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Wie funktioniert Biofeedback?

Biofeedback

Biofeedbacktraining bei Bluthochdruck. Mit Biofeedback gelingt es Körperreaktionen zu beeinflussen, die normalerweise nicht unserer willentlichen Kontrolle unterliegen, so auch den Blutdruck.  Biofeedback ist eine noch relativ neue Technik, die uns helfen kann, Selbstregulation und Selbstkontrolle über unseren Körper zu erlangen.

So funktioniert Biofeedback?

„Auf dem Computerbildschirm lässt sich erkennen, wie schnell der Körper auf äußere und innere Reize reagiert“, erklärt Mag. Ingrid Pirker-Binder vom Institut für Biofeedback & Stresstherapie & Coaching (BiCo) in Wien die Methode. Durch ein gezieltes Training sei es möglich, eine Kontrolle über den Hautleitwert (meldet die Aktivität des sympathischen Nervensystems – innere Balance), Pulsfrequenz, Pulsamplitude (Flexibilität und Reaktivität des Gefäßsystems), Atmung, Fingertemperatur und Muskelspannung zu erreichen – erklärt die Expertin.

Mit Biofeedback-Training das innere Gleichgewicht wieder erlangen

Dazu muss man wissen: In unserem Organismus regeln zwei große Systeme die so genannte Homöostase, das innere Gleichgewicht:

  • das sympathische System – zuständig für die Aktivierung; und
  • das parasympathische System – zuständig für die Erholung und Regeneration.

Ruhefunktion des Körpers, Herz-Kreislauf-System

Der Vagus ist Teil des parasympathischen Systems, das für die Ruhefunktion des Körpers zuständig ist und im Besonderen für das Herz-Kreislauf-System. Er gilt auch als Balance zwischen Seele und Körper.

Chronischer Stress, Herzprobleme und Biofeedback-Training

Eine Blockade oder Abschwächung der Vagustätigkeit ist zum Beispiel zu 80 Prozent an einem Herzanfall beteiligt. „Das Anfallsende ist durch einen Wiederanstieg der Vagustätigkeit gekennzeichnet“, erläutert Stress- & Biofeedback-Expertin Pirker-Binder die spannenden Hintergründe. „Die Vagustätigkeit in den ersten zwei Wochen nach einem Infarkt gibt uns Aufschluss darüber, wie groß die Überlebenschancen des Betroffenen sind. Chronischer Stress, Ärger, unterdrückte Emotionen und große seelische Belastungen können den Vagus schwächen und die Tendenz, einen Herzanfall zu erleiden, verstärken.“ Biofeedbacktraining kann in solchen Fällen helfen.

Die Zusammenhänge Biofeedback und Herzratenvariabilität

Die Herzratenvariabilität (HRV) gibt beim Biofeedback an, wie flexibel der Organismus auf Belastungen reagiert. Je besser sich der Körper an die täglichen Herausforderungen, Belastungen und Stress anpasst, desto größer ist der Gleichklang der im Körper erzeugten Schwingungen (Herz, Emotionalität, Atmung).

Reduktion der schädlichen Überaktivierung des Körpers

„Dabei ist die Stärkung des Vagus und die Reduktion der schädlichen Überaktivierung des Körpers der Schwerpunkt im Rahmen der Biofeedback-Therapie“, hebt Expertin Pirker-Binder hervor. „Biofeedback ist nebenwirkungsfrei und einfach zu erlernen. Einmal erlernte Techniken bleiben bestehen.“

Biofeedback- und Stresstherapie in der Praxis

Wie gestaltet sich ein Biofeedback-Training? Es kann unter anderem folgende Methoden umfassen:

  • einen Regenerationstest;
  • ein Atem-Spezialtraining;
  • Muskelspannung – Wahrnehmung und Reduktion;
  • ein Handerwärmungstraining;
  • Techniken zur Regeneration und Tiefenentspannung;
  • ein Trainingsgerät für unterwegs oder zuhause.