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Was gibt es da zu Lachen?

Lachen ist gesund, auch ohne Grund

Erst seit wenigen Jahrzehnten wird Lachen wissenschaftlich erforscht. Die Ergebnisse zeigen, dass Lachen äußerst positive Wirkungen auf Körper und Psyche hat.

Lachen gehört zu den ältesten nonverbalen Kommunikationsformen. In einem der entwicklungsgeschichtlich ältesten Teile des Gehirns, im limbischen System, liegt das Zentrum der Gefühle. Noch bevor die Menschen die Sprache erfanden, kommunizierten sie mit Gesten, Mimik und Geräuschen. Lachen ist ein Ausdruck der Zuneigung, des Wohlwollens. Die Stimmmelodie und der Sprachrhythmus ändern sich bei Lachen und Lächeln ebenso wie die Muskelspannung im Gesicht. Das läuft weitgehend unbewusst ab, so dass ein gespieltes Lachen auch instinktiv vom Gegenüber als unecht wahrgenommen wird.

Kein Grund zu Lachen

Kinder lachen bis zu 400mal am Tag, Erwachsene im Durchschnitt nur 15mal, knappe 6 Minuten. Sicher, im stressigen Alltag eines Erwachsenen gibt oft keinen Anlass zum Lachen, aber es geht auch ohne Grund. Denn so wie die Psyche den Körper beeinflusst, wirkt umgekehrt auch der Körper auf das Gemüt, positiv oder negativ. Was der Körper dem Geist vorspielt, wird zum echten Gefühl. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte der indische Arzt Madan Kataria das Hasya (Lachen ohne Grund)- oder Lach-Yoga. Es ist eine für Jeden praktizierbare Form des Yoga und kombiniert Atemübungen, Lauten und Körperbewegungen.

Lachen ernst genommen

Lachen ist die beste Medizin, besagt eine alte Redewendung. Wie wahr der Spruch ist, beweisen die Ergebnisse der Gelotologie, der Lachforschung. Die relativ junge Wissenschaft befasst sich seit den 60ern mit der Erforschung des Lachens. Spektakuläre Heilungserfolge wie die des Journalisten Norman Cousins, der seine chronische Rückenentzündung mit einer selbst entworfenen Lachtherapie kurierte, rückten das Lachen als seriösen Forschungsgegenstand ins Interesse der Wissenschaft. Einer der Pioniere der Gelotologie ist der Stanford Professor Willliam Fry. Seine Forschungen und Experimente wiesen zahlreiche körperliche Wirkungen des Lachens nach.

Was Lachen im Körper bewirkt

Lachen verringert Stress, indem es den Kortison- und Adrenalinspiegel absenkt. Schmerz wird durch Ausschüttung von Endorphinen vermindert und die Muskeln gelockert.

Das Immunsystem wird durch erhöhte Produktion von T-Lymphozyten und T-Helferzellen gestärkt, Entzündungen eingedämmt. Der Sauerstoffaustausch wird durch tiefere Atmung erhöht und damit auch die körpereigene Verbrennung. Das Herz-Kreislaufsystem wird angeregt, der Blutdruck sinkt langfristig, Glückshormone werden ausgeschüttet… Die zahlreichen positiven körperlichen Effekte des Lachens beeinflussen natürlich auch die Psyche positiv. Wer lacht, kann sich nicht gleichzeitig auf Schmerzen oder Ängste konzentrieren, sie werden kurzfristig vergessen und langfristig weniger bedeutungsschwer.

Positive Wirkung zeigt allerdings nur das Lachen, das nicht gegen andere gerichtet ist oder gegen den eigenen Willen erzwungen wird.

Die Lachtherapie hat zahlreiche Einsatzgebiete, in der Altenpflege, in der Psychotherapie und in Krankenhäusern, besonders in der Krebsabteilung. Ein bekannter Vorreiter war der Arzt Patch Adams (verfilmt mit Robin Williams), der in der Psychiatrie mit Kindern und Jugendlichen arbeitete und sich dabei als Clown verkleidete. Der Verein HumorCare engagiert sich für die „wissenschaftlich fundierte Anwendung von Humor in klinischen, psychosozialen, pädagogischen und beratenden Berufen.“

Lachen in der Psychotherapie

In der Psychotherapie arbeitet die provokative Therapie mit dem Lachen. Entwickelt wurde sie von Frank Farrelly. Der Therapeut spiegelt die Aussagen des Patienten in übertriebener Form und löst dadurch emotionale Reaktionen aus. Der Patient beteiligt sich aktiv am Therapieprozess, statt sich passiv analysieren zu lassen.

Lachen für eine bessere Welt

1995 gründete Dr. Kataria den ersten Lachclub in Mumbai, inzwischen gibt es sie weltweit. Neben dem Wunsch, das eigene Leben aufzuheitern steht auch der Gedanke, dass positive Energie freigesetzt wird. Deshalb wurde der erste Sonntag im Mai zum Weltlachtag ausgerufen. Auf öffentlichen Plätzen kommen Menschen zusammen, um miteinander zu lachen. Eine gute Gelegenheit, Lachen ohne Grund mal auszuprobieren!