Aktienhandel – Spekulation auf die Zukunft

Wer eine Aktie ersteht, wird mit diesem Teilhaberpapier zum Miteigentümer des Unternehmens mit einem begrenzten unternehmerischen Risiko. Neuemissionen genau unter die Lupe nehmen.

Ein Aktionär ist an Gewinn und Verlust der Aktiengesellschaft beteiligt. Damit stellt eine Aktie einen Sachwert wie eine Immobilie dar. In den Aktienkursen spiegeln sich die Erwartungen der Käufer und Verkäufer wider. Die Anleger stellen Vermutungen über die Zukunft der Aktiengesellschaft an. Zudem wirken in alle Aktienkurse die allgemeinen Tendenzen des Kapitalmarktes, die interessante Gewinne bedeuten können, aber auch ein nicht unerhebliches Risiko bergen.

Recht auf Mitsprache

Stammaktien, die in Deutschland gebräuchlichste Aktienform, garantieren dem Aktionär das Recht auf der jährlichen Hauptversammlung des Unternehmens, dem Eigentümertreffen, bei wichtigen Entscheidungen des Unternehmens mit abzustimmen. Aktionäre haben zudem Anspruch auf Beteiligung am Gewinn. Der Ertrag oder die Performance setzt sich bei Aktien aus Kursgewinnen und Dividenden zusammen. Letztere ist die einmal jährlich ausgezahlte Gewinnausschüttung.

Ausgewählte Titel lange halten

Üblicherweise werden Aktien attraktiv, wenn die Zinsen niedrig stehen. Fallen die Zinsen, wird die Anlage in Rentenpapiere unattraktiv, gleichzeitig werden Aktien interessanter. Ein Ende der momentan niedrigen Zinsen ist nicht in Sicht. Eine Börsenregel sollten Anleger beachten: die Aktienanlage langfristig planen. Mindestens fünf Jahre, besser zehn oder mehr Jahre lang sollte ein Engagement bestehen. Dann braucht man sich um Kursschwankungen, die sogenannte Volatilität, keine Gedanken machen, sind auch kleinere und mittlere Crashs wieder ausgeglichen.

Gut informieren

Die Anlage an der Börse setzt Wissen voraus. Deswegen ist die Grundvoraussetzung für die Kapitalanlage an der Börse: gut informiert sein. Beispielsweise über die Aktiengesellschaften. Hierbei sind sicher die Standardaktien der DAX-Werte, meist namhafte Konzerne mit Milliardenumsätzen, empfehlenswert, aber auch solide Werte der zweiten oder dritten Reihe. Sinnvoll ist die Investition in Aktien mit guten Dividenden und akzeptablen Kurssteigerungen. Einige Branchen, wie die der Energieversorger, gelten als sichere Langfristanlagen.

Neuemissionen sind beim Börsengang nicht immer Volltreffer

Das Hauptmotiv für eine Aktiengesellschaft an den Kapitalmarkt zu gehen, für ein Going Publik oder Börsengang, ist, die Eigenkapitalbasis zur Investition und Expanion zu verstärken. Auch das Sichern der Unternehmernachfolge oder Trennen von einer Muttergesellschaft spielen eine Rolle bei der Entscheidung. ,,Der Gang an die Börse“, so Rüdiger von Rosen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktien Institutes (DAI), „wird immer stärker als hervorragendes Instrument zur Lösung vieler betrieblicher Probleme erkannt – von der Beschaffung weiteren Wagniskapitals bis hin zur Sicherung der unternehmerischen Führung beim Ausscheiden des Unternehmensgründers.“ Positiver Nebeneffekt eines Going Public ist für die Unternehmen vor allem die Steigerung ihres Bekanntheitsgrades sowie eine erleichterte Akquisition qualifizierter Arbeitskräfte.

Statt blindem Jagen besser informieren

Aktuell gibt es wieder vereinzelte Neuemissionen. Es gab eine Zeit, da diese auf einer beispiellosen Welle der Popularität schwammen, damals getragen durch eine gute Börsenkonjunktur und zahlreiche erfolgreiche Aktienplatzierungen – die Aktien wurden den Emittenten praktisch aus den Händen gerissen. Hundertfache Überzeichnungen und stark steigende Kurse bei Neuemissionen waren Ausdruck dieser Euphorie. Doch nicht alle Neuemissionen sind Volltreffer, nicht alle Hoffnungen werden erfüllt.

Wer sich für neue Aktien interessiert, also Neuemissionen zeichnen will, kann sich bei einer Bank eintragen lassen. Am aussichtsreichsten ist dies beim sogenannten Konsortialführer. Das ist die Bank, die die entsprechende Neuemission an die Börse bringt. Wer ein sicheres und langfristiges Engagement sucht, somit also für seine Kapitalbildung oder gar Altersvorsorge arbeiten will, sollte sich über das entsprechende Unternehmen und seine Absichten informieren. Man sollte Marktposition, die zukünftige Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategie, die Zukunftsaussichten der Branche einschätzen können. Da hilft nur die richtige Auswahl: solide Werte, die gute Dividenden und akzeptable Kurssteigerungen versprechen.

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