Wenn Paare plötzlich Nägel mit Köpfen machen

Man erlebt es immer wieder: Paare, die scheinbar einen Geschwindigkeitsrekord brechen wollen und binnen kürzester Zeit heiraten und eine Familie gründen.

Wer über 30 ist, hat sicher schon erlebt, dass er selbst oder Menschen aus dem Umfeld plötzlich binnen eines Jahres zusammenziehen, heiraten und Kinder kriegen. Als Außenstehender kommen da leicht Gedanken auf wie „das geht aber schnell“ oder „die haben wohl Torschlusspanik“. Doch meist sind die Umstände ganz andere.

Beziehungen als Teenager

Wenn man in der Pubertät ist und die erste Liebe erlebt, ist man meist voll und ganz damit beschäftigt, diese neuen Erfahrungen zu verarbeiten. Man möchte zwar jeden Tag und am liebsten auch jede Stunde mit dem Herzblatt verbringen, doch meist kommen Schule, Ausbildung oder der Umstand, dass man noch bei den Eltern lebt, dazwischen. Dadurch kommt selten ein typisches Alltagsgefühl auf. Der Partner wird nur in geplanten Situationen erlebt, wie zum Beispiel im Kino oder mit Freunden. Alltägliche Gegebenheiten wie Wäschewaschen oder Putzen werden recht selten geteilt. Die einzelnen Schritte in der Beziehung folgen oft langsam hintereinander. Auch der erste Sex geschieht meist erst nach längerer Zeit.

Beziehungen als junger Erwachsener

Nach der Schule, dem Studium oder der Lehre beginnt meist die Zeit, in welcher der junge Mensch eine neue Art von Freiheit erfährt. Man zieht bei den Eltern aus und bezieht seine erste eigene Wohnung oder schließt sich einer WG an. Neue Pflichten, aber auch viele neue Möglichkeiten kommen auf einen zu. Die meisten Mensch haben das Bedürfnis, dieses neue Freiheitsgefühl erst einmal auszukosten. Man möchte sich „austoben“, neue Erfahrungen machen und ist nur selten bereit, diese neue Welt gleich wieder zugunsten eines Partners oder einer Familie aufzugeben. Beziehungen werden eingegangen, allerdings eher mit Bezug auf das Hier und Jetzt denn auf die längerfristige Zukunft. Zwar werden auch heute noch Ehen im Alter von 20 Jahren geschlossen, doch ist dies mittlerweile seltener der Fall.

Beziehungen ab Ende 20

Nähert man sich den magischen 30, beginnt bei vielen Menschen ein Umdenkprozess. Die Interessen beginnen, sich vom reinen Freizeit- und Freiheitsgedanken weg und zur Zukunft und Familie hin zu bewegen. Man hat sich in der Vergangenheit ausgetobt, vielleicht auch einige unverbindlichere Beziehungen gehabt und sich ein berufliches Standbein aufgebaut. Aber nun ist dies nicht mehr das Wichtigste. Die Partnersuche bekommt mittlerweile einen ernsthafteren Charakter, da das Denken sich von der Gegenwart auf die Zukunft verlegt. Dies mit Torschlusspanik gleich zu setzen, wäre ein Fehler. Es handelt sich vielmehr um eine Prioritätenveränderung.

Hat man den richtigen Partner gefunden, kann es plötzlich schnell gehen

War die Partnersuche dann erfolgreich, kann es zu einer rasanten Entwicklung kommen. Innerhalb kürzester Zeit wird zusammen gezogen, geheiratet oder eine Familie gegründet. Sogar frühere Partygänger, die nie was anbrennen ließen, scheinen plötzlich häuslich und sesshaft zu werden. Für Außenstehende mag dies alles zu schnell und plötzlich gehen. Doch wird dabei ein nicht unwesentlicher Faktor übersehen: Die Erfahrung. Meist haben die Partner schon in früheren Beziehungen Erfahrungen gesammelt und wissen nun eher einzuschätzen, was auf sie zukommt und was sie selbst von einer Beziehung erwarten. Hätte die rasante Entwicklung in ganz jungen Jahren noch zu einer Katastrophe geführt, kann die gemachte Erfahrung nun dabei helfen, eine gemeinsame Zukunft zu bestreiten, auch ohne, dass man sich erst jahrelang prüft.

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