Arnika / Arnica montana

Für Wundheilung, Hämatome, Prellungen und andere Sportverletzungen

Das Kraut wird nicht nur in der Phytotherapie angewendet. Auch die Homöopathie hat Arnica als Heilpflanze in Salben, Tabletten, Globuli und Tropfen aufgenommen.

Die aromatisch duftende, mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 cm. Der drüsenhaarige Stängel ist mit ein bis drei gegenständigen Laubblättern beblättert. Dies ist eine Ausnahme innerhalb der Korbblütengewächse. Die Grundblätter sind in Rosetten angeordnet und eiförmig bis lanzettlich und ganzrandig. Die Blätter sind vier- bis siebennervig und behaart. Die meist einzelstehenden, orange-gelben körbchenförmigen Blütenstände bekommen einen Durchmesser von etwa 4,5 bis 6 cm. Sie besitzen dottergelbe Röhrenblüten und vielnervige Zungenblüten.

Synonyme der Arnika

Bergwohlverleih, Wundkraut, Fallkraut, Kraftwurz, Engelkraut. Arnica flowers (engl.), Fleurs d’arnica (franz.)

Herkunft

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen, Pyrenäen bis zum Balkan sowie eine nördliche Verbreitung bis Südskandinavien und ins Baltikum. Die Blütezeit dauert in Mitteleuropa von Mai bis August. Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist Kalk meidend. Man findet sie auch in lichten Wäldern. Sie ist von der Tallage bis in Höhenlagen von 2.800 m anzutreffen.

Inhaltsstoffe und Wirkungen

Arnikablüten enthalten ätherisches Öl, Flavonoide und Sesquiterpenlactone, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Hierbei sind als Hauptwirkstoffe in veresterter Form insbesondere Helenalin- und Dihydrohelenalin -Ester bekannt. Pflanzen im mitteleuropäischen Gebieten enthalten mehr Helenaline, im spanischen Raum dominieren Dihydrohelenaline. Darüber hinaus wurden in Arnikablüten unter anderem noch Thymol (im Form von Estern und Ethern), Hydroxycumarine, Phenylacrylsäuren und immunstimulatorisch wirkende Polysaccharide identifiziert.

Helenalin- bzw. Diyhdrohelenalinester wirken antibakteriell und antiarthritisch. Diese können außerdem eine Entzündungsreaktion verringern. Zudem können die in Arnika enthaltenen Flavonoide und Triterpendiole – bei äußerer Anwendung – ebenfalls antiphlogistisch (entzündungshemmend) wirken. Wegen der Toxizität Helenalins bzw. des Diyhdrohelenalins sollten Tinkturen und Auszüge aus Arnikablüten nicht als Selbstmedikation innerlich angewendet werden. Arnikablüten im Tee können auch zu Vergiftungen führen. Überdies ist eine innere Anwendung wegen der geringen therapeutischen Breite nicht ratsam. Eine orale Applikation sollte abgelehnt werden. Bei der Maus als Modellorganismus ist bekannt, dass zu hohe Dosen an Dihydrohelenalin zum Herzstillstand führen. Helenaline können eine schädigende Wirkung auf das Herz haben. Bei äußerer Anwendung können allergische Reaktionen hervorgerufen werden (Juckreiz, Hautausschläge, Blasenbildung, allergisches Kontaktekzem, Kontaktdermatitis). Helenalin bzw. seine Ester wirken sensibilisierend und damit allergen. Das Laub kann aufgrund des Arnicin genannten Extrakts Hautreizungen hervorrufen.

Anwendung

Arnika ist ein vielseitiges Gewächs. Es wird angewendet als Wundheilmittel, Wundantiseptikum, Antiphlogistikum, Antirheumatikum, Antineuralgikum. Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen (Distorsionen (Verstauchung), Prellungen, Quetschungen, Hämatome, Frakturödeme), bei Phlebitis (Entzündung eines venösen Gefäßes) und Thrombosen, bei Arthralgien (Gelenkschmerzen) und rheumatischen Gelenkbeschwerden, bei Furunkulose und Entzündungen von Insektenstichen, bei Entzündungen der Schleimhäute, vor allem des Mundes.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern, wie zum Beispiel Arnika, Kamillenblüten, Ringelblumen oder Scharfgarbe ist Arnika zu vermeiden.

Bei der Anwendung von Zubereitungen aus Arnikablüten können Überempfindlichkeit (Allergien) in Form von schmerzhaften, juckenden und entzündlichen Hautveränderungen auftreten. Die Behandlung ist dann abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Homöopathie

Um die heilende Wirkung von Arnika trotz bestehender Überempfindlichkeit zu nutzen, ist es ratsam, Arnika als homöopathisches Mittel ab einer Potenz D12 / C24 anzuwenden. Ab dieser Potenz sind sämtliche allergieauslösenden Stoffe eliminiert.

Leitsymptome

  • Unruhiger, kräftig- muskulöser Mensch mit rotem Kopf und Bluthochdruck
  • Der Apoplex(plötzliche Durchblutungsstörung eines Organs oder einer Körperregion)-Gefährdete, Durchblutungsstörungen bedingt durch Gefäßablagerungen
  • Sprach- und Bewegungsstörungen infolge eines Schlaganfalls
  • Bei unfallbedingten Schreck- und Schockfolgen
  • Verharmlost seine Beschwerden, will bloß nicht darauf angesprochen werden
  • Verletzungen mit Hämatom- auch Venenentzündungen- durch Schlag, sSoß, Sturz. Die blaue Beule am Kopf
  • Hörschäden durch Knall oder anhaltenden Lärm
  • Nach einer zahnärztlichen Behandlung zur Blutstillung und Wundheilung
  • Durch Überanstrengung bedingter Muskelkater
  • Zur Heilung eines Muskelfaserrisses
  • Zur Abheilung von eitrigen Hautausschlägen

Bewährte Anwendungsgebiete

  • Nach zahnmedischem/kieferchirurgischem Eingriff
  • Gehörschäden, Tinnitus nach Knalltrauma
  • Hypertonie
  • Apoplexfolgen
  • Gefäßheilung nach einer Herzkatheter-Untersuchung
  • Nach einer Bypass-OP
  • Muskelkater, Muskelkrämpfe
  • Furunkel
  • Verletzungen, Wunden mit (großflächigem) Hämatom

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