Evolution – Theorie und Praxis

Die Evolution ist ein sehr komplexes Thema, welches durch namhaften Wissenschaftlern bewiesen wurde. Lamarck und Darwin gehören zweifellos dazu.

Viele von denen, die im Laufe der Jahrhunderte über die Veränderlichkeit des Lebendigen spekulierten, verloren ihr Leben auf dem Scheiterhaufen. Lebewesen verbindlich zu interpretieren war bis ins 18. Jahrhundert der Kirche vorbehalten. Geistliche Naturforscher und gelehrte Priester brachten von ihren Missionen in ferne Länder nicht nur Gold und Edelsteine, sondern auch exotische Pflanzen und Tiere mit in die Heimat. Im Laufe der Zeit häufte sich ein Durcheinander von Wissen an und es wurde notwendig, eine Ordnung herzurichten. Carl von Linné (1707-1778) klassifizierte die „Schöpfungen Gottes“. Er dachte sich ein System aus, mit dessen Hilfe er ähnliche Arten in Gattungen zusammen fasste. Beispielsweise gehört das Pferd zur Art E. caballus aus der Gattung Equus, woher also sein Name Equus caballus stammt. Die Klassifizierung ist heute, fast 3 Jahrhunderte später, immer noch aktuell.

Lamarck und Saint-Hilaire – Mitväter der Evolutionstheorie

Zwar hatten die Naturforscher bereits im 18. Jahrhundert den Evolutionsgedanken im Bewusstsein, konnten ihn aber erst ein Jahrhundert später offen diskutieren. Lamarck (1744-1829) und Saint-Hilaire (1772-1844) entwickelten mehr oder weniger unabhängig voneinander „Abstammungslehren“ und gelten als Mitväter der Evolutionslehre. Saint-Hilaire vermutete hinter der Organisation der Organismen einen einheitlichen Plan, welcher auf einen gemeinsamen Ursprung verwies. Wohingegen Lamarck der Auffassung war, dass sich die erworbenen Eigenschaften auf die Nachkommen vererben. Der Motor der Evolution war für ihn die Anpassung. 1908 veröffentlichte Lamarck seine Theorie der Weitergabe erworbener Eigenschaften. Er war der erste, der den Begriff Biologie für die Lehre vom Lebenden verwendete.

Darwin der Ahnherr

Laut Darwin (1809-1882) ist die Evolution ein ständiger Kampf des besser Angepassten gegen den, der sich nicht gut anpassen konnte. Er nahm beispielsweise an, dass es einmal zwei Giraffenarten gegeben haben muss. Die eine mit einem kürzeren und die andere mit einem längeren Hals. Während einer Dürreperiode war die Giraffe mit dem längeren Hals der mit dem kürzeren überlegen. Die Giraffe mit dem kürzeren Hals konnte die Blätter in den Baumkronen nicht erreichen und wurde schließlich von der langhalsigen verdrängt, da sich diese Art nicht an ihre Umgebung anpassen konnte. Darwin war es, der als erster klare Argumente für die Evolution aussprach. Er war davon überzeugt, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben, hat jedoch nie behauptet, der Mensch stamme vom Affen ab. 1859 veröffentlichte Charles Darwin sein Hauptwerk: On the Origin of Species – Die Entstehung der Arten.

Gregor Mendel und seine Erbsen

1856 begann der tschechische Mönch Gregor Mendel (1822-1884) gemeinsam mit seinem Botaniker-Kollegen de Vies die Gesetzmäßigkeiten der Kreuzungen von Pflanzen darzustellen. Sie bezogen sich auf Pflanzen im Allgemeinen und spezialisierten sich auf die Erbsen. Auf der Grundlage dieser Arbeit begann Mendel, die Vererbung zu untersuchen. Er konnte nachweisen, dass zahlreiche Eigenschaften eines Organismus durch Gene bestimmt werden, welche sich verändern können. 1866 veröffentlichte Mendel seine Versuche mit Pflanzenhybriden. 1870 folgte ein Aufsatz über aus künstlicher Befruchtung gewonnene Hieracium-Bastarde. Durch seine Arbeit und die damit verbundene Entdeckung der Mendelschen Regel wurde Mendel zum Begründer der modernen Genetik.

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