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Das Poltern – Ursachen und Behandlung

Wenn sich das Sprechen überschlägt.

Worte werden verschluckt und Laute regelrecht verstümmelt. Beim Poltern ist das Sprechen unrhythmisch, überstürzt, viel zu schnell und schwer verständlich.

Polterer sind sich ihrer Störung nicht bewusst. Sie sprechen – im Gegensatz zu Stotterern – ohne darüber nachzudenken und in der Regel, ohne unter ihrer Problematik zu leiden. Sobald Polterer auf ihr hastiges Sprechen hingewiesen werden und sie sich in der Folge auf ihre Aussprache konzentrieren, nimmt die Symptomatik ab.

Worum geht es beim Poltern?

Das Poltern gehört, wie das Stottern, zu den Störungen des Redeflusses, kommt allerdings weniger oft vor. Beim Poltern ist der Sprechablauf überstürzt und unrhythmisch, das Sprechtempo stark erhöht und das Satzmuster fehlerhaft. Betroffene machen Sprechpausen, die schlicht unpassend sind – zu lang, zu kurz oder an der falschen Stelle. Und sie wissen im Vorhinein häufig nicht, was sie sagen wollen. Darüber hinaus lassen Polterer Worte oder Wortteile aus, verschlucken sie oder stellen diese um – und sie wiederholen, ähnlich der Stotterer, einzelne Silben, Laute und Worte. Doch im Gegensatz zu Polterern sind sich Stotterer ihrer Problematik bewusst und ein entsprechender Hinweis würde das Stottern verschlimmern. Polterer jedoch können nach Aufforderung, bei Zuwendung und abhängig von der Konzentration ihr Sprechen deutlich verbessern. Gleichwohl sind auch bei Polterern Sprechängste möglich. Stottern und Poltern können durchaus gemeinsam auftreten, wobei sich die Poltersymptomatik meist erst zeigt, wenn das Stottern nach einer Behandlung oder mitunter spontan abgeklungen ist. Nicht selten wird das Poltern von Aufmerksamkeitsstörungen, motorischen Problemen oder Störungen des Lesens und Schreibens begleitet. Außerdem gelingt es Polterern kaum, anderen Menschen länger zuzuhören.

Ursachen des Polterns

Die Ursachen des Polterns sind weitgehend ungeklärt. Wegen der familiären Häufung wird von genetischen Faktoren ausgegangen. Ferner können dem Poltern körperliche und psychosoziale Faktoren zugrunde liegen. Dabei sollten Diagnosen wie Hörstörungen, hirnorganische Erkrankungen, Intelligenzminderungen, Zwangsstörungen, Tics und neurologische Störungen, die ebenfalls zum Poltern führen können, ausgeschlossen werden.

Folgen und Verlauf der Sprechstörung

Ein Poltern, das nicht frühzeitig behandelt wird – obgleich es sich meist nicht vollständig zurückbildet – kann sich bis in das Erwachsenenalter fortziehen. So können betroffene Erwachsene Wortfindungsstörungen haben, oder Einschränkungen in Wortschatz und Grammatik.

Behandlung des Polterns

Die Behandlung wird anhand der Ursache festgelegt. Dennoch spielen insbesondere beim Poltern eventuell begleitende Diagnosen, zum Beispiel Aufmerksamkeitsstörungen, eine wichtige Rolle. Grundsätzlich stehen neben der logopädischen beziehungsweise sprachtherapeutischen Behandlung diverse psychotherapeutische Maßnahmen und Methoden aus der Körpertherapie, wie Feldenkrais oder die Craniosacrale Therapie, zur Verfügung. Zudem bieten Entspannungs- und Atemübungen eine wertvolle Unterstützung. Ein Ziel der logopädischen Behandlung ist es, dem Polterer seine Störung bewusst werden zu lassen. Dies geschieht unter anderem durch Video- und Tonbandaufnahmen, um Betroffenen die Problematik aufzuzeigen. Auf jeden Fall sollten die Eltern beraten und miteinbezogen werden.