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Schnupfen, Husten, Halsweh, Fieber: So helfen Sie Ihrem Kind

Acht- bis zwölfmal pro Jahr erkältet – das ist bei Kindern normal, weil das Immunsystem noch untrainiert ist. Hilfe bringen Hausmittel und sanfte Medizin.

Für Eltern ist es keineswegs banal, wenn sie alle paar Wochen ein fieberndes Kind zu Hause haben. Dennoch: Lautet die Diagnose des Kinderarztes „Banaler Infekt“, können Eltern ganz beruhigt sein, denn Schnupfen, Husten, Ohrenweh und Fieber bedrohen ein Kind nicht wirklich. Die Beschwerden zeigen nur, dass das Abwehrsystem noch übt.

Gerecht geht es dabei leider nicht zu. Während das eine Kind sehr anfällig ist, erscheint ein anderes ziemlich robust. Dahinter stecken keine elterlichen Versäumnisse bzw. Verdienste. Nach allem, was man heute weiß, ist die Neigung zu häufigen Infekten in der Kindheit genetisch bedingt.

Die Trainingsjahre des Immunsystems können ziemlich hart sein. Statistisch gesehen erleidet ein Kind bis zum Alter von 14 Jahren rund 60 Infekte, und ist damit bis zur Pubertät ungefähr 30 Monate lang krank. Starke Medikamente brauchen Kinder dennoch in der Regel fast nie.

Schnupfen: verstopfte Nase wegen geschwollener Schleimhäute

Die entzündete, geschwollene Nasenschleimhaut ist das häufigste Erkältungssymptom. Je kleiner ein Kind ist, desto mehr leidet es darunter, keine Luft durch die Nase zu bekommen. Mit dem Sekretsauger kann man versuchen, angesammelten Schleim zu entfernen und die Schleimhautschwellung mit ein paar Tropfen isotonischer Kochsalz- oder Meersalzlösung zu verringern.

Wenn sich das Kind zu sehr quält, sollte man nach Rücksprache mit dem Kinderarzt zumindest für die Nacht Nasentropfen mit gefäßzusammenziehenden Wirkstoffen geben. Sie sorgen nicht nur für eine „freie“ Nase, sondern auch für eine gute Belüftung der Rachen-Ohr-Verbindung. Mittlerweile gibt es auch Kombinationspräparate, die neben den abschwellenden Wirkstoffen das feuchtigkeitsspendende Dexpanthenol enthalten (steckt auch in vielen Baby- und Hautcremes). Die Beschwerden sollen dadurch wesentlich schneller abklingen. Offenbar kann sich die feucht gehaltene Schleimhaut rascher regenerieren.

Homöopathen geben bei Schnupfen zum Beispiel Allium cepa (Leitsymptom: wässriges Sekret), Dulcamara (Leitsymptom: dickes, gelbes Sekret), Sambucus (Leitsymptom: verstopfte Nase vor allem bei Säuglingen), Lycopodium (Leitsymptom: gelbgrüner, zäher Schleim).

Halsschmerzen: Viren belagern den Rachen

Belagern die Viren den Rachenbereich, tut jeder Schluck weh. Wenn ein Kind schon gurgeln kann, hilft Kamillen- oder Salbeitee oder eine Lösung von 1 EL Meersalz auf 1 l Wasser. Mindestens stündlich gurgeln. Hilfreich ist auch diese Mundspülung – für den, der es mag: Den Saft einer großen unbehandelten Zitrone vermischt man mit 3 EL Olivenöl und 3 gepressten Knoblauchzehen und lässt das Kind dreimal täglich mit 1 TL dieser Mischung den Mund gründlich ausspülen.

Hat das Kind ein großes Bedürfnis nach Ruhe, bietet sich die Gelegenheit für einen Wickel. Dem Kind wird ein mit Quark bestrichenes Leinentuch um den Hals gelegt. Darüber werden noch ein Baumwoll- und schließlich ein Wolltuch geschlungen. Der Wickel sollte möglichst mehrere Stunden liegen.

Gegen sehr starke Halsschmerzen gibt es Gurgellösungen mit schmerzstillenden Wirkstoffen. Aus der Homöopathie bieten sich an: Aconitum (Leitsymptom: Durst auf kaltes Wasser), Belladonna (Leitsymptom: wenig Durst) und Apis (Leitsymptom: „dicker“ Hals).

