Wie funktioniert Klassische Konditionierung

Klassische Konditionierung – ein behavioristischer Lernprozess. Klassische Konditionierung setzt die Verbindung eines unkonditionierten Reizes mit einem neutralen Reiz voraus. Der pawlowsche Hund war das erste Experiment.

Die Menschen lernen im Leben sehr viel. Doch wie manche Dinge erlernt werden, kann oft nicht nachvollzogen werden. Es scheint ein Rätsel im Gange, was sich jedoch einfach lösen lässt. Es gibt verschiedene Lernprozesse. Neben der operanten Konditionierung und dem Modelllernen, kristallisiert sich die klassische Konditionierung als die behavioristisch einfachste Variante heraus.

Erklärung der Klassischen Konditionierung anhand des Beispiels: Spinne

Ein kleines Mädchen kann gewöhnlich in ihrem jungen Alter nichts mit einer Spinne anfangen. Die Spinne stellt einen neutralen Reiz dar, der eine gleichgültige oder auch neugierige Reaktion hervorruft. Die Reaktion kann beliebig und je nach Kind individuell ausfallen. Anschließend wird die Spinne (neutraler Reiz) mit einem unkonditionierten Reiz verknüpft. Das heißt, die Spinne wird zum Beispiel mit einem lauten hysterischen Schrei in Verbindung gesetzt. Unkonditionierte Reize lösen immer eine angeborene Reaktion aus (unkonditionierte Reaktion). Ein lauter Schrei kann also bei einem Kind Angst verursachen. Bei der ersten Verbindung der Spinne mit dem Schrei, wird das Kind nicht sofort die Angst auf die Spinne projizieren. Deshalb ist es notwendig, dass die Kombination der Spinne (neutraler Reiz) mit dem Schrei (unkonditionierter Reiz) mehrmals und in Zeitnähe wiederholt wird. Irgendwann wird die Spinne für das Mädchen einen konditionierten Reiz darstellen und automatisch Angst (konditionierte Reaktion) auslösen. Das Mädchen hat also gelernt, dadurch dass beim Auftauchen einer Spinne ein Schrei begleitend war, zukünftig Angst vor diesem Acht-Beiner zu haben.

Pawlow und seine Untersuchungen mit Hunden

Der Russe Iwan Petrowitsch Pawlow wurde am 14. September 1849 geboren. Als er 11 Jahre alt war, besuchte er ein theologisches Seminar. Dadurch kam er in den Genuss von wissenschaftlicher Literatur, die fortan die Leidenschaft der Theologie durch die der Wissenschaft ersetzte. 1970 begann er zunächst mit einem Physikstudium. Alsbald wechselte er jedoch zur Physiologie. Durch dieses Interesse der Physiologie untersuchte er irgendwann Reflexe. Dies wiederum führte ihn dazu, die Reaktion seiner Hunde, Speichelfluss beim Futter abzusondern, näher zu untersuchen.

Der Pawlowsche Hund ist wohl das bekannteste und auch ursprünglichste Beispiel für die klassische Konditionierung. Pawlow konnte feststellen, dass der Speichelfluss bei seinen Hunden bereits einsetzte, wenn er mit dem Futter auf sie zuging, es jedoch noch nicht hinstellte. Er rätselte, ob ein Zusammenhang zwischen den lautvollen Schritten und der Vermutung auf Futter für die Hunde bestand.

Durch ein Experiment mit einer Glocke konnte er tatsächlich feststellen, dass Hunde lernen können, dass ein bestimmter Reiz für sie augenblicklich Futter mit sich bringt. Er kombinierte das Futter mehrmals mit einem Glockenton. Irgendwann ließ Pawlow nur noch die Glocke läuten und die Hunde bekamen bereits Speichelfluss, obwohl das Futter noch nicht da stand. Dieses Experiment trägt die Ursprünge der klassischen Konditionierung.

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