Allergien: Alternative Therapieformen

Zur Behandlung allergischer Erkrankungen werden nicht nur klassische schulmedizinische Therapien, sondern zunehmend auch alternative Therapien eingesetzt.

Neben der vollwertigen Ernährung werden auch verschiedene Ernährungskuren wie zum Beispiel das Heilfasten, die klassische Molketrinkkur, die Pflanzensaft-Kur, die vegetabile Vollrohkost, die F.X. Mayr-Kur und die Schroth-Kur zu den Maßnahmen der Ernährungstherapie gezählt. Auf der anderen Seite existieren verschiedene Konzepte, die stark von der Grundidee der Vollwerternährung abweichen und dennoch einen hohen Stellenwert als alternative Ernährungstherapien besitzen.

Ayurveda gegen ein gestörtes Immunsystem

Ayurveda versteht sich als die Wissenschaft und die Kunst vom Leben. Diese Lehre sieht den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Im Idealzustand sind diese drei Bereiche in vollkommener Harmonie. Störungen des Körpers bedeuten, dass der Mensch nicht im Einklang ist. Diese Harmonie zu erhalten oder wiederherzustellen, ist das Ziel von Ayurveda.

Nach der ayurvedischen Philosophie spiegelt sich im Menschen seine gesamte Umwelt wider. Auch werden äußere Faktoren wie Klima, Jahreszeiten, Umweltbedingungen und Ernährung einbezogen. Ayurveda ist so ausgelegt, nicht nur Kranke zu heilen, sondern vielmehr Gesunden dazu zu verhelfen, ihre Gesundheit aufrechtzuerhalten. Alle Vorgänge im menschlichen Körper werden mit Hilfe der drei Dosha (Vata, Pitta und Kapha) erklärt. Diese sind eine Widerspiegelung kosmischer Kräfte im Menschen. Diese drei grundlegenden Energien bestimmen und regeln alle biologischen und chemischen Vorgänge des Körpers sowie die geistigen Vorgänge und das Bewusstsein. Durch Fragen, Riechen, Hören und Tasten, Pulsdiagnose und andere Diagnoseverfahren findet der Heilkundler heraus, welches Dosha krankhaft dominiert oder geschwächt ist. Um die Doshas wieder in ihr Gleichgewicht zurückzuführen, werden verschiedene Methoden eingesetzt, zum Beispiel

  • Fasten,
  • Massagen,
  • Dampfbäder,
  • Heilpflanzen,
  • spezielle Arzneien,
  • Meditation,
  • Farb-,
  • Aroma- und
  • Musiktherapie.

Aus ayurvedischer Sicht ist die richtige Ernährung die Basis für die Gesundheit. Besondere Bedeutung hat dabei die Verdaulichkeit der Lebensmittel und ihre Verwertbarkeit für den Körper. Ayurveda geht davon aus, dass der Körper durch Vorlieben und Abneigungen signalisiert, was er braucht. Die Kraft der Heilpflanzen hilft dabei, diese Giftstoffe abzubauen und die Harmonie im Körper wiederherzustellen. Hierdurch wird auch indirekt das Immunsystem angeregt und gestärkt, und der Körper insgesamt wird widerstandsfähiger.

Die ayurvedische Medizin stellt sich vor, dass es notwendig ist, das Blut von Zeit zu Zeit zu reinigen. Wichtig erscheint das, weil das Blut mit allen Zellen des Körpers in ständiger Verbindung ist. Für die Blutreinigung stehen Blutreinigungstees zur Verfügung, die entschlackend und entgiftend wirken und das Immunsystem stärken. Neben den Tees werden auch Säfte aus Wildgemüsen und Salate verwendet.

Orthomolekulare Therapie zur Unterstützung der Abwehrkräfte

Zur Erzielung einer therapeutischen Wirkung werden in der orthomolekularen Medizin Nährstoffe in sehr hohen Dosen eingesetzt. Diese Therapieform geht auf den Nobelpreisträger Linus Pauling zurück und verbindet im wesentlichen die vollwertige Ernährung mit der Gabe von Nährstoffsupplementen. Dies soll nach Linus Pauling (1976) zur „Erhaltung guter Gesundheit und Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorkommen und für die Gesundheit erforderlich sind“, beitragen. Zu solchen Substanzen gehören zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe und andere Nahrungsergänzungsmittel. Da deren therapeutische Anwendung in der Orthomolekularmedizin in weit höheren Dosen erfolgt, als zur Bedarfsdeckung empfohlen wird, ist diese Therapieform relativ umstritten.

