Ökologische Investmentfonds – für jeden etwas

Die ersten Umweltfonds, aufgelegt in den 80er Jahren, konnte nur wenige Anleger überzeugen. Noch 1998 hatten die Deutschen erst 600 Millionen Mark hier investiert. Ethisch orientierte Fonds.

1999 und 2000 kamen zunächst fünf, dann vier weitere neue Ökofonds hinzu. Ende 2000 übersprang dann das Volumen von Umweltfonds die Drei-Milliarden-Mark-Marke. Trotz der Börsenflaute wuchs das Gesamtvolumen nach Untersuchungen des Branchendienstes Ecoreporter.de um 50 Prozent auf 2,41 Milliarden Euro.

Breite Auswahl an Ökofonds

Mittlerweile gibt es eine breite Auswahl an Ökofonds auf dem Markt. Neben einigen wenigen Renten- und Mischfonds sind es vor allem Aktienfonds, die sich hier anbieten. Die meisten haben sich dabei auf eine bestimmte Kategorie von Umwelt-Aktien festgelegt: beispielsweise Umwelttechnik, Pioniere oder so genannte Leader. Außerdem gibt es Ethikfonds, die vor allem soziale Aspekte in ihre Auswahl berücksichtigen. Die Auswahlverfahren der Fonds sind individuell. Fast alle Öko-Fonds arbeiten aber mit einer Liste von Ausschlusskriterien – den Negativkriterien. So nehmen sie also beispielsweise keine Aktien von Unternehmen aus bestimmten ökologisch bedenklichen Wirtschaftszweigen in ihr Portfolio auf. Daneben operieren die einzelnen Fonds zumeist mit Positivkriterien. Neben rein ökologischen Aspekten zählen oft auch soziale Aspekte. Nachzulesen sind die umfangreichen Kriterien im Verkaufsprospekt. Nehmen Sie dabei das Portfolio des jeweiligen Umweltfonds ganz genau unter die Lupe, denn viele Fonds sind so speziell, dass sie eigentlich Branchenfonds sind, die nur als Beimischung im Depot empfehlenswert sind.

Ökologische Passivfonds und grüne Indexzertifikate

Seit dem Frühjahr 2001 gibt es den ersten Fonds auf den NAI: Green Effects (WKN 580265) von Securvita Finanzdienstleistungen in Hamburg – eigentlich spezialisiert auf Krankenversicherungen. Die Anbindung an den NAI sorgt für Transparenz, sind doch die NAI-Kriterien und die Liste der aufgenommenen Werte öffentlich. Allerdings muss man einen Mindestbetrag von 5.000 Euro investieren, der Ausgabeaufschlag kostet übliche vier Prozent. Depotbank ist die irische Barings Bank. Dadurch ist kein Freistellungsauftrag nötig. Der Fonds wird nur freitags gehandelt, sodass man nur an diesem Tag kaufen und verkaufen kann. Kontakt per Telefon (0800/6007777), Geldtransfers per Überweisung. Den ökologischen Passivfonds sehr ähnlich sind ökologische Indexzertifikate, etwa das Dow Jones Sustainability World Index Zertifikat (WKN 825017) der HypoVereinsbank.

Umweltnutzen von Öko-Fonds

Aus Umweltsicht haben Öko-Fonds gegenüber Anlagen in Aktien oder Rentenpapiere Vorteile. Denn die Fonds beeinflussen den Aktienkurs. Auch die Anfragen von Öko-Fonds nach umweltbezogenen Daten zwingen die Unternehmen, sich mit den Umweltauswirkungen ihrer Aktivitäten verstärkt auseinander zu setzen. Als Großaktionäre können sie eine Reduzierung von UmweltbeIastungen erwirken. Schließlich schaffen Öko-Fonds Transparenz. Hier enthaltene Unternehmen tragen gewissermaßen ein Umweltlabel, das sie gegenüber der Konkurrenz auszeichnet. Und die Rechenschaftsberichte Auskunft geben Auskunft zu wirtschaftlichen und umweltbezogenen Aspekten der Fondstätigkeit. Damit gibt es Einblicke in die Umwelteffekte, die der jeweilige Fonds bringt.

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