Was Sie über Süßholz und Lakritz wissen sollten

Hilfe bei chronischer Gastritis und Erkältung

Lakritz hat nicht nur im Süßigkeitenregal seinen festen Platz, sondern wird auch therapeutisch mit Erfolg bei unterschiedlichsten Erkrankungen eingesetzt.

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Süßholzwurzel wurde schon in der alten Volksmedizin bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege eingesetzt. Häufig ist Süßholzwurzel in Teemischungen anzutreffen. In Magen-Darm-Tees ist sie oft mit Kamille und Pfefferminze kombiniert. In Teemischungen gegen Erkältungen findet sich Süßholz neben Anis, Primel und Eibisch. Aber auch zur Geschmackskorrektur ist sie in vielen Teemischungen anzutreffen. Außerdem ist Süßholz Bestandteil von Lakritz. Lakritz ist eine Mischung aus Süßholzwurzelextrakt, Zucker und Stärke und auch in Deutschland als Süßigkeit sehr beliebt. Interessant: Lakritz ist 50 mal süßer als Haushaltszucker und beugt sogar durch Verhinderung der Anlagerung von Plaque auf den Zähnen Karies vor. Lakritz ist eine gesunde Süßigkeit, wenn Kontraindikationen und Dosierung beachtet werden.

Wirkstoffe im Süßholzwurzelextrakt

Der Hauptinhaltsstoff der Süßholzwurzel ist die Glycyrrhizinsäure, die zur Stoffgruppe der Saponine gehört und seifenähnlichen Charakter hat. Daneben enthält sie Flavonoide und Cumarine und wenig ätherisches Öl. Die Glycyrrhizinsäure wirkt entzündungshemmend und kann sogar das Wachstum von Helicobacter pylori, der Hauptverursacher von Magengeschwüren, hemmen. Außerdem führen die Saponine durch Reizung der Magenschleimhäute zu einer Verflüssigung des Schleims der Atemwege und helfen somit Erkältungssymptome zur Abheilung zu bringen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass selbst Herpes-Viren in ihrer Aktivität durch Süßholzwurzel gehemmt werden. Am 12.6.2003 berichtete die Deutsche Presse sogar über die Wirksamkeit von Süßholz bei SARS. In Japan wird Süßholz bei chronischer Hepatitis C eingesetzt. In Deutschland ist sie für diese Indikation nicht zugelassen.

Vorsicht vor Überdosierung

Dennoch ist bei dem Verzehr von Süßholzwurzel Vorsicht angesagt. Die maximale Tagesdosis liegt bei 5-15 g Süßholzwurzel. Dies entspricht einem Gehalt von 200- 600mg Glycyrrhizinsäure. Süßholzwurzel sollte nie länger als 6 Wochen in höherer Dosierung eingenommen werden, da sonst verstärkt Nebenwirkungen auftreten können. Die Glycyrrhizinsäure hat nämlich eine hormonartige Wirkung und imitiert das Hormon Aldosteron. Die Folge: Kaliumverlust und Steigerung des Natriumspiegels. Ein erhöhter Natriumspiegel führt zu vermehrten Wassereinlagerungen und somit zu einer Belastung des Herzens. Weitere Symptome sind Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Durstgefühl, Herzrhythmusstörungen und Ödeme mit Gewichtszunahme. Nach dem Absetzen der Süßholzwurzel verschwinden die Nebenwirkungen in aller Regel wieder.

Wechselwirkungen und Kontraindikationen

Vorsicht ist auch bei der gleichzeitigen Einnahme wasserausscheidender Arzneimittel wie Diuretika geboten (Thiazide und Schleifendiuretika). Der durch Diuretika verstärkte Kaliumverlust wird durch Süßholz verstärkt. Außerdem können durch einen Kaliummangel Digitalispräparate (gegen Herzerkrankungen) in ihrer Wirkung verstärkt werden. Patienten, die unter chronischen Leberentzündungen, Bluthochdruck, Herz-und Nierenerkrankungen leiden, sollten auf Süßholz verzichten. Das gilt auch für Schwangere.

Lakritz

Vorsicht auch bei übermäßigem Verzehr von Lakritz. Der Glycyrrhizinsäuregehalt von handelsüblichen Lakritzwaren liegt zwischen 34 und 500 mg pro 100g. In der EU ist der Gehalt an Glycyrrhizinsäure festgelegt. Er darf 200 mg pro 100g Lakritzware nicht übersteigen. Starklakritz erhält man in der Apotheke. Sie enthält mehr als 200mg pro 100g. Auf der Verpackung müssen die Tageshöchstmengen angegeben werden. Generell sollte Lakritz, welches mehr als 1 Gramm Glycyrrhiznsäure pro 100 g enthält nur gelegentlich konsumiert werden. Ansonsten steigt die Gefahr der oben genannten Nebenwirkungen.

Süßholz in der Ayurveda

Auch in der Ayurveda, dem ältesten Medizinsystem der Welt hat Süßholzwurzel einen festen Platz. In der Ayurveda empfiehlt man beispielsweise bei Heiserkeit, Süßholz mit heißer Milch zu trinken. Dabei wird ein Teelöffel Süßholz mit Milch aufgekocht und anschließend warm getrunken. Heiserkeit ist ein Symptom, welches mit einen entzündeten rauen Hals einhergeht. In der Ayurveda schreibt man der Milch und der Süßholzwurzel einen befeuchtenden und kühlenden Effekt zu, die der Trockenheit und Entzündung im Hals entgegenwirken soll.

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