Anthroposophische Medizin

Ein Überblick: Was sie ist. Was sie will. Was sie kann. Eine Einführung in die anthroposophische Medizin. Die Begriffe „Krankheit“ und „Gesundheit“ und ein Überblick über anthroposophische Arzneimittel.

Anthroposophische Medizin ist für viele Menschen etwas schwer Fassbares. Dabei lässt sie sich im Grunde ganz einfach charakterisieren: Sie ist eine integrative Medizin, die sich aus zwei Quellen speist: Zum einen aus der naturwissenschaftlichen konventionellen Medizin mit ihren Methoden und Ergebnissen und zum anderen aus geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen.

Dabei ist sie jedoch keine „Alternativmedizin“. Sie will die konventionelle Medizin ja nicht ersetzen. Im Gegenteil steht sie auf naturwissenschaftlicher Basis und geht dann aber noch einen Schritt weiter. Darüber hinaus erfasst sie den Menschen als Subjekt in seiner Gesamtpersönlichkeit und in seinen Lebensbesonderheiten nach menschenkundlichen Gesetzmäßigkeiten. Sie versucht also zusätzlich zu den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten einer Krankheit das Charakteristische des jeweiligen Menschen in das weitere Vorgehen einzubeziehen. Anthroposophische Medizin fragt nach den körperlichen, aber ebenso nach den psychischen und persönlichen Voraussetzungen, denen die krankmachenden Faktoren erst den Weg geebnet haben.

Krankheit und Gesundheit

Zeitlebens bewegt sich der Mensch zwischen Krankheit und Gesundheit. Die konventionelle Medizin beschäftigt sich einseitig nur mit Faktoren, die Krankheiten fördern oder erzeugen. Für anthroposophische Ärzte hingegen gehören Krankmachendes ebenso wie die Gesundheit Förderndes immer zusammen. Anthroposophische Ärzte unterstützen ihre Patienten. Sie stärken bei ihnen die Eigenverantwortung, anerkennen deren Mündigkeit und fördern das Recht auf Mitbestimmung bei der Wahl der Therapieeinrichtung. Darüber hinaus bestärken sie ihre Patienten, sich selbst gesund zu erhalten.

Anthroposophische Arzneimittel

Die medikamentöse Therapie richtet sich nach dem altbewährten Grundsatz: So wenig wie möglich und nur so lange wie nötig. In schweren akuten oder lebensbedrohlichen Krankheitssituationen kann auf allopathische Medikamente meist nicht verzichtet werden. Wenn es sich aber vermeiden lässt, wird versucht, mit homöopathischen Arzneimitteln die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und so den Körper anzuregen, das gestörte Gleichgewicht selbst wieder einzupendeln. Anthroposophische Ärzte achten dabei besonders darauf, welcher spezieller Anregungen der Organismus bedarf, um wieder gesund zu werden.

Notwendigkeit anthroposophischer Medizin

In einer Zeit, die immer mehr Eigenverantwortung und -initiative des Einzelnen im Gesundheitswesen anmahnt, ist eine Medizin, die diese Aufgabe ernst nimmt, eine gesellschaftliche Notwendigkeit. In einer Zeit, die trotz pluralistischer Gesellschaft verstärkt verallgemeinert, pauschaliert und normiert, ist mehr denn je eine Medizin gefordert, die ganzheitliche Angebote macht und die Individualität des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Eine Medizin, die Patienten in die Lage versetzt, selbst mit zu entscheiden, welches therapeutische Vorgehen ihnen entspricht, um die Krankheit zu überwinden und als Chance für die eigene Entwicklung zu verstehen. Gerade deshalb ist anthroposophische Medizin heute so notwendig und zeitgemäß.

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