Behandlungsmöglichkeiten bei Tinnitus: Klassisch und alternativ

Schulmedizin, Selbsthilfe oder naturheilkundliche Behandlung. Welche Möglichkeiten gibt es, gegen Tinnitus und Ohrgeräusche anzugehen? wie behandelt man Tinnitus?

Die Behandlung durch die Schulmedizin

Bei akutem Tinnitus wird in der Regel mit hochdosiertem Vitamin E, Magnesium, Glukokortikoiden (Cortison) und durchblutungsfördernden Präparaten gearbeitet. Je schneller die Symptome abklingen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie chronifizieren. Allerdings sind die Langzeiterfolge nicht wirklich zufrieden stellend – zwar bessern sich die Ohrgeräusche durch die Therapie, doch ist die Rückfallrate immer noch ziemlich hoch. Früher hat man bei schweren Formen von chronischem Tinnitus den Hörnerven (Nervus acusticus) durchtrennt. Von diesem Verfahren nimmt die Medizin mittlerweile Abstand, zumal das Ohrgeräusch nämlich nicht immer im Ohr, sondern oft im Gehirn selbst entsteht. Wird der Nervus acusticus durchtrennt, ist noch lange nicht garantiert, dass sich die ersehnte Ruhe endlich einstellt.

Selbsthilfe als Mittel der Wahl

Eine ursächliche Therapie, die quasi über Nacht das Ohrensausen verschwinden lassen kann und die Hörzellen regenerieren lässt, gibt es nicht. Weder der Schulmedizin noch alternativen Methoden ist es bisher gelungen, ein Patentrezept gegen Tinnitus vorzulegen. Trotzdem besteht kein Grund zur Resignation: Als erstes gilt es zu begreifen, dass die Ursachen der Erkrankungen nur im Akutstadium im Innenohr liegen. Chronischer Tinnitus und chronischer Hörsturz sitzen in den Nervenbahnen und Schaltzentralen des Gehirns.

Neue wissenschaftliche Modelle liefern in jüngster Zeit ein klareres Bild zur Entstehung: Erstmals konnten organisatorische Veränderungen im Gehirn Betroffener nachgewiesen werden, vieles deutet darauf hin, dass der Tinnitus eine Art Phantomschmerz des Gehörsinns ist. Dies hat natürlich vor allem Konsequenzen für die Therapie. Psychologisch orientierten Maßnahmen wie Selbsthypnose, Klangtherapie und Tinnitus-Retraining sollten größere Chancen eingeräumt werden, als durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Infusionen, die allenfalls zu Beginn der Erkrankung sinnvoll sein können.

Ohrgeräusche treten auf oder werden lauter, wenn Lärmbelastung und Stress zunehmen. Die beste Tinnitustherapie lässt sich daher nicht vom Arzt rezeptieren, sondern kann nur vom Betroffenen selbst geleistet werden, indem er für Ruhe und Ausgeglichenheit in seinem Leben sorgt. Berufliche und private Verpflichtungen können Zwänge mit sich bringen, die nicht ohne weiteres abzustreifen sind, dennoch sollte ein Versuch der Lebensveränderung umgehend erfolgen. Manchmal kann eine Psychotherapie oder Psychoanalyse erforderlich sein und helfen, mehr Klarheit über Art und Grad der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit zu finden. Auch dies ist ein Prozess, der dauern wird, aber sich auf jeden Fall lohnt, denn an seinem Ende steht ein Leben, in dem der Patient sich wohler fühlen und ausgeglichener sein wird und die Indikatorfunktion des Tinnitus sich erübrigt.

Weitere Ursachen, Auslöser und Faktoren für Hörgeräusche

  • zunehmende Lärmbelastung (Diskotheken, Walkman, Musikanlagen)
  • Stress, Hektik, Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Hörsturz
  • Durchblutungsstörungen des Innenohrs
  • zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • HWS-Syndrom
  • Zerebralsklerose, Arteriosklerose
  • Tumor am Hörnerv
  • chronische Mittelohrentzündung
  • Schädigung des Innenohrs durch ein Knalltrauma
  • Vernarbungen
  • Cerumen
  • Medikamente
  • Umweltgifte

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