Ausgehend von einem Ungleichgewicht an Nährstoffen nicht zuletzt durch falsche Ernährung, Umweltchemikalien und Mehrbedarf aufgrund von Zigaretten-, Alkohol- und Medikamentenkonsum soll der sich daraus ergebene Vitaminmangel ausgeglichen werden. Auf diese Weise sollen Symptome wie

  • eine verminderte Leistungsfähigkeit,
  • die Anfälligkeit für Infekte aber auch
  • allergische Erkrankungen

behandelt werden. Als nahezu nebenwirkungsfreie Therapiemaßnahme wird die orthomolekulare Medizin als Alternative zu den meist nur symptomunterdrückenden synthetischen Pharmaka angesehen.

Phytotherapie nutzt die Heilkraft der Pflanzen

Die Ernährungstherapie kann in vielen Fällen auch durch eine Phytotherapie ergänzt werden und so deren Wirkung verstärken. Viele Kräuter und Heilpflanzen wurden schon von Hippokrates als natürliche Arzneimittel bezeichnet. Auch in der antiken Medizin der Griechen und Römer hatten Heilkräuter und Heilpflanzen eine besondere Bedeutung. Hauptsächlich wurden die Ernährungs- und Phytotherapie in Kombination mit dem Heilfasten sowie der Molketrinkkur eingesetzt.

Neben speziellen Wirkungen auf Funktionen und Organe des Menschen beeinflusst die Phytotherapie den Organismus aber auch unspezifisch. Einfache Kräuter und Heilpflanzen wie zum Beispiel

  • Schnittlauch,
  • Petersilie,
  • Löwenzahn,
  • Brennnessel,
  • Brunnenkresse,
  • Knoblauch,
  • Zwiebel und
  • Meerrettich sowie
  • Gewürze

können phytotherapeutisch eingesetzt werden. In besonderem Maße eignen sich Frischpflanzensäfte sowie Kräutertees zur naturheilkundlichen Ernährungs- und Phytotherapie. Verschiedene Heilpflanzen wie Wilder Indigo (Baptisia tinctoria), Sonnenhut (Echinacea) und Lebensbaum (Thuja occidentalis) haben eine anregende und unterstützende Wirkung sowohl auf das unspezifische als auch auf das spezifische Immunsystem. Sie aktivieren die Granulozyten, die Makrophagen und die Natürlichen Killerzellen, verbessern die Phagozytose-Leistung (Fresstätigkeit der Zellen) und forcieren die Freisetzung von Botenstoffen des Immunsystems wie zum Beispiel Interleukinen und Tumor-Nekrose-Faktor(TNF)-α. Unter anderem wird auch die Aktivität der T-Lymphozyten positiv beeinflusst.

Traditionelle chinesische Medizin – ein ganzheitliches Konzept

Fernöstliche Heilweisen wie die traditionelle chinesische Medizin sind in ein ganzheitliches System eingebettet. Für viele Menschen stellt sie nicht nur eine positive Ergänzung zur westlichen Schulmedizin dar, sondern oft sogar die einzige Alternative. Die Verfahrensweisen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind das Resultat einer Jahrtausende alten Praxis, die von ständiger Erfahrung und Forschung begleitet wurde und wird.

Als ganzheitliche Behandlungsmethode kennt die TCM keine separate Behandlung von Körper, Geist und Seele. Das Besondere der chinesischen Heilkunst ist, dass Behandlungsweisen eingesetzt werden, deren Wirkungen mit westlichen Methoden wissenschaftlich nicht begründet werden können. Akupunktur, bestimmte Massageformen, gezielte Diäten, die Atemübungen Qi Gong, die Heilgymnastik Tai Chi Chuan und nicht zuletzt der ganzheitliche philosophische Ansatz machen die traditionelle chinesische Medizin zu einem wirkungsvollen und ganzheitlichen System, in dem Vorbeugung und Gesunderhaltung eine zentrale Rolle spielen.

Zur Stärkung der menschlichen Abwehrkräfte werden in der TCM unter anderem

  • Ginseng,
  • Knoblauch sowie
  • Aufgüsse aus Ingwer

empfohlen. Weiterhin soll die Süßholzwurzel bei allergischen Erkrankungen wirken.

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