Der Feind in meinem Körper: Fett

Jeder sechste Mensch stirbt an einer Überdosis Fett. Die Entstehung von Fettzellen im menschlichen Körper. Warum so viele Menschen immer dicker werden und nicht selten an Überfettung sterben.

Man nehme 300 Gramm Weizenmehl, 200 Gramm Zucker, 50 Gramm Butter, zwei Eier, Backpulver und einen Liter Öl zum Fritieren. Das klingt nach einem leckeren Kuchenrezept. In Wahrheit ist dies aber das Rezept für einen perfekten Bombenanschlag auf unseren Körper. Das Ergebnis ist eine der gefährlichsten Waffen für den menschlichen Organismus – der Donut. Ein Killer mit 400 Kilokalorien. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben weniger Menschen bei Seuchen, Hunger, Naturkatastrophen und Kriegen als durch Donuts, Muffins, Burger und andere Fastfood Produkte. Jeder 6. Tote geht auf das Konto aus einer Mischung von gehärteten Fetten und Kohlenhydraten. Der Anteil übergewichtiger Jugendlicher liegt in Deutschland bei 20 Prozent. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten von Amerika ist jedes 2. Kind stark übergewichtig.

Das Fett in meinem Körper

In unserem Körper lagern 50 bis 140 Milliarden Fettzellen. Bevor Nahrung zum Industrieprodukt wurde, funktionierten die Fettzellen tadellos. Sie nahmen Fett auf, als Depot für schlechte Zeiten oder als Energiespender für die Jagd. Dann gaben sie es wieder ab und die Fettzelle schrumpfte auf Nanogröße. Doch inzwischen wird unserer Körper vom Fett regelrecht überschwemmt und diese Fett-Attacken auf den menschlichen Körper haben verheerende Folgen: Je voller die Depots des Körpers sind, umso kritischer wird die Situation. Immer mehr Fettsäuren werden in den Körper gepumpt und gelangen unweigerlich zum Herzen, wo sie für Sekunden in den Herzzellen eingelagert und dann sofort wieder ausgelagert werden. Über dieses so genannte Zwischendepot sichert sich das Herz eine konstante Energieversorgung.

Eine Überdosis Fett ist ein tödlicher Angriff auf die Herzzellen

Doch haben auch die gesündesten Herzzellen bei einem andauernden Fett-Ansturm keine Chance, da der Angriff zeitgleich an drei Fronten erfolgt: Als erstes lagert sich in den roten Herzmuskelzellen immer mehr Fett ein und wandelt dieses in milchig weiße Fettdepots um. Zur gleichen Zeit wird das Sicherheitssystem des Körpers buchstäblich überrannt. Jene Fettzellen, Makrophagen genannt, die den Körper vor feindlichen Angriffen schützen sollten, ertrinken geradezu in Fettsäuren. Die Folge: Sie werden als Arteriosklerose in den Herzgefäßen abgelagert. Kurz danach entstehen in den infiltrierten Herzzellen Spezialfette, so genannte Ceramide, die die Zellen endgültig töten. Aufgrund der kontinuierlichen Versorgung durch Donuts und Co. sterben im Sekundentakt weitere Herzzellen – bis hin zum Organversagen. Laut WHO (World Health Organization) sterben an so einem Fett-Tsunami weltweit mehr als 20 Millionen Menschen pro Jahr.

Den Körper stresst nichts mehr als eine Diät

Die Fettaufnahme ist nur eine Aufgabe der Fettzellen. In jeder dieser Zellen befindet sich eine hoch effiziente Chemiefabrik, welche ständig mehr als zwanzig Proteine und mehr als hundert verschiedene Botenstoffe, Hormone und Enzyme produziert. Das Ziel jedes einzelnen dieser Stoffe ist der Hypothalamus. Den kleinen Teil des menschlichen Gehirns, der Triebe und Gelüste, u.a. auch das Hungergefühl kontrolliert. Den Körper stresst kaum etwas mehr, als eine ausgefallene Mahlzeit oder schlimmer noch, eine Diät. Das Gehirn und damit die mindestens 50 Milliarden hungernden Fettzellen setzen sofort zum Gegenangriff an, wenn trotz Hungergefühl auf das Essen verzichtet wird. Die Folge: Heißhunger-Attacken. Die meisten geben irgendwann nach, doch für jene, die weiterhin Widerstand leisten hält das Fett so viele Stoffe zur Ausschüttung bereit, dass das menschliche Gehirn nur noch ans Essen denken kann.

Fettabsaugen heißt nicht, nie wieder fett zu werden

Kann eine Fettzelle kein weiteres Fett mehr aufnehmen, so bittet sie per Botenstoff um Mithilfe bei den Milliarden, im Fettgewebe eingelagerten „unreifen“ Vorläuferzellen. Nimmt der Mensch also dauerhaft zu viele Kalorien zu sich, werden aus den „unreifen“ Vorläuferzellen sehr schnell Fettzellen. Zudem liegt es auch nicht in den Genen, wie viele Fettzellen ein Körper hat. Einzig und allein das Verhalten ist ausschlaggebend. Jeder kann Fett ansetzen – überall und immer wieder, sogar dort, wo zuvor schon einmal Fett abgesaugt wurde. Da fragt man sich, warum die Menschen trotz Diätenwahn und Kauf von Light Produkten immer übergewichtiger werden. Die Antwort ist simpel. Wer Fett vermeidet, ersetzt es beinahe zwangsläufig durch Kohlenhydrate. Werden dem Körper Kohlenhydrate entzogen, reagiert dieser mit Insulinausschüttung. Da Kohlenhydrate nicht so leicht in Energie umzuwandeln sind, sorgt das Insulin für eine Speicherung der Nahrung im Körper.

40 Prozent der Ernährung sollte aus Fett bestehen

Doch wie viel Fett macht denn nun schlank? – 40 Prozent der aufgenommenen Kalorien sollten aus Fett bestehen. Zum Vergleich: Bei den US-Amerikanern sind es derzeit gerade mal 25 Prozent. Sie vermeiden Fett, doch bleibt ihre Nahrungsmenge konstant. Fette machen nicht nur dick, sie verursachen zudem auch noch schlimme Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Der Fett-Botenstoff Angiotensin II regt die Zellteilung an, was unter anderem zu einer Vergrößerung des Herzmuskels führt und dies wiederum zu einem Herzinfarkt. Die chemische Verbindung Gastrin Releasing Peptide (GRP), die vornehmlich im Magen gebildet wird, ist inzwischen auch im Fettgewebe nachgewiesen worden und soll Auslöser für Brust- und Prostatakrebs sein.

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