Das wundersame Mittagsschläfchen: Power napping

In den USA und Japan scheint längst bekannt, was sich in Deutschland erst noch etablieren muss: Ein kurzes Mittagsschläfchen fördert die Produktivität.

Power napping lautet der mittlerweile nicht mehr ganz so neue Begriff für einen kurzen Mittagsschlaf. 20 bis 30 Minuten begibt man sich zur Ruhe, ob im Liegen oder Sitzen, und dämmert entspannt vor sich hin. Länger sollte das kleine Schläfchen nicht dauern, da man sonst in die Tiefschlafphase versinkt, aus der man viel schwerer wieder erwacht. In den USA und Japan hat sich das Prinzip scheinbar schon durchgesetzt. Den Mitarbeitern werden sogar entsprechende Ruheräume zur Verfügung gestellt. Doch in Deutschland scheint es immer noch verpönt zu sein, produktive Arbeitszeit einem kurzen Mittagsschlaf zu opfern. Dabei hat power napping fast nur Vorteile.

Der kurze Mittagsschlaf erhöht das Leistungsvermögen

Gerade um die Mittagszeit fallen viele Menschen in ein Leistungstief. Der Körper ist mit der Verdauung beschäftigt und versorgt das Gehirn mit weniger Blut. Die Folgen sind Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und ein Absinken der Leistungsfähigkeit. Mehrere Studien haben mittlerweile bewiesen, dass das kurze Schlafen auf der Arbeit diesem Effekt entgegenwirken kann. So hilft ein Nickerchen zum Beispiel 92 Prozent aller Menschen, ihre Produktivität und Kreativität zu steigern. Bei 34 Prozent ist sogar ein Rückgang der Aufmerksamkeitsausfälle zu beobachten. Dies sind alles Punkte, welche die Leistungsfähigkeit für ein Unternehmen unterstützen. Dementsprechend kann man den kurzen Mittagsschlaf als Leistungsnickerchen bezeichnen.

Das Nickerchen schützt vor Herzkrankheiten

Eine Studie der Universität Athen hat es gezeigt: Wer dreimal pro Woche ein Mittagsschläfchen von 30 Minuten macht, senkt sein Herzinfarktrisiko um etwa 37 Prozent. Bei Berufstätigen beläuft sich die Risikosenkung sogar auf 64 Prozent. Das kurze Nickerchen hilft somit, den Arbeitsstress zu verringern und unterstützt das Herz bei der Erholung. Dadurch kann auch Bluthochdruck verringert werden.

Erschöpfungszustände werden verringert

In der heutigen Leistungsgesellschaft gehört Stress zum alltäglichen Sprachgebrauch. Viele Arbeitnehmer haben das Gefühl, immer auf voller Leistung laufen zu müssen – oder sogar darüber hinaus. Dies kann auch zu nächtlichen Schlafstörungen und somit zu Übermüdung und Erschöpfung führen. Der Körper hat verlernt, zur Ruhe zu kommen. Regelmäßige Kurznickerchen können beim Wiedereintrainieren des Schlafrhythmus helfen. Darüber hinaus helfen sie auch, das nächtliche Schlafdefizit etwas auszugleichen und den Schläfer zu entspannen. Selbst wenn er dabei nicht wirklich einschläft, sondern nur ruht, kann das schon helfen.

Das Schläfchen ist gut für die Psyche

Jeder kennt sicher das Gefühl von schlechter Laune, wenn man übermüdet ist. Wer sich ausgeruhter und entspannter fühlt, hat auch bessere Laune. Ein kurzer Mittagsschlaf erhöht die Konzentration von Serotonin im Blut, wodurch die Stimmung aufgehellt wird. Auf lange Sicht kann die mittägliche Ruhe sogar zu mehr Gelassenheit verhelfen. Stress auf der Arbeit wird besser verarbeitet. Die Gefahr eines Burnout oder einer Depression wird verringert. Der gesundheitliche Aspekt ist also als sehr positiv zu bewerten.

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