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Darmzentrum Würzburg: Krebsbehandlung mit zertifizierter Qualität

Im Darmzentrum der Uniklinik Würzburg arbeiten Spezialisten aus diversen Fächern zusammen, um für Krebspatienten eine optimale Behandlung zu gewährleisten.

Jährlich erkranken in Deutschland schätzungsweise 70.000 Menschen an Krebs des Dickdarms, Mastdarms oder Enddarms – und die Tendenz ist steigend. Darmkrebs gilt als Alterserkrankung. Bei Menschen unter 45 Jahren ist er zwar möglich, aber vergleichsweise selten. „Allein durch die demographische Entwicklung müssen wir mit einer weiteren Steigerung der Krankheitsfälle rechnen“, prognostiziert Prof. Christoph-T. Germer, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie der Uniklinik Würzburg. „Dies zwingt uns förmlich dazu, unsere Behandlungsmethoden zu optimieren.“

Zentren als Konzept zur Steigerung der Qualität

Um den Hauptkrebsarten wirkungsvoll entgegentreten zu können, hat die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) das System der zertifizierten Krebszentren ins Leben gerufen. Unter dem organisatorischen Dach eines onkologischen Zentrums schließen sich Experten aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Ihr medizinisches Know-how wird gebündelt, ebenso wie zum Beispiel die Tumordokumentation und die psychosoziale Versorgung. Hinzukommt eine qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildung. Ein unabhängiges Gremium kontrolliert die Einhaltung eines von der DKG aufgestellten Anforderungskatalogs und verleiht bei Bestehen ein Zertifikat.

Teamarbeit zum Wohle des Patienten

Im Bereich Darmkrebs gibt es bundesweit derzeit knapp 80 solche zertifizierten Zentren – seit September 2008 auch an der Uniklinik Würzburg. „Für unsere Patienten bringen die Zentrumsstruktur und die Zertifizierung eine ganzen Reihe von Vorteilen“, sagt Darmzentrumsleiter Prof. Germer. „Durch das Zusammenwirken eines Teams aus bis zu 25 Experten sind zum Beispiel wesentlich schonendere Eingriffe möglich. Außerdem arbeiten wir nach von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannten Standards. Dies garantiert eine kontinuierliche Behandlung nach dem besten aktuell verfügbaren Wissen.“ Beispielsweise analysiert bei einem wöchentlichen Arbeitskreis ein Ärzteteam aus den Bereichen Gastroenterologie, Viszeralchirurgie, Onkologie, Radiologie, Radioonkologie und Pathologie gemeinsam die Befunde der Patienten.

Die Organisationsstruktur des Darmzentrums geht über Grenzen der Uniklinik hinaus. So kooperiert das Krankenhaus auch mit den Praxen von entsprechend zertifizierten, niedergelassen Magen- und Darmspezialisten.

Kontinuierliche Verbesserungen und Kontrollen

Das im Herbst 2008 erhaltene Zertifikat ist für die Ärzte des Würzburger Darmzentrums und ihre Mitarbeiter allerdings kein Anlass, sich entspannt zurück zu lehnen. „Mit der Zertifizierung verbunden ist ein ständiger, streng eingeforderter Verbesserungsprozess. In einem engen – und für uns auch teuren – Kontrollverfahren müssen wir uns das Zertifikat immer wieder neu verdienen“, erläutert Prof. Germer. „Unterm Strich nehmen wir Teil am wohl aufwändigsten medizinischen Zertifizierungssystem in Deutschland.“

Früherkennung macht Darmkrebs heilbar

Eine der zentralen Aufgaben für sein Zentrum sieht Germer auch in der Aufklärungsarbeit. „Darmkrebs entsteht meistens aus zunächst gutartigen Vorstufen, wie Wucherungen oder Polypen. Würden diese konsequent rechtzeitig erkannt und entfernt, wäre Darmkrebs praktisch vollkommen zu verhindern. Ab dem 50. Lebensjahr werden die Kosten einer Vorsorgeuntersuchung von den Krankenkassen übernommen.“