Zähneputzen beugt Herzkrankheit vor

Neue Studien zeigen, dass Personen, die ihre Zähne nicht zweimal pro Tag putzen, ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen haben.

Mehr als 11 000 Erwachsene nahmen am Scottish Health Survey teil, wo es um verschiedene Gewohnheiten ging wie Rauchen, Sporttreiben und eben auch Mundhygiene. Das Ergebnis ist statistisch signifikant: fast doppelt so hoch war die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Herzkomplikationen bei denen, die ihre Zähne weniger als einmal pro Tag putzten.

Auch Zahnverlust erhöht das Risiko für Herzerkrankungen

Für die Fachwelt ist das Ergebnis der Studie keine Überraschung. Viele Arbeiten der letzten Jahre haben auf solche Zusammenhänge hingewiesen. So gab es zum Beispiel bei Untersuchungen in Schweden interessante Ergebnisse in Bezug auf die Zahl der Zähne: ein siebenfaches Risiko, an einem Herzproblem zu sterben, errechneten die Forscher für Personen mit nur noch weniger als zehn Zähnen.

Was haben die Zähne mit dem Herzen zu tun?

Mangelnde Mundhygiene führt zu chronischen Entzündungen. Diese Entzündungen sind es, die verantwortlich gemacht werden. Schädliche Keime geraten in die Blutbahn und damit auch ins Herz. In den letzten Jahren gab es neue Erkenntnisse über bestimmte Entzündungsparameter, z.B das CRP, welche ein erhöhtes Risiko für die koronare Herzerkrankung anzeigen können. Die chronischen Entzündungen wirken aber nicht nur auf dem direkten Wege über die Keime, sie haben darüber hinaus andere Wirkungen, zum Beispiel auf den Fettstoffwechsel, wodurch Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit verstärkt werden können. Schon länger war aufgefallen, dass bei Herzinfarkten auch Entzündungsparameter im Blut erhöht sind, und in den letzten Jahren stellten sich immer mehr Beziehungen zwischen dem Cholesterinspiegel und diesen Entzündungsfaktoren heraus. So kann eine verminderte Mundhygiene auf verschiedene Weisen das Herz beeinträchtigen – direkt über die Keime und indirekt über die Erhöhung anderer Risikofaktoren. Was nun die Zahl der Zähne betrifft, so ist es sicher nicht so, dass der Zahn als solcher das Herz schützt. Vielmehr kann der Gesamtzustand des Gebisses im allgemeinen ein Hinweis sein: jemand, der viele Zähne verloren hat, hat mit größerer Wahrscheinlichkeit viele Mundinfektionen durchgemacht.

Die Bakterien sitzen im entzündeten Zahnfleisch.

Parodontitis heißt die chronische Entzündung des gesamten Zahnhalteapparats. Bei mangelnder Mundhygiene entwickeln sich Plaques, Zahnstein, Zahnfleischentzündung und Zahnfleischbluten. Nur tägliche konsequente Reinigung kann da vorbeugen und helfen. Das tägliche mindestens zweimalige Zähneputzen ist die Grundvoraussetzung. Allerdings reicht es nur, um oberflächlich keimhaltige Beläge zu entfernen. Die schwer zugänglichen Stellen zwischen den Zähnen bleiben so idealer Nährboden für die Bakterien. Wesentlich ist also zusätzlich der tägliche Gebrauch von Zahnseide oder kleinen Bürstchen für die Zahnzwischenräume (Interdentalbürstchen).

Mundhygiene für die Herzgesundheit

Mundhygiene war immer wichtig. Wer möchte nicht Mundgeruch bekämpfen und dafür sorgen, dass seine Zähne erhalten bleiben! Heute sollte aber klar sein, dass Mundhygiene auch eine große Rolle spielt bei der Vorsorge von Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese stehen ja in den westlichen Ländern immer noch an erster Stelle aller Todesursachen. Regelmäßige Zahnpflege und Besuche beim Zahnarzt sind wichtiger Teil eines Vorsorgeprogramms.

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