Wie funktioniert Mobile Tagging mit QR-Codes

Mobile Tagging gehört heute für viele Asiaten zum Alltag. Bald schon werden Quick Respsonse-Codes auch den europäischen Markt erobern. Schwarze und weiße Punkte. Eine zweidimensionale Matrix. In drei Ecken befinden sich Markierungspositionen. Das ist der QR-Code. Entwickelt von der der japanischen Firma Denso Wave, einer Tochter des Automobilzulieferers DENSO Corporation, die zur Toyota-Gruppe gehört, hat er seit 1994 zunächst Asien erobert und setzt seinen Siegeszug nun auf anderen Kontinenten fort.

Ursprünglich wurde er in der Logistik verwendet, um Baugruppen und Komponenten zu markieren. Im Jahre 1999 wurde erstmals der japanische Standard für QR-Codes, JIS X 0510, veröffentlicht. Dieser entspricht der Norm ISO/IEC18004. Die kommerzielle Nutzung des QR-Codes ist lizenzfrei. Seine Spezifikation ist öffentlich und das Patent, dessen Rechte nach wie vor bei Denso Wave liegen, wird nicht vollzogen. Der QR-Code ist also „frei“. Derzeit wird an einem 4D-QR-Code gearbeitet, der noch mehr Informationen transportieren soll.

Funktionsweise von QR-Codes

Was verbirgt sich hin so viel Technik? Nun, eigentlich ist das Prinzip ganz einfach: Hinter QR verbirgt sich die Bedeutung „schnelle Antwort“ (Quick Response). Der einfachste Weg, einen QR-Code zu lesen, ist mit einem Foto-Handy. Auch ein beschädigter QR-Code ist häufig noch lesbar. Dafür sorgen redundante Informationen.

Um den Code zu entschlüsseln, benötigt man eine spezielle Lesesoftware für QR-Codes. Sie ist für viele Fabrikate frei verfügbar. Auf den meisten neuen Mobiltelefonen wurde die Software bereits vorinstalliert.

Drei Anwendungsbereiche

Im Grunde lassen sich drei Anwendungsbereiche für QR-Codes unterscheiden: Zum einen wäre da das Commercial-Tagging, insbesondere das Mobile Marketing und die Werbung. Auch für das so genannte Public Tagging lassen sich QR-Codes einsetzen. Hier werden vordergründig öffentliche Informationsträger mit zusätzlichen Informationen versehen. Schließlich sind QR-Codes auch im privaten Bereich brauchbar (Private Tagging), um beispielsweise den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Die Anwendungsmöglichkeiten sind so vielfältig, wie die Zahl der QR-Code-Generatoren und der QR-Code-reader.

QR-Code-Cases

Die Fahrplanaushänge von Bus und Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden seit dem 13. Dezember 2009 sukzessive mit einem QR-Code versehen. Die BVG wird damit als erster ÖPNV-Dienstleister dieser Größenordnung in Deutschland QR-Codes für die Fahrgastinformation einsetzen. Damit können die Kunden durch das Scannen der „QR-Codes“ (auch „mobile Tags“ genannt), direkt auf spezifische, die Haltestelle betreffende Informationen zugreifen. So können Kunden auf dem direkten Wege Soll- und Ist-Fahrzeiten, Stadtplanauszüge, ÖPNV-Navigation und Störmeldungen sowie andere wichtige topaktuelle Informationen mit ihrem Handy abrufen.

Mit dem QR-Code setzt Henkel seine Vorreiterrolle bei innovativer Markenkommunikation fort. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative „Qualität & Verantwortung“ nutzt Henkel die neue Technologie, um Verbraucher zu informieren, wie sie Wasch- und Reinigungsmittel möglichst umweltverträglich anwenden. Ab Anfang 2010 sollen die neuen QR-Codes Schritt für Schritt auf allen großen internationalen Wasch- und Reinigungsmittelmarken eingeführt werden.

Die Berliner Sparkasse hatte die deutschlandweite Kampagne „Mission Finanzcheck“ mit einem QR-Code veredeln lassen.

Vorteile von QR-Codes

Die Erfolge des Mobile- aggings sind auf Kunden- / Nutzerseite auf die flexiblen und vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten zurückzuführen. Der Kunde erhält schnelle und präzise Informationen. Er selbst entscheidet, ob und wann er die Informationen abrufen will. Zum anderen gewinnt Mobile Tagging auch auf Firmen- und Anbieterseite an Bedeutung, da er eine kostengünstige Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung darstellt. In Kürze wird es auf der neuen Plattform QRGold möglich sein, mobile Antwortformulare zu erstellen und ganze Kampagnen zu steuern. Der Erfolg einer QR-Code-Kampagne wird somit messbar.

Wie geht es weiter? Digital Graffiti und Goggles

Digital Graffiti ist ein neuartiges Informationssystem, das Studenten, Professoren und Angestellten der Linzer Universität ortsbezogene Informationen auf ihren Smartphones zur Verfügung stellt. Digital Graffiti ist eine Technik, die Siemens gemeinsam mit den Wissenschaftlern der Universität Linz entwickelt hat. Sie nutzt die Möglichkeit, Botschaften virtuell an beliebigen Stellen für bestimmte Empfänger zu hinterlegen. Wenn der Adressat den definierten Raum betritt und die auf ihn speziell zugeschnittenen Bedingungen erfüllt sind, wird für ihn das Graffito sichtbar und er bekommt die Daten über Mobilfunk oder WLAN auf sein Handy geliefert.

Google hat Ende 2009 einen neuen lokalen Dienste für Android-Handys vorgestellt. Bei Google Goggles handelt es sich um eine Foto-Software, die Zusatzinformationen zu den Objekten auf den Fotos liefert. Knipst der Nutzer etwa die Golden Gate Bridge oder den Eiffelturm, liefert Google Goggles die entsprechenden Informationen zu den Sehenswürdigkeiten. Derzeit erkennt die Software laut Google bekannte geografische Bezugspunkte,Sehenswürdigkeiten, Kunstwerke und industrielle Produkte. Google Goggles steht bereits in der US-Version des Android Market zum Download bereit. Wann die App im deutschen Market ankommt, ist noch unklar.

Probieren Sie es aus

Machen Sie den QR-Code-Test. Fotografieren Sie den QR-Code dieses Artikels mit Ihrem Handy. Handelt es sich dabei um ein älteres Handy, dann müssen Sie zuvor den entsprechenden Reader herunter geladen haben. Wenn alles funktioniert hat, dann erscheint folgender Text auf Ihrem Display: „Mobile Tagging gehört heute für viele Asiaten zum Alltag. Bald werden QR-Codes auch den europäischen Markt erobern. Dieser Artikel vom Autor Oliver Weiß informiert über die Besonderheiten des QR-Codes und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Füllen Sie das Formular aus, wenn Sie weitere Fragen haben.“

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