X

10 Ernährungsmythen

Ratschläge zum Essverhalten bei gewünschter Gewichtsreduzierung. Es gibt viele Mythen, die sich um das Thema Ernährung und Gewichtsabnahme ranken. Doch stimmen diese auch alle? 10 Ratschläge zum Essverhalten.

Viele Menschen haben bereits erfolglos Diäten ausprobiert, gehungert oder gefastet – ohne Erfolg oder sogar mit dem manchmal daraus resultierenden JOJO-Effekt. Doch richtiges Ernährungsverhalten kann ganz leicht fallen, wenn man die folgenden Ratschläge beachtet, die sich mit den gängigsten Mythen rund um das Thema Essverhalten beschäftigen.

1. Light Produkte

Light Produkte sind noch lange keine „leichten Produkte“. Der Begriff „light“ bezieht sich in den meisten Fällen nicht auf die Kalorien- bzw. Fettzufuhr. Produkte, welche als fettarm beschrieben werden, enthalten oft sogar mehr Zucker bzw. Kohlenhydrate. Die Industrie schlägt zum Beispiel Joghurts mit Luft auf und reduziert damit die Menge des Inhalts, allerdings nicht die Menge an Fett und Kohlenhydraten. Light Produkte mit Zuckeraustauschstoffen (z.B. Isomalt oder Maltit) wiederum regen die Bauchspeicheldrüse an, es entsteht Heißhunger.

2. Zuckerersatz: Honig

Oft wird zum Süßen von Produkten das Naturprodukt Honig empfohlen. Allerdings ist dies inzwischen umstritten. Denn Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker und nur zu 20 Prozent aus Wasser. Des Weiteren hält er sich wesentlich länger an den Zähnen und stellt demnach ein erhöhtes Kariesrisiko dar. Es ist also egal, ob man Zucker oder Honig zum Süßen verwendet, über die Dosis sollte man sich Gedanken machen.

3. Kein Essen nach 18 Uhr

Es ist nicht bewiesen, dass eine Essensaufnahme nach 18 Uhr dick macht. Alleinig die Gesamtzufuhr der täglich zu sich genommenen Kalorien bestimmt eine Abnahme oder Zunahme des Gewichts, die Uhrzeit spielt dabei keine Rolle. Allerdings sollte man etwa 3 Stunden vor dem Zu-Bett-gehen nichts mehr essen, da der körperliche Stoffwechsel etwa solange benötigt, um das Essen zu verdauen.

4. Der Mythos von den Zitrusfrüchten als Hauptlieferanten von Vitamin C

Lange wurde beschrieben, dass sich in Zitronen, Limonen, Orangen, Mandarinen und Pampelmusen das meiste Vitamin C befindet. Leider stimmt das nicht! Roter Paprika hat dreimal soviel Vitamin C und die schwarze Johannisbeere sogar annähernd viermal soviel Vitamin C.

Des Weiteren trinkt man heiße Zitrone bei Erkältungsanzeichen. Doch es wird dabei nicht bedacht, dass das Vitamin C durch die Zugabe des kochenden Wassers zerstört wird.

5. Fettzufuhr

Der menschliche Körper benötigt Fett. Fett liefert Fettsäuren und fettlösliche Vitamine, die lebenswichtig sind. Aber manchmal ist weniger mehr, denn der Körper kann nur dann abnehmen, wenn weniger Energie aufgenommen als verbraucht wird.

Ernährungsexperten raten deswegen einen täglichen Verbrauch von:

  • 30 Prozent Fett
  • 10-15 Prozent Eiweiß (u.a. Fleisch)
  • 55-60 Prozent Kohlenhydrate (u.a. Getreide, Zucker)

Also, am besten an die 30 Prozent-Empfehlung der täglichen Fettzufuhr halten, dann passiert nichts!

6. Ein Schnäpschen in Ehren…

Oft wird nach einem fettreichen Essen ein Schnaps zur Verdauung gereicht. Dies ist jedoch wenig hilfreich, denn der Schnaps regt nicht die Verdauung an, sondern betäubt lediglich das unangenehme Völlegefühl im Magen. Alkohol gehört außerdem zu den kalorienreichsten Lebensmitteln überhaupt und sollte im Rahmen einer Gewichtsreduzierung völlig gemieden werden.

7. Ananas-Enzym spaltet Fett und macht schlank

Dies ist nur ein Gerücht. Ananas,- Papaya und Kiwi enthalten zwar ein fettspaltendes Enzym, diese Eiweißverbindung wird allerdings durch die Magensäure zerstört und kommt nicht in den Fettschichten an. Allerdings sind Früchte und Gemüse sehr gesund und sollten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung mindestens fünfmal täglich in kleinen Portionen gegessen werden.

8. Vor dem Essen eiskaltes Mineralwasser trinken

Vor dem Essen sollte man sehr kaltes Wasser trinken, allerdings nicht, wenn es dabei gesundheitliche Bedenken gibt. Um das Wasser zu erwärmen, benötigt der Körper Energie. Allerdings hält sich der Kalorienverlust in Grenzen und entspricht mit seinen 35 kcal lediglich einem Stückchen Würfelzucker.

9. Traubenzucker

Früher wurde Traubenzucker aus Trauben hergestellt, mittlerweile geschieht dies aber industriell und er besteht aus Mais- oder Kartoffelstärke. Traubenzucker ist folglich genauso gut oder schlecht wie der weiße Haushaltszucker.

Quelle: Jochen Lehmann: Kohlenhydrate. Chemie und Biologie. 2. neu bearb. und erw. Aufl., Thieme, Stuttgart; New York 1996

10. Flüssigkeitszufuhr

Der menschliche Körper benötigt mindestens 1 1/2 Liter Flüssigkeit am Tag. Sollte mehr getrunken werden, schadet es dem Körper nicht. Im Rahmen einer Gewichtsreduzierung sollte allerdings auf zuckerhaltige Limonaden und Fruchtsäfte verzichtet werden. Mineralwasser, Tee und Kaffee sind kalorienarm und unterstützen die Entschlackung des Körpers. Spezielle Teesorten wie Mate oder Brennnesseltee unterdrücken den Hunger und durchspülen die Nieren sehr gut.