Allergie gegen Farbstoffe in Lebensmitteln

Allergische Reaktionen im Alltag vermeiden. Viele unserer Lebensmittel sind heutzutage stark verarbeitet, mit Zusatzstoffen optimiert und enthalten zahllose, zum Teil unbekannte Zutaten – ein Risiko für Allergiker.

Das Zubereiten von Mahlzeiten beziehungsweise das Kochen für Allergiker ist nicht immer einfach. Insbesondere, wenn zahlreiche Allergien vorliegen, die Milch- und Getreideprodukte betreffen, ist die Auswahl geeigneter Lebensmittel oft stark eingeschränkt. Allergien auf Farbstoffe betreffen jedoch weitestgehend Fertigprodukte, Getränke, Eis, Desserts oder andere stark verarbeitete Lebensmittel.

Zusatzstoff Farbstoff

Ein Zusatzstoff ist eine Zutat im Lebensmittel, die bei der Herstellung verwendet wurde und die im fertigen Produkt noch unverändert oder verändert vorhanden ist. Ein Zusatzstoff unterscheidet sich von den übrigen Zutaten, da er dem Lebensmittel absichtlich zugefügt wurde, um eine technologische oder auch ernährungsphysiologische Wirkung zu erreichen.

Funktion von Lebensmittel-Farbstoffen

Zum Erzielen der oben genannten gewünschten Wirkungen werden Farbstoffe verwendet, um das Aussehen (die Farbe) des Lebensmittels zu intensivieren. Farbstoffe werden im Allgemeinen dazu genutzt, Lebensmittel entweder insgesamt (vollständig) oder nur deren Oberfläche zu färben. In den meisten Fällen soll ein Farbstoff die natürliche Farbe eines Lebensmittels wieder herstellen, welche es beim Kochen oder in anderen Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen verloren hat. Manchmal soll die jeweilige Farbe auch die zu erwartende Geschmacksrichtung signalisieren.

Kennzeichnung von Farbstoffen in Lebensmitteln

Bei den meisten Zusatzstoffen muss in der Zutatenliste der Klassenname (zum Beispiel: Farbstoff) angegeben werden. Dieser gibt Auskunft über die Aufgabe des Zusatzstoffes im Lebensmittel. Zusätzlich muss die genaue Bezeichnung des Zusatzstoffes (zum Beispiel: Chinolingelb) oder seine E-Nummer (zum Beispiel: E104) genannt werden.

Färbende Pflanzen- und Fruchtsäfte wie Karotten- oder Rote-Bete-Saft gelten nicht als Zusatzstoffe, sondern als „färbende Lebensmittel“. Trotz ihrer färbenden Wirkung gelten zum Beispiel Paprika, Kurkuma und Safran als Lebensmittel, die aus geschmacklichen Gründen zugesetzt werden. Erst, wenn das Lebensmittel nur mit dem färbenden Anteil angereichert wird, gelten sie als Zusatzstoffe.

Farbstoff-Allergie

Farbstoffe gehören zu den bekanntesten Auslösern einer Pseudoallergie. Hierbei handelt es sich im Gegensatz zur klassischen allergischen Sofortreaktion um Allergie-ähnliche Symptome, die zumeist in Abhängigkeit von der aufgenommenen Menge auftreten. Zudem sind keine IgE-Antikörper wie bei der echten Allergie nachweisbar, was die Diagnostik erschwert.

Farbstoffe : E100 – E180

Bei den Farbstoffen unterscheidet man unter anderem zwischen:

  • Naturfarbstoffen
  • synthetischen Farbstoffen
  • naturidentisch hergestellten Farbstoffen
  • Metallpigmenten und anderen.

Die synthetisch hergestellten Azofarbstoffe Tartrazin (E102), Azorubin (E122) und Amaranth (E123) lösen beispielsweise gelegentlich bis häufig pseudoallergische Reaktionen aus. Bei den Farbstoffen Cochenillerot (E120), Erythosin (E127) und Indigotin E132) wurde bereits von Allergien berichtet. Grundsätzlich ist jedoch jeder Stoff in der Lage, eine allergische oder pseudoallergische Reaktion auszulösen.

Lebensmittel, die Farbstoffe enthalten können

Die meisten Farbstoffe sind nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen und viele Lebensmittel dürfen gar nicht gefärbt werden. Folgenden Lebensmitteln dürfen laut Zusatzstoff-Zulassungsverordnung auch künstliche Farbstoffe zugesetzt werden:

  • Erfrischungsgetränke, Mixgetränke
  • Obstkonserven, Konfitüre und ähnliche
  • Süßwaren, essbare Dekorationen, kandierte Früchte
  • Desserts, Speiseeis
  • Backwaren, Füllungen und Überzüge
  • Spirituosen, Aperitifweine, Obstweine
  • Butter, Margarine, Halbfettmargarine
  • verschiedene Käse- und Wurstsorten
  • Seelachs, Räucherfisch,
  • Würzmittel, Senf, Soßen.

Tipps für Farbstoff-Allergiker

Auf den Verpackungen von Lebensmitteln verraten Etikett und Zutatenliste weitgehend die enthaltenen Stoffe. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, die nicht deklariert werden müssen, weshalb insbesondere bei Fertigprodukten, Zuckerwaren und Bonbons sowie anderen stark verarbeiteten Lebensmitteln Vorsicht geboten ist.

Schwierig ist es jedoch beim Essen außer Haus. Hier sind Sie auf die Auskünfte des Personals beziehungsweise desjenigen angewiesen, der die Speisen zubereitet. Sollten Sie einmal nicht sicher sein, ob und welche Farbstoffe enthalten sind, weichen Sie nach Möglichkeit auf andere Lebensmittel aus.

Besonders Kinder können die Gesundheitsgefahren, die von einzelnen Lebensmitteln ausgehen, oft nicht richtig einschätzen. Bei Festen und Feiern sollten sie soweit wie möglich selbst entscheiden, was sie essen. Dennoch benötigen sie die Unterstützung derer, die die genauen Inhaltsstoffe kennen.

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