Der Doppeldecker Fokker D.VII: Ein Jagdflugzeug des I. Weltkriegs

Der Doppeldecker Fokker D.VII kam kurz vor Kriegsende zu den deutschen Fliegertruppen an die Front. Mit ihm wurde die alliierte Luftherrschaft gebrochen.

Die Fokker D.VII war ein Jagdflugzeug, das gegen Ende des Ersten Weltkriegs zu der deutschen Fliegertruppe kam. Es stammte von der Fokker Aeroplanbau in Schwerin. Zum Zeitpunkt seiner Einführung soll es das beste Jagdflugzeug seiner Zeit gewesen sein. Die siegreichen Alliierten jedenfalls bestanden auf vollständiger Abgabe bzw. Vernichtung der Flugzeuge dieses Typs.

Die Geschichte der Fokker D.VII

Ende 1917 hatten die alliierten Luftstreitkräfte mit neuen SPAD S.XIII- und S.E.5-Jägern die Luftüberlegenheit über der Westfront errungen. Die deutsche Regierung schrieb einen Wettbewerb für einen leistungsfähigen Kampfeinsitzer aus. Im Januar 1918 kam es zu einem Vergleichsfliegen mit 31 Flugzeugmustern in Berlin-Adlershof. Das Rennen machte der Fokker-Prototyp V.11, der später als Fokker D.VII in Serie ging. Der Entwurf für die D.VII stammt von Reinhold Platz, dem damaligen Chefkonstrukteur der Fokker-Werke. Der bewies mit der D.VII seine Hypothese, dass Doppeldecker mehr können als Dreidecker.

Die Konstruktion der Fokker D.VII

Das Flugzeug war ein verstrebter Doppeldecker mit starrem Fahrwerk, einem wassergekühlten Motor und zwei synchronisierten Maschinengewehren. Ein stabiles geschweißtes Stahlrohrgestell bildet den mit Stoff bespannten Rumpf. Die Tragflächen waren mit Stoff bespannte Sperrholzkonstruktionen. Seiten- und Höhenleitwerk waren mit Stoff bespannte Stahlrohrkonstruktionen. Angetrieben wurde das Flugzeug von einem Mercedes D III oder BMW IIIa-Höhenmotor.

Einsatz der Fokker D.VII

Im April 1918 kamen die ersten Fokker D.VII zum Jagdgeschwader I an die Westfront. Sie bewährten sich hervorragend. Die Fokker D.VII hatte ausgesprochen gute Flugeigenschaften und machte auch weniger erfahrenen Piloten das Leben vergleichsweise einfach. Es war leicht und stabil, äußerst wendig und bot dem Piloten sehr gute Sichtverhältnisse. Die Steigleistung zeichnete die D.VII besonders aus. Dadurch konnte mit diesem Flugzeug der Gegner leicht von unten beschossen werden.

Manfred von Richthofen, der Kommandeur des Jagdgeschwader I, hatte die Maschine noch getestet, aber vor seinem Tod nicht im Einsatz geflogen. Tatsächlich erzielten etliche deutsche Spitzenpiloten viele Abschüsse mit der D.VII, obwohl dieses Flugzeug nur 6 Monate im Einsatz war. Ein Pilot mit den zahlreichen Abschüssen auf der D.VII war Ernst Udet.

Am Ende des Ersten Weltkriegs schritt der Flugzeugbau mit Siebenmeilenstiefeln voran. Ein technischer Vorsprung hielt in dieser Zeit mit Glück einige Monate. Und so sah auch die Fokker D.VII noch gleichrangige Gegner. Nur die Version D.VIIF mit dem 226 PS starken BMW IIIa-Motor war noch in der Spitzenklasse der Jagdflugzeuge. Im September 1918 waren etwa 800 Fokker D.VII in 48 Jägerstaffeln im Fronteinsatz. Etwa 800 D.VII und 200 D.VIIF sollen vor dem Waffenstillstand ausgeliefert worden sein.

Die Produktion der Fokker D.VII

400 Maschinen wurden von der deutschen Fliegertruppe bestellt. Fokker konnte in der gewünschten Zeit so viele Maschinen nicht herstellen. Daher wurden die Albatros Flugzeugwerke in Johannisthal und die Ostdeutschen Albatros Flugzeugwerke in Schneidemühl auf Anweisung der Inspektion der Fliegertruppen ebenfalls mit der Produktion dieser Maschine beauftragt.

Die Gesamtzahl der hergestellten D.VII lässt sich nicht feststellen. Da werden teilweise fantastische Zahlen von über 3000 Stück genannt, die aber wenig plausibel sind.

Die Fokker D.VII nach dem Ersten Weltkrieg

Im Friedensvertrag von Versailles wurde die Fokker D.VII explizit mit der Maßgabe erwähnt, dass alle Flugzeuge dieses Modells an die Alliierten Sieger auszuliefern seien. Die meisten Maschinen gingen an die USA, einige auch in die Schweiz. Viele der ausgelieferten Flugzeuge wurden vernichtet. Einige dienten der US Air Force noch als Trainingsflugzeuge.

Unmittelbar nach der Niederlage des Deutschen Reichs folgte Anthony Fokker dem ehemaligen Kaiser in die Niederlande. Er schaffte Teile für 120 Maschinen der Typen D.VII und C.I sowie einige 100 Motoren über die Grenze und baute weiter die D.VII. Er lieferte es noch an mehrere Länder. Darunter waren die Niederlande, Litauen, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Sowjetunion, Dänemark und USA.

Erhaltene Exemplare der Fokker D.VII

Sieben Fokker D.VII sind in Museen ausgestellt:

  • Deutsches Museum, Flugwerft Schleißheim: ausgestellt ist eine Version der niederländischen Marine
  • Royal Air Force Museum in London
  • Militair Luchtvaart Museum in Soesterberg (NL)
  • Musée de l’air et de l’espace, Le Bourget
  • National Air and Space Museum (NASM) in Washington (D.C.)
  • Brome County Historical Society in Knowlton/Quebec
  • Canada Aviation Museum in Ottawa

Das Luftwaffenmuseum der Bundeswehr auf dem ehemaligen Flugfeld Gatow in Berlin kann nur eine Nachbildung der Fokker D.VII präsentieren.

Die Daten der Fokker D.VII | D.VIIF

  • Baujahr: 1918 bis 1928
  • Länge: 6,95 Meter
  • Höhe: 2,75 Meter
  • Spannweite: 8,90 Meter
  • Flügelflache: 20,2 Quadratmeter
  • Leergewicht: 684 Kilogramm
  • Max. Startgewicht: 910 Kilogramm
  • Motor: Mercedes D IIIa mit 180 PS | BMW IIIa mit 226 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 189 | 205 Km/h
  • Steigzeit auf 1000 Meter: 348 | 144 Sekunden
  • Gipfelhöhe: 6000 | 7000 Meter
  • Reichweite: 350 Kilometer
  • Bewaffnung: 2 Leichte MG 08/15

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