Weißdorn und Ginkgo: Bewährtes bei Durchblutungsstörungen

Die Historie des Weißdorns geht weit zurück, der Ginkgo ist ein Fossil aus dem Jura: Als Heilpflanzen sind sie auch bei Durchblutungsstörungen indiziert.

Welche Heilpflanzen haben sich bei Durchblutungsstörungen in der Phytotherapie bewährt? Welche dienen der Prophylaxe und gibt es Alternativen aus dem Ausland?

Weißdorn (Crataegus) fördert die Durchblutung, erweitert die Gefäße und senkt den Blutdruck

Weißdornpräparate erhöhen nachweislich die Kontraktionskraft des Herzmuskels und das Herzschlagvolumen. Sie verbessern die Toleranz des Herzmuskels bei Sauerstoffmangel. Weißdornpräparate erweitern die Herzkranzgefäße beziehungsweise vermindern den Gefäßwiderstand und wirken somit leicht blutdrucksenkend. Mit all diesen Effekten steigert Weißdorn die Pumpleistung des Herzens und dies bei komplett unterschiedlichem Gesundheitszustand.

Bei Patienten mit Herzschwäche genauso wie bei gesunden, aber körperlich belasteten Personen erhöhen Weißdornpräparate die Leistungsfähigkeit des Herzens. Bei trainierten Sportlern mit niedriger Herzfrequenz normalisiert Weißdorn die Schlagfrequenz. Weißdorn kann Blutdruckschwankungen bei körperlicher Anstrengung ausgleichen und einen Blutdruckabfall während Hitzeperioden oder Kreislaufprobleme bei der Frühjahrsmüdigkeit schnell beheben. Crataegus ist die Heilpflanze der Wahl beim sogenannten Altersherz, also der nachlassenden Herzleistung mit zunehmendem Alter und typischen Symptomen wie Atemnot, Rhythmusstörungen, Brustschmerzen und schneller Erschöpfung.

Die Wirkung von Weißdornpräparaten beruht im Wesentlichen auf den oligomeren Procyanidinen und den Flavonoiden, medizinisch bedeutsamen Inhaltsstoffen. Deren Wirkungsweise hat nichts mit der von Herzglykosiden (wie aus Digitalis) zu tun. Deswegen ist seine Anwendung in der vorbeugenden Langzeittherapie bei unterschiedlichen Formen und Stadien von Herzschwäche zur Leistungserhaltung von Herz und Kreislauf empfohlen. Es bestehen keine Risiken bei bestimmungsgemäßer Anwendung und Dosierung. Es sind keine Hinweise auf Neben- und Wechselwirkungen und keine Gegenanzeigen bekannt, auch nicht Schwangerschaft und Stillzeit. Weißdornpräparate werden oral eingenommen. Sie sind als frei verkäufliche pflanzliche Arzneimittel in Form von Herztees, Tropfen oder Presssaft erhältlich.

Zugunsten der Bewegung und vor allem des Gehirns: Das Fossil Ginkgo

Die verwendeten Pflanzenteile des Ginkgos sind die getrockneten Laubblätter, in der Homöopathie die frischen Blätter, in der TCM rohe oder geröstete Samen und Blätter. Die Wirkstoffe steigern die Durchblutung und den Energiestoffwechsel, auch im Gehirn.

Vorsicht ist bei Patienten angebracht, die blutverdünnende Mittel einnehmen: Ginkgo wirkt ebenfalls blutverdünnend. Wer Medikamente mit dieser Wirkung einnimmt oder wem eine Operation bevorsteht, sollte Ginkgo nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker anwenden, wenngleich das erhöhte Blutungsrisiko von Ginkgo deutlich geringer ist als bei chemischen Mitteln gegen Demenzerkrankungen etc., wie übrigens auch die Nebenwirkungen geringer sind.

In China und Japan werden die gerösteten Samen ähnlich wie Pistazien verzehrt; die TCM setzt Abkochungen der Samen bei Asthma, Husten mit Schleim und bei Harnträufeln ein, Teeaufgüsse aus den Blättern bei Ohrensausen, Asthma und Bluthochdruck.

Die Homöopathie verwendet die D2 und D4 bei kalten Füßen, Durchblutungsstörungen dieser, bei Mandelentzündung, Schreibkrämpfen und Kopfschmerz.

Ginkgo inaktiviert die toxischen Sauerstoffradikale, verbessert die Fließeigenschaft des Blutes und schützt die Mitochondrien. Fertigpräparate mit Ginkgo helfen bei Durchblutungsstörungen jedweder Art, sorgen dafür, dass das Gehirn besser durchblutet und leistungsfähiger wird. Fertigarzneien haben hier im Gegensatz zu selbst hergestellten Auszügen den Vorteil, dass sie genau definierte Wirkstoffmengen enthalten und die unerwünschten Begleitstoffe gezielt abgetrennt wurden. Das Ginkgo-Präparat Tebonin ist das meistverkaufteste Phytotherapeutikum Deutschlands.

Da Durchblutungsstörungen sich vornehmlich erst dann bemerkbar machen, wenn die entsprechenden Leiden bereits vorhanden sind, vermögen wir mit diesen Heilpflanzen, einem Mindestmaß an Bewegung und einem bewussten Lebensstil präventiv zu arbeiten. Im Fluss zu leben – und zu bleiben – sollte nicht einzig innerhalb einer therapeutischen Behandlung zugunsten der Durchblutung von Bedeutung sein, sondern ist auch im gesamtheitlichen Bereich des Lebens ein recht probates Mittel.

Aktuelle Studie: Ginkgo

Forscher der University of Northumbria in Newcastle testeten junge Erwachsene nach der Einnahme von einer Dosis Ginkgo-Extrakt: Zweieinhalb Stunden später erhöhte sich deren Aufmerksamkeit, dieser Effekt hielt bis über sechs Stunden an. In einer amerikanischen Studie bei gesunden Menschen über 60 verbesserte sich nach sechs Wochen die Erinnerungsfähigkeit um 22 Prozent, die Fähigkeit des Wiedererkennens von Gesichtern um zehn Prozent. Andere Forscher testeten die Konzentrationsfähigkeit am PC: Die Fehlerzahl sank bei mit dem Extrakt Behandelten um 30 Prozent, das Gefühl des Stresses sank ebenfalls rapide; innerhalb von weiteren Tests wurde festgestellt, dass die Probanden sich ausgeglichener fühlten.

Indikation und Dosierung

A. Zerebrale Durchblutungsstörungen (bei hirnorganischen Leistungsstörungen, bei dementiellem Syndrom; Verbesserung der Gedächtnisleistung und des Lernvermögens)

B. Periphere Durchblutungsstörung, beispielsweise verursacht durch arterielle Verschlusskrankheiten (Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke nach Fontaine, Stadium II), Tinnitus

Zubereitung: Nicht üblich als Teedroge, ausschließlich Verwendung von standardisierten Fertigpräparaten aus Spezialextrakten, in denen giftige Ginkgolsäuren entfernt und Ginkgolide, Flavonoidglykoside sowie Bilobalid angereichert werden.

Die Tagesdosis ist abhängig von der Indikation (vgl. Stadien oben)

A. 120 bis 240 mg Trockenextrakt über mindestens acht Wochen,

B.: 120 bis 160 mg Trockenextrakt über mindestens sechs Wochen; wenn bei Tinnitus nach sechs bis acht Wochen keine Besserung eintritt, bringt eine weitere Therapie keine Vorteile

Fertig-AM: Tebonin forte Filmtabletten und Tropfen, Craton Dragees

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