Manche Kinder haben eine Veranlagung zu starkem Husten

Normalerweise fängt ein Infekt in den oberen Atemwegen mit Halsschmerzen und Schnupfen an. Bekommt ein Kind „regelmäßig“ Husten dazu, kann es durchaus eine gewisse Veranlagung dazu haben – auch ohne eine Allergie. Ein bewährtes Hausmittel gegen Husten sind warme Brustwickel, beispielsweise mit Quark (Zimmertemperatur), gekochten Kartoffeln oder Thymian-Aufguss.

Besserung bringen auch Tees. Es gibt etliche rezeptfreie Fertigtees. Der Apotheker bereitet aber auch gerne spezielle Teemischungen mit Süßholzwurzel, Anisfrüchten, Malve, Eibisch und anderen Kräutern zu, und richtet sich dabei danach, ob der Husten trocken ist oder ob Schleim abgehustet werden muss. Macht zäher Schleim das Abhusten schwer, helfen auch Medikamente mit schleimverdünnenden Wirkstoffen.

Wenn das Kind nachts gar nicht zur Ruhe kommt, kann man den Kinderarzt nach einem stärkeren Medikament für die Nacht fragen, damit das Kind wenigstens eine Nacht durchschlafen kann.

Unterstützend kann man das homöopathische Mittel Hepar sulfuris (Leitsymptome: starkes Frieren, allgemeine Überempfindlichkeit), Antimonium tartaricum (Leitsymptom: „rasselnder“ Husten) oder Pulsatilla (Leitsymptom: Verschlimmerung des Hustens in der Wärme) geben.

Ohrenschmerzen: Es muss nicht immer gleich eine Mittelohrentzündung sein

Auch eine Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell kann ziemliche Schmerzen bereiten. Das A und O bei Ohrenschmerzen: dafür sorgen, dass die Nasenschleimhaut abschwillt, damit das Mittelohr gut belüftet wird. Fast ein Wundermittel bei Ohrenschmerzen ist das Zwiebelsäckchen. Dazu wird eine Zwiebel klein geschnitten und in ein Stofftaschentuch zu einem Säckchen gebunden. Dieses Säckchen auf das kranke Ohr legen und eine Mütze überziehen, damit das Päckchen an Ort und Stelle bleibt. Nun sollte sich das Kind mit dem kranken Ohr auf eine Wärmeflasche legen. Bis zu einer Stunde liegen lassen. Anhaltende Ohrenschmerzen sollte immer ein Kinderarzt beurteilen.

Mit Fieber vertreibt der Körper die Erreger

Fieber ist eine natürliche und äußerst sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers, denn Krankheitserregern bekommen höhere Temperaturen sehr schlecht. Nur wenn das Fieber rasch auf über 39 °C steigt und das Kind sehr angeschlagen wirkt, sollte der Kinderarzt eingeschaltet werden. Er wird in den meisten Fällen fiebersenkende Mittel aufschreiben, gelegentlich auch zu Wadenwickeln raten.

Hierfür darf man nur Wasser verwenden, das zwei Grad weniger als die gemessene Körpertemperatur hat. Die Wickel sollten alle zehn Minuten erneuert werden. Nach drei Runden zeigt sich oft schon eine Fiebersenkung.

Wenn zum Fieber Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen kommen, geben viele Eltern Paracetamol-Zäpfchen. Es gibt auch eine homöopathische Alternative. Diese Zäpfchen, die Chamomilla, Belladonna, Dulcamara, Plantago major, Pulsatilla und Calcium carbonicum enthalten, sind in einer Studie mit Paracetamol-Präparaten verglichen worden und haben dabei eine ganz ähnliche Linderungsfähigkeit gezeigt. Manche Kinderärzte empfehlen, beide Zäpfchenarten zu kombinieren.

Weidenrindentee wirkt fiebersenkend und soll die Neigung zu Fieberkrämpfen vermindern: 1 TL in ¼ l kaltem Wasser einweichen und nach etwa 20 Minuten langsam zum Sieden bringen. Vom Herd nehmen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Das Kind kann 1-2 Tassen pro Tag davon trinken.