Wie heizt man richtig mit Holz?

Seit der Mensch das Feuer entdeckt hat, nutzt er Holz zur Wärmegewinnung: Holz ist unser ältester Brennstoff – und gewinnt in Zeiten von schrumpfenden Ölvorkommen und Klimawandel neue Brisanz. Holz kehrt in die Häuser zurück: Als nachwachsender Rohstoff mit einem weitgehend geschlossenen CO2-Kreislauf. Doch welche Möglichkeiten gibt es mit Holz zu heizen und wie heizt man richtig?

Bei einer vollständigen Verbrennung von Holz bleiben nur Kohlendioxid, Asche und Wasser übrig. Allerdings ist dieser Idealfall die Ausnahme, in der Praxis werden neben Feinstaub geringe Mengen an Stickstoff- und Schwefeloxiden gebildet. Zusätzlich können bei einer unvollständigen Verbrennung – vor allem beim Anheizen – Kohlenmonoxid, klimaschädliches Methangas und gesundheitsschädliche organische Verbindungen freiwerden. Deshalb ist es wichtig, richtig zu heizen.

Die Wahl der richtigen Heizungsanlage

Zunächst braucht man einen geeigneten Schornstein: Dieser muss ausreichend hoch und vollständig gegen Wärmeverluste geschützt sein. Bei der Wahl der Heizungsanlage ist die richtige Größe wichtig – zu kleine Anlagen bringen zu wenig Leistung, nicht ausgelastete Anlagen erzeugen mehr Emissionen. Als grober Richtwert gilt: Ein Einfamilienhaus benötigt eine Heizungsanlage mit einer Nennwärmeleistung zwischen 15 und 20 kW. (4)

Für die Beheizung einzelner Wohnräume genügt ein Einzelofen, für ein ganzes Haus empfiehlt sich ein mit Pellets oder Stückholz betriebener Zentralheizungskessel. Letzterer sollte unbedingt mit einem Pufferspeicher ausgestattet sein: In dem gedämmten Stahlbehälter wird überschüssige Wärme durch die Erwärmung von Wasser zwischengespeichert. Über einen Kombispeicher kann auch das Brauchwasser erwärmt werden. Kombiniert man diesen wiederum mit einer solarthermischen Anlage, schaltet sich der Ofen nur bei Bedarf zu. Auf diese Weise kann man ein Drittel der benötigten Wärme durch die Solaranlage abdecken.

Beim Kauf solltest Du auf einen hohen Wirkungsgrad und niedrige Emissionen achten: Besonders emissionsarme Öfen erkennt man am Umweltzeichen „Blauer Engel.“ Generell gelten für neue Einzelraumfeuerungsanlagen seit Frühjahr 2016 neue Vorschriften für den Schadstoffausstoß und den Wirkungsgrad. 2015 werden diese noch einmal verschärft – deshalb empfiehlt es sich eine Anlage zu kaufen, die bereits jetzt die Stufe 2 der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen erfüllt. Die Installation durch einen Fachbetrieb und eine regelmäßige Wartung garantieren eine optimale Funktion.

Holz als Brennstoff – von Hackschnitzel bis Scheitholz

Der Brennstoff Holz kommt in vielerlei Gestalt auf den Markt: Hackschnitzel beispielsweise werden aus Restholz der Forstwirtschaft gefertigt, allerdings fast nur in Heizwerken eingesetzt. Einzelraumfeuerungen wie Zimmer-, Kamin- und Kachelöfen hingegen betreibt man in der Regel mit Scheitholz. Optional kann man auch Holzbriketts verfeuern – diese kompakten Kraftpakete werden aus naturbelassenen Abfällen der Holzindustrie (vor allem Säge- und Hobelspänen) gepresst und besitzen einen höheren Brennwert als Scheitholz.

Pellets sind im Grunde nichts anderes als kleine Holzbriketts: Die zylindrisch geformten und genormten Presslinge kann man säckeweise kaufen oder – vor allem bei dem größeren Bedarf einer Zentralheizung – mit einem Tanklaster liefern lassen und in einem Pelletsbunker lagern. Holzpellets verbrennen besonders effizient und somit schadstoffarm.

All diese Brennstoffe sind für den heimischen Ofen zugelassen. Absolut tabu sind hingegen imprägnierte, gestrichene oder lackierte Hölzer, Sperrholz, Spanplatten und Papier (außer zum Anheizen) sowie andere Stoffe.

Optimaler Heizwert durch fachgerechte Lagerung 

Frisch geschlagenes Holz enthält zwischen 45 und 60 Prozent Wasser. Um optimal zu verbrennen, muss Holz allerdings lufttrocken sein, sprich es darf maximal 20 Gewichtsprozent Wasser enthalten. Enthält es mehr Feuchtigkeit, ist der Heizwert niedriger und es entstehen geruchs- und gesundheitsschädliche Rauchgase. (5) Je nach Baumart und Bedingungen muss frisches Scheitholz deshalb ein bis drei Jahre getrocknet werden: Bei Tannen- und Pappelholz genügt im Normalfall ein Jahr. Kiefer, Fichte, Birke, Linde und Weide benötigen 18 Monate, Obstbäume und Buche zwei Jahre. Am langsamsten trocknet Eichenholz – es muss ungefähr 30 Monate gelagert werden. (3)

Und wie trocknet man Scheitholz fachgerecht? Auf jeden Fall muss der Ort zum Trocknen gut durchlüftet sein – ansonsten fängt das Holz leicht an zu schimmeln. Am besten eignet sich ein sonniger Platz im Freien mit Regenschutz. Des Weiteren braucht das Holz eine Unterlage, damit es keine Feuchtigkeit aus dem Erdreich aufnehmen kann (mindestens fünf Zentimeter Abstand zum Boden). Als solche eignen sich beispielsweise Paletten oder Balken. Ein heißer Tipp: Gespaltenes Holz trocknet sehr viel schneller und brennt auch besser. Ist das Holz schließlich trocken, kann es in einem belüfteten Holzschuppen oder -keller gelagert werden.

Holzbriketts und Holzpellets sind vorgetrocknet und haben bereits einen Feuchtegehalt von ungefähr 15 Prozent. Sie müssen jedoch unbedingt trocken lagern, da sie sonst aufquellen.

Richtig Heizen mit Holz

Ist das Holz gut trocken, kann es verfeuert werden. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten: Am meisten Emissionen entstehen direkt beim Anheizen. Deshalb muss schnell eine hohe Brenntemperatur erzielt werden. Man nehme: trockenes und dünn gespaltenes Holz, Öko-Holzanzünder und reichlich Luftsauerstoff. Ausreichend Verbrennungsluft ist übrigens während des gesamten Brennvorgangs nötig – schwarze Rußablagerungen im Ofen sind ein Zeichen für eine falsch eingestellte Luftzufuhr.

Wenn eine gute Glut besteht, kannst Du größere Scheite nachlegen. Dabei solltest Du allerdings maßvoll vorgehen: Ist der Ofen zu voll, kann er Schaden nehmen und es entstehen mehr Schadstoffe. Auch zu große Scheite erhöhen den Schadstoffausstoß. Deshalb lieber öfter kleine Mengen mittelgroßer Scheite nachwerfen. (5) Übrigens: Richtiges Heizen steigert nicht nur den Wirkungsgrad und verringert die Bildung gesundheits- und umweltschädlicher Schadstoffe – es sorgt auch dafür, dass keine dicke Luft zwischen Nachbarn entsteht.

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