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Maybrit Illner: „Angst vorm Vergessen – wie leben mit Alzheimer?“

Maybrit Illner nimmt sich am 9.2. des Themas an. Die Volkskrankheit Demenz/Alzheimer ist durch jüngste Veröffentlichungen wieder ins Bewusstsein gerückt.

Erst vor wenigen Tagen hat der ehemalige Manager des Gelsenkirchener Fußballvereins FC Schalke 04 der Öffentlichkeit dargelegt, dass er seit Jahren an Alzheimer leidet. Selbst viel Prominentere gingen vor ihm diesen Weg. In einem Offenen Brief an die Bürger der USA berichtete 1994 der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan über seine Krankheit. Seine Worte „Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt“ sind längst ein Stück Zeitgeschichte geworden Reagan starb 2004 im Alter von 93 Jahren. Peter Falk (Krimi-Serie Columbo) starb 2011 als 83-jähriger. Er vergaß alles und hatte nur Erinnerungen an Dinge, die unreal waren und nur in seiner Phantasie existierten. Der legendäre ehemalige Playboy Gunter Sachs nahm sich am 7.5.2011 das Leben, weil er sich „einen würdelosen Zustand“ mit der Alzheimer-Krankheit ersparen wollte. Maria Schell starb2005 im Alter von 79 Jahren. Ihr Bruder Maximilian beschrieb ihren Zustand mit „Sie hatte sich in eine Zwischenwelt !zurückgezogen“.

Das Ausmaß der Krankheit

Inzwischen gehen Experten davon aus, dass allein in Deutschland zirka 1,3 Millionen Menschen leben, die an Alzheimer leiden. 95 Prozent der Erkrankten sind über 65 Jahre alt, jeder Vierte über 85. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Erkrankten auf 1,8 Millionen Menschen in Deutschland steigen, erwarten die Mediziner. Die Alzheimer-Erkrankung ist eine unheilbare und irreparable Erkrankung und Zerstörung der Nervenzellen im Gehirn, darüber sind sich die Mediziner einig, und Therapien oder Medikamente für eine Heilung gibt es zur Zeit noch nicht. Mit ärztlicher Hilfe kann aber die Verschlimmerung verlangsamt werden.

Die drei Stufen der Krankheit

Die Krankheit tritt in der ersten Stufe durch eine leichte Störung des Kurzzeitgedächtnisses auf. Es wird „etwas vergessen“ und der Erkrankte wirkt manchmal zerfahren und schusselig. „Was wollte ich sagen?“ dokumentiert erste Sprachstörungen, weil die Worte fehlen.

Mit akuten Störungen bei vielen Dingen des täglichen gewohnten Ablaufs macht sich die zweite Phase bemerkbar. Essen, Anziehen oder Autofahren geht oft nicht mehr. Zum Teil werden Freunde fremd und nicht mehr erkannt, und die Sprachstörungen nehmen stark zu.

In der dritten Phase ist der Kranke bettlägerig und muss rund um die Uhr gepflegt werden. Körperfunktionen wie das Sprechen sind nicht mehr möglich und außer Kontrolle.

Die Talk-Shows sensibilisieren

Inzwischen sind die Menschen für das Thema Demenz und Alzheimer stärker sensibilisiert. Dazu haben nicht nur die Krankheits- und Todesfälle Prominenter, sondern in jüngster Zeit auch die Talk-Shows beigetragen, die sich des Themas verstärkt annehmen und die Bevölkerung informieren, denn: noch gilt die Krankheit als unheilbar, aber die Medizin kann die Verschlimmerungen der Krankheit hinauszögern, wenn sie rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird. Beispielhaft seien hier nur folgende Talk-Shows genannt, die meist über die Mediathek der Sender immer abrufbar sind: Sandra Maischberger in ihrer Talk.Show am 4. Oktober „Der Triumph der Volkskrankheiten: Sind wir selbst schuld?“, Günther Jauch am 20. November „Demenz und Alzheimer“ oder Reinhold Beckmann am 2. Februar 2012 „Alzheimer – Der Kampf gegen das Vergessen“.