Wie Amphetamin wirkt

Was passiert beim Konsum im Gehirn? Amphetamin erhöht die Konzentration von Noradrenalin und Dopamin. Beschrieben wird, wie die Rauschdroge, die auch als Speed oder Pep bezeichnet wird, im Gehirn wirkt.

Amphetamin sorgt für eine deutlich erhöhte Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin. In Folge dessen erhöht es die Konzentration der beiden Stoffe im Gehirnstoffwechsel und wirkt dabei grundsätzlich wie das körpereigene und ihm auch strukturell ähnliche Adrenalin. Sowohl Adrenalin und Noradrenalin als auch Dopamin sind Botenstoffe, die von den Nervenzellen gebildet und freigesetzt werden. Diese Botenstoffe des zentralen Nervensystems werden auch als Neurotransmitter bezeichnet.

Sobald ein Nervensignal an der Synapse, also dem Nervenende, ankommt, erfolgt die Freisetzung von Transmittermolekülen. Die Moleküle wandern sodann durch den Spalt und reagieren dort mit den Empfängerstellen in der Nervenzellenmembran. Durch die Reaktion mit den Empfängerstellen, die auch als Rezeptoren bezeichnet werden, wird eine Änderung der elektrischen Aktivität der Nervenzelle ausgelöst. Hierbei hat ein Neurotransmitter entweder eine hemmende oder eine erregende Wirkung auf die Zelle, mit der er reagiert.

Noradrenalin

Als Botenstoff des adrenergen und somit Adrenalin produzierenden Nervensystems wird Noradrenalin im Gehirn gebildet, während es im Nebennierenmark als Hormon produziert wird. Neben seiner Blutdruck erhöhenden Wirkung regt Noradrenalin den Herzmuskel an. Man geht davon aus, dass Noradrenalin das System für Belohnungsgefühle sowie das für Hunger-Durst-Gefühle steuert. Letzteres führt dazu, dass Amphetamine aufgrund des reduzierten Hungergefühls als Appetitzügler eingesetzt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Noradrenalin eine aktivierende, erregende und aufweckende Wirkung hat. Seine Freisetzung erhöht die Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft, macht wach und erhöht sowohl die Motivation als auch die Leistungsbereitschaft.

Dopamin

Der Neurotransmitter Dopamin spielt unterdessen besonders innerhalb der Großhirnrinde eine entscheidende Rolle, da dieser Bereich des zentralen Nervensystems sowohl für Gedächtnis und Aufmerksamkeit als auch Problemlösen und abstraktes Denken, also für die kognitiven Vorgänge zuständig ist. Des Weiteren leitet Dopamin Befehle des Nervensystems an die Muskulatur weiter. Wenn nun jedoch in einigen Hirnregionen ein Mangel an Dopamin herrscht, kommt es zu einer Störung der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. So erklärt sich, dass bei Parkinson-Patienten die Kontrolle über die Muskeln parallel zum sinkenden Dopaminspiegel abnimmt.

Amphetamin wird häufig illegal gebraucht, da es die Leistungsfähigkeit steigert, Hungergefühle unterdrückt und das Schlafbedürfnis reduziert. Dank der erhöhten Dopaminfreisetzung kommt eine gewisse Euphorie hinzu, während die ebenfalls deutlich erhöhte Adrenalinausschüttung für die Beschleunigung des Herzschlags, die Erweiterung der Herzkranzgefäße und Muskelanspannungen verantwortlich ist.

Während Amphetamin und seine Derivate besonders in den Neunzigern von einer tanzwütigen Jugend konsumiert wurde, die möglichst lange wach und fit bleiben wollte, wurde es bereits in der Vergangenheit häufig zur Optimierung der Arbeitsleistung konsumiert. Und so zieht sich die Linie des Amphetaminkonsums durch alle gesellschaftlichen Schichten: Studenten lernen konzentrierter, Soldaten bleiben länger wach und der adipösen Hausfrau gelingt der große Bogen um den Kühlschrank.

Wie Amphetamin wirkt, ist in erster Linie von der Konstitution des Konsumenten, aber auch von der Verabreichungsform und der Dosis abhängig. Des Weiteren kann der Konsument sich sehr leicht überdosieren, da der Gehalt an reiner Amphetamin-Base bei auf den Schwarzmarkt als Speed oder Pep angebotenen Gemischen stark schwankt. Derzeit liegt er meist zwischen zehn und 20 Prozent, wobei ein Streckmittelanteil von etwa 90 Prozent jedoch eher die Regel ist. Gestreckt wird bei Amphetamin was das Zeug hält und das in einem Ausmaß, wie es bei sonst keinem anderen Rauschmittel der Fall ist. Beim Strecken der Amphetamin-Base kommen bevorzugt Substanzen wie etwa Koffein- und Paracetamol oder Milchzucker zum Einsatz.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Wirkbeginn bei geschnupften Amphetamin nach wenigen Minuten einsetzt und etwa sechs Stunden andauert, während die Wirkung bei oral zugeführtem Amphetamin erst später auftritt, dafür aber länger anhält. Das Wirkspektrum umfasst bei einer Dosis zwischen fünf und 30 Milligramm reinen Amphetamins Wohlbefinden, Wachheit, erhöhte Konzentration, gesteigerten Taten- und Rededrang. Nachteil ist, dass dies keinesfalls allgemeingültig ist. Andere durchaus mögliche Wirkungen sind zum Beispiel Selbstüberschätzung, Aggression, Angst, Nervosität, Orientierungslosigkeit und Übellaunigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.