Der Mann – eine aussterbende Spezies

Der Genetiker Steve Jones spricht in seinem Buch „Der Mann – ein Irrtum der Natur“ davon, dass das Y-Chromosom, das die Träger männlich macht, degeneriert und zerfällt.

Der Genetiker, Steve Jones, zitiert für seine Behauptung, dass der Mann vielleicht ein Irrtum der Natur sei, Lady Psyche, die in der Operette „Princess Ida“ singt: „Der Mann ist grob, der Mann ist schlicht / Der Mann ist eigentlich nicht ganz dicht / Er ist untreu, wüst, frivol / An das Eine denkt er nur / Der einz’ge Irrtum der Natur“

Die Geschlechter entstanden durch Mutation

Das Leben auf der Erde wies während der ersten Milliarde Jahren weder männliche noch weibliche Wesen auf. Es gab meist nur Einzeller, die sich durch Teilung vermehrten. Irgendwann trat dann eine Mutation auf, die sich nicht einfach nur teilte, sondern mit anderen Zellen verschmelzen konnte. Teilten sich diese dann wieder, enthielten diese natürlich neue und mehr Gene als vorher, von denen sich zumindest ein Teil wieder einer anderen Zelle aufdrängte. Männchen und Weibchen waren entstanden. Und diese zufällig entstandene Fortpflanzung mittels der Geschlechter, hat die Evolution ein großes Stück vorangetrieben.

Der Unterschied zwischen X- und Y-Chromosomen

Die Menschen besitzen bekanntlich zweiundzwanzig Chromosomenpaare, die beiden Geschlechtern gemeinsam sind. Das dreiundzwanzigste Paar unterscheidet sich zwischen Mann und Frau. Während Frauen zwei große X-Chromosomen besitzen, trägt das männliche Geschlecht ein großes X- und ein kleineres Y-Chromosom. Dieses Y-Chromosom sorgt bei Embryos im Mutterleib für die Entwicklung der Hoden und damit dafür, dass das Baby männlich wird. Verantwortlich hierfür ist ein Abschnitt des Y-Chromosoms, der in der Genetik SRY (= sex-determining region of the Y) genannt wird und 1990 entdeckt wurde. Die meisten Gene auf dem Y-Chromosom haben mit der Männlichkeit zu tun. Aber von den Genen auf diesem Chromosom haben nur mehr etwa ein Tausendstel überhaupt eine Bedeutung. Der Rest ist nichts mehr weiter als ein Zerfallsprodukt.

Die menschlichen Gene sind voll von Parasiten, Redundanzen und Zerfallsprodukten

Seit den Erkenntnissen des sogenannten Human-Genom-Projekts, hat sich das Menschenbild verändert. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die menschlichen Gene voll von Parasiten sind. Sie sind redundant und zerfallen. Besonders das Y-Chromosom ist hiervon betroffen. Die Struktur der DNA lässt allerdings auch erkennen, dass das Chromosom früher dem X-Chromosom sehr ähnlich war. Heute enthält das X-Chromosom weitaus mehr Gene als das Y-Chromosom, das Steve Jones als Sackgasse für die DNA bezeichnet, weil „seine Gene bleiben über die Generationen hinweg in strenger Isolationshaft. Deshalb ist jedes Y-Chromosom eine eigene, von der Außenwelt abgeschnittene genetische Republik. Und wie die meisten geschlossenen Gesellschaften wird es sowohl egoistisch als auch ineffektiv.“

Männer schaffen die Möglichkeit zur Genkombination, sterben selber aber vielleicht aus

Weiter schreibt er: „Die Männer sind in der Evolution entstanden, damit die Frauen nicht zu Klonen degenerieren, in ihrem eigenen, innersten Selbst jedoch haben sie genau dieses Schicksal erlitten.“ Und dies ist der Grund, warum das Y-Chromosom zerfällt.

Eigentlich erfüllen Männer eine grundlegende Funktion für die Evolution. Sie sorgen mit ihrem weitergegebenen genetischen Material, dass es immer wieder neue Genkombinationen geben und es damit zu Erneuerungen kommen kann. Leider kann man dies für das Y-Chromosom nicht behaupten, denn es macht bei dieser vermischenden Erneuerung schlicht nicht mit, was zu Folge hat, dass es dadurch, dass es eigentlich immer wieder geklont wird, die Nachteile dieses Prozesses zu spüren beginnt und langsam degeneriert und zerfällt. „Angesichts der bisherigen Zerfallsgeschwindigkeit, könnte das Y-Chromosom (deshalb) schon innerhalb der nächsten zehn Millionen Jahre völlig verschwinden.“

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