Wie kann der Toxoplasmose vorgebeugt werden?

Ein neues Merkblatt liefert Information zum Schutz vor Toxoplasmen. Die Toxoplasmose ist weit verbreitet und eigentlich kein großes Problem. Aber Personen mit Immunschwächen sollten vorbeugen. Dazu gibt es ein neues Merkblatt des BfR.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) informiert mit einem neuen Merkblatt über den Schutz vor Infektionen mit Toxoplasmen. Die Toxoplasmose ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit. Menschen und warmblütige Tiere werden von ihr befallen.

Auslöser der Toxoplasmose

Der Parasit Toxoplasma gondii ist der Verursacher der Toxoplasmose. Rohe Eier und rohes Fleisch können den Parasiten in sich tragen und durch den Verzehr kann er auf Menschen und Tiere weiter getragen werden. Auch Katzen sind Überträger des Parasiten, den sie mit dem Kot ausscheiden. Schließlich können auch Obst und Gemüse den Parasiten auf ihren Oberflächen verbreiten.

Wen gefährdet Toxoplasmose?

Gefährdet sind vor allem Menschen, deren Immunsystem geschwächt oder noch nicht vollständig ausgebildet ist. Das heißt, dass Personen mit Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen, oder die das Immunsystem schwächende Medikamente einnehmen müssen, ein besonderes Erkrankungsrisiko haben.

Stark gefährdet sind ungeborene Kinder. Eine Infektion einer Schwangeren kann das ungeborene Kind schwer schädigen oder zum Tode führen. Aber auch Kinder bis zum 5. Lebensjahr sind durch Infektionen mit Toxoplasmose stark gefährdet.

Dazu Andreas Hensel, der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung: „Diese Personengruppen sollten wissen, von welchen Lebensmitteln ein besonderes Risiko ausgeht und wie sie sich vor einer Infektion mit Toxoplasmen schützen können.“

Die Infektionswege der Toxoplasmose

Die Toxoplasmose gehört zu den häufigsten parasitären Infektionen auf der Welt. Doch die meisten der Infizierten bemerken sie nicht. Ihr Erreger Toxoplasma gondii kann alle warmblütigen Tiere, also auch Vögel, befallen. Der Erreger verweilt nach der Infektion in der Regel ein Leben lang in den Geweben der Muskulatur und des Nervensystems des Wirtsorganismus.

Daher ist das Vorhandensein von Toxoplasmen in rohen, vom Tier stammenden Lebensmitteln wie Hackfleisch, Hackepeter und Rohwurstprodukten ganz besonders wahrscheinlich. Infektiöse Erregerstadien, die Oozysten, werden von infizierten Katzen mit dem Kot ausgeschieden. Die können mit dem Wind, mit Regen und Oberflächenwasser weit verbreitet werden und in der Umwelt lange überleben. Daher können diese Oozysten auch auf Obst und Gemüse verbreitet werden oder gar ins Trinkwasser gelangen.

Schutz vor Toxoplasmen

Der Parasit Toxoplasma gondii kann in der Umwelt lange überleben. Kühlschranktemperaturen machen ihm über mehrere Wochen nichts aus. Und selbst die Tiefkühlung kann unter Umständen bei Toxoplasmen deren infektiöse Wirkung nicht beeinträchtigen.

Beim Erhitzen von Lebensmitteln, also beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren, werden alle Entwicklungsstadien des Parasiten zuverlässig abgetötet. Erhitzen ist also die zuverlässigste Methode der Abwehr von Toxoplasmen.

Die Symptome und Folgen der Toxoplasmose

In Deutschland sind etwa bei der Hälfte der Bevölkerung Antikörper gegen diesen Parasiten zu finden. Eine neue Infektion bleibt daher in der Regel folgenlos.

Eine akute Toxoplasmose kommt nur selten vor. Sie äußert sich in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellungen vor allem im Halsbereich. Die akute Phase der Toxoplasmose lässt sich mit Antibiotika wirksam behandeln. Auf die Dauerstadien des Parasiten in Geweben haben Medikamente jedoch wenig Einfluss. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kommt es allerdings auch zu schweren Krankheitsverläufen mit der Beteiligung unterschiedlicher Organe. Lunge und Gehirn sind dann häufig betroffen.

Besondere Probleme bringt eine Infektion mit Toxoplasmen für Schwangere, die gegen Toxoplasmen nicht immun sind. Für das Ungeborene besteht die große Gefahr von zum Teil schweren Missbildungen wie Wasserkopf, geistige Behinderungen oder Blindheit. Auch Fehl- und Totgeburten können die Folge sein.

Empfehlungen zum Vorbeugen einer Infektion

Zur Vermeidung einer Infektion mit Toxoplasmen empfiehlt das BfR deshalb insbesondere abwehrgeschwächten Personen und Schwangeren, die keine Antikörper gegen Toxoplasmen besitzen:

  • Keine rohen Wurst- und Fleischwaren verzehren (Hackfleisch, Carpaccio, Mettwurst, Teewurst, Salami), Fleischgerichte gründlich durchgaren
  • Rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich abwaschen, schälen und/oder kochen
  • Lebensmittel mit anhaftender Erde, zum Beispiel Kartoffeln und Karotten, getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren
  • Kontakt mit Katzenkot vermeiden
  • Regelmäßig Hände waschen

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