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Bio-Lebensmittel in der Küche

Tipps fürs Einkaufen und Kochen vom Ernährungsexperten. Worauf Sie beim Kochen und Backen mit Lebensmitteln aus ökologischem Anbau achten sollten, und weshalb auch immer mehr Spitzenköche auf Bio-Produkte setzen.

Beim Kochen beziehungsweise Backen mit Bio-Lebensmitteln sollte man wissen, dass sich Schwankungen in der Konsistenz ergeben können. Denn: Natürliche Lebensmittel sind nicht oder zumindest nicht stark geeicht. Bio-Brot kann dadurch zum Beispiel an einem Tag zäher werden oder mehr Krustenbildung haben als einem anderen. Bei Milch, insbesondere Rohmilch, schwankt der Fettgehalt stark. So kann der Milchbrei heute fetter schmecken als morgen – oder im Sommer viel dickflüssiger sein als im Winter.

Intuition beim Kochen gefragt

„Ich würde die Schwankung in der Konsistenz von Bio-Lebensmitteln aber nicht als Nachteil bewerten“, sagt Küchenmeister Siegfried Wintgen, Ernährungs- und Gesundheitstrainer in Linz. „Im Gegenteil: Es macht das Kochen attraktiv und spannend. Man muss sich wieder mehr auf die Intuition verlassen, etwa bei der Entscheidung, ob der Teig doch noch etwas mehr Flüssigkeit braucht oder nicht.“

Haubenköche bevorzugen Bio-Produkte

Haubenkoch Wintgen weiß, dass bei vielen seiner Kollegen aber noch ein ganz anderer Grund mitspielt, warum sie Bio-Lebensmitteln den Vorzug geben: ein starkes Naturbewusstsein. „Oft ist einfach die die Ideologie ausschlaggebend, einen Beitrag leisten zu wollen, um die Qualität der Lebensmittel zu erhalten“, glaubt der Küchenchef zu wissen.

Nicht zuletzt merke aber auch der Restaurant-Gast den Unterschied beim Genuss der servierten Speisen: „Wenn das Produkt gut zubereitet ist, erkennt man Bio-Qualität schon nach den ersten Bissen!“

Angebote an Bio-Produkten

„Amateur-Köche“ lassen sich leider oft schon beim Zusammensuchen biologischer Lebensmittel vom vermeintlichen Aufwand oder vom Preis abschrecken. Derartige Hürden lassen sich heute allerdings leichter denn je überwinden. Viele Supermärkte haben bereits eine breite Auswahl an Bio-Produkten. Regionale Verbände bieten Zustellservices an. Und: Viele Trockenwaren, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse usw. können sogar im Internet bestellt werden. Dabei sollten Sie aber nicht gänzlich auf den gemütlichen Bummel über den Markt vergessen, weil das Riechen und Schmecken des Angebotenen ein einzigartiges Erlebnis für sich ist!

Weniger Geld für Süßigkeiten, mehr für Bio-Produkte

Apropos Kosten. Wer im Supermarkt Fertigprodukte, Süßigkeiten und Limonaden häufiger meidet, und stattdessen lieber öfter bewusst in der Obst- und Gemüseabteilung zugreift, spart einiges an Geld. „Mit der ersparten Summe kann man sich dann Gutes tun und in qualitativ hochwertige, naturbelassene Bio-Produkte investieren“, so der Tipp von Ernährungscoach Wintgen.

Auch Bio-Lebensmittel sollten frisch sein

Wichtig: Auch bei Bio-Lebensmittel muss auf Frische geachtet werden. Je länger Gemüse im Kühlschrank liegt, desto mehr Vitamine gehen verloren. Das gilt auch für Bio-Produkte. Deshalb lieber öfter einkaufen gehen! Und: Aus Bio-Kisten zuerst jene Produkte verwenden, die schnell verderben. Achtung bei Rohmilch: Sie sollte innerhalb von zwei Tagen verwertet werden.

Saisonale Bio-Produkte

Bio-Obst und -Gemüse sollte auch möglichst saisonal eingekauft werden. Eine Erdbeere im Winter wird, auch wenn sie aus biologischem Anbau stammt, nicht wirklich intensiv nach Erdbeere schmecken und vermutlich auch keinen optimalen Nährstoffgehalt haben. Grundsätzlich gilt: Je kürzer der Transportweg, desto besser. Beispiel: Heimischer Spargel ist solchem aus Übersee vorzuziehen. Einmal sensibilisiert, werden Sie den Unterschied im Geschmack bemerken.

Weiterführende Infos: Vorteile von Bio-LebensmittelnIst Bio gesünder?