln mit der Erkrankung die durch genetischen Faktoren bei Kinder und Jugendlichen entsteht – um ein durchaus vermeidbares Schicksal handelt! Eltern und Erwachsene sowie das soziale Umfeld sind hierbei gefordert sich zu informieren, sich zu interessieren und nicht wegzuschauen wenn Jugendliche mit exzessiven Alkoholkonsum ihre physische und psychische Gesundheit unwiederbringlich zerstören!

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Besorgt über den exzessiven Alkoholkonsum unter den deutschen Teenagern hat sich der Kinder- und Jugendpsyuchiater Michael Günter gezeigt und vermutet in Folge dessen eine Demenz-Welle. „Forschungsergebnisse nähren die Befürchtung, dass Trinken in jungen Jahren vorzeitige Demenz begünstige. Da könnte etwas auf uns zukommen“, sagte Günter in einem Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“. Auch andere neurologische und seelische Störungen würden offenbar durch Rauschtrinken begünstigt, beobachtete Günter in der von ihm geleiteten Abteilung der Universitätsklinik Tübingen. „Drei Viertel unserer jungen Patienten haben Erfahrungen vor allem mit Alkoholexzessen, mit Cannabis und Ecstasy-Tabletten“, sagte er.

Das Wernicke-Korsakow-Syndrom

Das Wernicke-Korsakow-Syndrom, wird oftmals im Zusammenhang mit Alkoholismus genannt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung die auf einem Mangel des B1-Vitamins beruht und häufig aufgrund chronischem Alkoholkonsums entsteht und zur Demenz führen kann. Symptome wie: ungewöhnliche Augenbewegungen, die zu Doppelbildern führen, unsicherer Gang, Verwirrung und Unruhe können allmählich oder plötzlich einsetzen, manchmal nach ausgeprägtem Alkoholkonsum und sind leicht mit Trunkenheit zu verwechseln. Schwerer Gedächtnisverlust, Benommenheit, Koma und möglicherweise Tod kommen hinzu, wird der Betroffene nicht sehr schnell behandelt. Nach der Behandlung können viele Symptome wieder verschwinden, doch der Gedächtnisverlust kann bleiben. Unbehandelt führt die Erkrankung zum Tode!

Jugendpsychiater M. Günter rät zur Dreifachstrategie

Der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Günter rät in seinem Interview mit „Focus“, betroffenen Eltern zur Dreifachstrategie:

  1. Klare Verbote aussprechen
  2. Bei ersten intensiveren Trink-Episoden: Dialoge und Verständnis
  3. Bei Verdacht des Abgleitens des Betroffenen: Das Jugendamt zu Rate ziehen

Fazit

Liebe und gutes Zureden helfen bei bestehender Abhänigkeit gar nichts! Eine fachmännische Behandlung ist unerlässlich um sich selbst als Angehöriger nicht unnützerweise aufzureiben. Beim ersten Verdacht auf Persönlichkeitsveränderungen sollte sofort reagiert werden. Wer aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung oder aus Scham die Augen verschließt, könnte die körperliche und psychische Gesundheit des betroffenen jungen Menschen unwiederruflich und unumkehrbar aufs Spiel setzen. Deshalb ist es wichtig sich zu informieren, Hilfe von Außen zu suchen und auch zuzulassen. Bei Jugendämtern, Suchtberatunsstellen für Betroffene und Angehörige sowie Selbsthilfegruppen kann man sich Rat und Unterstützung holen.

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