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Achalasie – Ursachen und Symptome

Wenn das Schlucken zur Qual wird. Achalasie ist eine Erkrankung der Speiseröhre, die mit Schluckbeschwerden und Schmerzen in der Brust einhergeht und nicht selten fehlinterpretiert wird.

Ein Verschlucken, Sodbrennen oder Aufstoßen kennt jeder – und damit verbunden auch den Rückfluss der angesäuerten Speisereste in den Mund, etwa nach einer üppigen Mahlzeit, doch bei der Achalasie sind diese und weitere Symptome alltäglich.

Aufbau und Lage der Speiseröhre (Ösophagus)

Die Speiseröhre stellt die circa 25 cm lange, schlauchartige Verbindung zwischen Rachen und Magen dar. Das Innere der Speiseröhre ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Speiseröhrenwand besteht aus Muskulatur, die beim Schlucken wellenförmige Bewegungen vollziehen muss (Peristaltik), um den Speisebrei weiterzutransportieren. Für die wellenförmigen Muskelkontraktionen ist ein Nervengeflecht verantwortlich (Plexus myentericus Auerbach), das sich in der Muskelschicht der Speiseröhre befindet. Der untere Abschnitt der Speiseröhre ist mit einem Schließmuskel, einem sogenannten Sphinkter versehen, der eine Nahrungsabgabe in den Magen ermöglichen und gleichzeitig einen Rückfluss des sauren Mageninhalts verhindern soll. Für die notwendige Anspannung und Entspannung dieses Sphinkters sorgen ebenfalls die Nervenzellen des Auerbach-Plexus.

Worum geht es bei der Achalasie

Achalasie beginnt schleichend, in der Regel zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, und bedeutet eine Funktionsstörung der Speiseröhre. Zum einen ist der Weitertransport des Speisebreis durch fehlende peristaltische Bewegungen nicht ausreichend gewährleistet und zum anderen verkrampft sich der Schließmuskel (Sphinkter) im unteren Abschnitt der Speiseröhre, sodass die Nahrung nicht oder nur unvollständig in den Magen gelangt. Zugrunde liegt dieser Funktionsstörung eine Schädigung beziehungsweise ein Ausfall der Nervenzellen des Auerbach-Plexus. Die Ursache dafür ist allerdings nicht bekannt, vermutet werden virale Infektionen und Autoimmunprozesse.

Symptome der Achalasie

Bei einer Achalasie kommt es zu Schluckstörungen, mit der Gefahr, dass Betroffene sich beim Essen oder Trinken verschlucken. Wegen der Transportschwierigkeiten und der Verkrampfung im unteren Abschnitt der Speiseröhre, haben sie das Gefühl, dass ihnen ‚der Bissen im Halse stecken bleibt‘. Zudem leiden sie unter dem Aufstoßen von angesäuerten Speiseresten, die von der Speiseröhre zurück in den Mund gelangen (Regurgitation) – nach dem Essen, spontan oder im später im Liegen. Weiterhin klagen Betroffene über Mundgeruch, Völlegefühl und über krampfartige Schmerzen hinter dem Brustbein – welche häufig als Herzbeschwerden fehlgedeutet werden.

Mögliche Folgen und Komplikationen der Speiseröhrenerkrankung

Eine naheliegende Folge bei längerem Bestehen der Achalasie ist ein Gewichtsverlust. Ferner können Speisereste durch den Rückfluss und das anschließende Verschlucken in die Atemwege gelangen und zu Lungenentzündungen (Aspirationspneumonien) führen. Langfristig besteht bei einer Achalasie ein erhöhtes Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Diagnose der Schluckstörung

Um die Diagnose Achalasie zu bestätigen und von anderen Erkrankungen abzugrenzen, wird der behandelnde Arzt verschiedene Untersuchungen anordnen. Dazu gehören die Röntgenuntersuchung, die Endoskopie – eventuell mit Gewebeentnahme, und die Manometrie, um den Druck in der Speiseröhre zu messen.

Therapie der Achalasie

Für die Behandlung der Achalasie stehen Medikamente, die Dilatation (endoskopische Erweiterung), die endoskopische Injektion von Botulinum-Toxin oder die Operation zur Verfügung. Empfehlenswert sind darüber hinaus der Austausch mit anderen Betroffenen und der Besuch einer Selbsthilfegruppe.