Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme BvB

Viele Jugendliche beginnen nach der Schule zwangsweise eine Berufsvorbereitende Bildungmaßnahme, BvB. Was sie erwartet und wozu diese Maßnahme dient.

Viele große Bildungsträger bieten sie an: die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, kurz BvB. In jedem Bundesland und fast jeder größeren Stadt findet sich zumindest ein Bildungsträger, der diese Maßnahme durchführt. Doch sollte die BvB keinesfalls mit einer Weiterbildung verwechselt werden.

Wozu gibt es die BvB?

Eigentlich sollte heutzutage jeder Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhalten. Zumindest melden die zuständigen Kammern schon seit Jahren, dass genügend Ausbildungsplätze vorhanden sind. Allerdings bleiben viele von ihnen unbesetzt, weil die passenden Bewerber fehlen. Betriebe beschweren sich, dass es immer mehr Bewerber gibt, die nicht mal den einfachsten Anforderungen genügen und deshalb für eine Ausbildungsstelle nicht in Frage kommen. Die BvB soll ermöglichen, diese schwach qualifizierten Bewerber für den Ausbildungsmarkt fit zu machen.

An wen richtet sich die BvB?

Die Arbeitsagentur finanziert diese Maßnahme für Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Beendigung der Schulzeit keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben. Meist handelt es sich hierbei um sogenannte sozial benachteiligte oder verhaltensauffällige Jugendliche, Schulabbrecher oder Schulverweigerer. Nur selten findet sich in den Reihen der BvB-Teilnehmer jemand mit Realschulabschluss. Viele der Teilnehmer haben sogar gar keinen Schulabschluss und somit auch wenige Chancen, auf dem freien Arbeitsmarkt eine Ausbildungsstelle zu finden.

Theoretisch kann sich jeder interessierte Jugendliche für die Teilnahme an einer BvB melden. Praktisch handelt es sich hier aber um eine Zuweisungsmaßnahme. Das bedeutet, dass die Arbeitsagentur dem Bildungsträger die Teilnehmer zuweist. Die Teilnehmer müssen dann an der BvB teilnehmen – ob sie wollen oder nicht. Verweigern sie die Maßnahme, kann das (finanzielle) Folgen für sie haben.

Wie ist die BvB strukturiert?

Je nach Absprache mit der Arbeitsagentur kann die Maßnahme von zehn bis 18 Monate dauern. Die Regel sind aber 12 Monate. Die meisten Bildungsträger beginnen die Maßnahme mit einer Eignungsanalyse. Durch verschiedene Tests, Fragebögen, Probearbeitstage und Gruppenarbeiten soll zusammen mit den Teilnehmern herausgefunden werden, in welchem Bereich sie arbeiten könnten. Da die meisten Teilnehmer weder einen Schulabschluss noch Berufsvorstellungen haben, ist gerade diese Orientierungsphase besonders wichtig.

Ist das potentielle Arbeitsfeld gefunden, geht es an die Wissensvermittlung. Im theoretischen Unterricht werden Wissensdefizite in den verschiedenen Schulfächern aufgearbeitet. Zusätzlich nehmen die Jugendlichen noch am Praxisunterricht teil. Durch die Eignungsanalyse konnten sie einem bestimmten Arbeitsfeld, etwa Malen und Lackieren oder auch Körperpflege, zugeordnet werden. Im theoretischen Unterricht lernen sie schon die ersten Grundlagen zu diesem Berufsfeld kennen. Zusätzlich existieren in der BvB noch Praxisräume, in denen sie mit Hilfe von Fachleuten ihre ersten praktischen Erfahrungen sammeln können. Dies soll ihnen bei der Entscheidung für einen Beruf helfen.

Zusätzlich stehen noch Praktika auf dem Plan. Die Teilnehmer suchen mit Unterstützung der BvB-Mitarbeiter ein oder mehrere Praktika in ihrem Berufsfeld. Im Optimalfall kann daraus sogar ein Ausbildungsplatz entstehen. Für Teilnehmer ohne Schulabschluss besteht auch noch die Möglichkeit, ihren Hauptschulabschluss während der Maßnahme nachzuholen. Zu diesem Zweck werden sie entsprechend beschult und bekommen das Wissen für die Hauptschulprüfung vermittelt. Im Allgemeinen findet die Prüfung dann in den Räumlichkeiten des Bildungsträgers statt.

Die Erfolgsaussichten der BvB

Die Klientel der BvB ist nicht gerade die Einfachste. Viele Teilnehmer sind schulmüde und müssen erst dazu motiviert werden, schulische Leistungen zu erbringen. Auch haben viele keinerlei Zukunftsvorstellungen und bewegen sich sozusagen im luftleeren Raum. In beiden Fällen müssen sie durch passende pädagogische Methoden erst aktiviert und motiviert werden – und dies kann sehr langwierig sein. Mitunter reicht die Maßnahmezeit dafür nicht aus. So muss es schon als Erfolg gewertet werden, wenn ein Teilnehmer nach der Maßnahme zumindest weiß, wohin ihn sein beruflicher Weg führen soll und was er dafür tun kann.

Nicht wenige Teilnehmer begreifen im Laufe der Zeit die BvB aber als Chance, um zumindest ihren Schulabschluss erfolgreich nachzuholen und sich somit eine berufliche Basis zu schaffen. Einigen gelingt sogar der Sprung in das Berufsleben, da sie sich durch ein Praktikum überzeugend für eine Ausbildungsstelle empfehlen konnten.

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