Die schönste Nebensache der Welt ist gesund – Sexualität: Ist die schönste Sache der Welt wirklich gesund?

Das Softtraining Sex: Macht nicht nur Spaß, sondern ist gesund, macht schöner und baut Stress ab. Jedoch ein Allheilmittel ist es nicht.

Wissenschaftler, die sich mit den Themen Nähe und Zärtlichkeit beschäftigen, haben herausgefunden, dass Sex gesund für den Organismus ist. Sex hilft gegen Kopfschmerzen, schützt vor Osteoporose und stärkt sogar die Abwehrkräfte. Besonders viel Sex soll also gesund sein. Es muss aber nicht immer Sex sein, sondern auch ein inniger Kuss kann eine außergewöhnliche Wirkung haben.

Der Liebesakt, das Küssen und die Berührungen

Sex ist für den Organismus das Wohlfühl-Paket schlechthin: Es beschleunigt den Pulsschlag, fördert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung verbessert sich. Es macht zudem schlank, weil man bis zu 500 Kalorien beim Liebesakt verbrennt. Abgesehen vom Entspannungsfaktor vertreibt das Glückshormon Endorphin vor allem Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Verspannungen. Bei Männern wird mehr Testosteron ausgeschüttet, was Knochen, Herz und Kreislauf gesund erhält. Der Östrogen-Schub bei Frauen beugt angeblich Cellulitis vor, weil die Regenerationsfähigkeit der Hautzellen verbessert und das Bindegewebe gestärkt wird. Ähnlich wie beim Sport, werden beim Geschlechtsverkehr Endorphine, also „Glückshormone“, ausgeschüttet. Sex bringt also den Hormonhaushalt in Schwung, macht Männer widerstandsfähiger und Frauen schöner. Dieses Wohlgefühl ist gut für die Psyche wie auch die Entspannung nach dem Orgasmus. Emotional lösen Körperkontakte in Form von Berührungen ein Bindungs- und Sicherheitsgefühl aus.

Beim Küssen wird der ganze Körper in einen positiven Stress versetzt. Studien zufolge, haben Menschen, die viel küssen, mehr Erfolg im Beruf und weniger Unfälle im Straßenverkehr. Über den Austausch von körpereigenen Botenstoffen soll auch das Immunsystem gestärkt werden. Weiterer positiver Aspekt ist, dass das Küssen auch schlank macht. Durch die Ausschüttung von Hormonen wird der Energiebedarf erhöht. Ein leidenschaftlicher Kuss kann bis zu zwölf Kalorien verbrauchen.

Übersexualisierung der Gesellschaft

Die Medien vermitteln einen Mythos immerwährender Leidenschaft und das Bild eines perfekten Sexualpartners. Die Werbung setzt auf Schönheit, nackte Haut und Viagra. Sexuelle Freuden werden bis ins hohe Alter versprochen. Es wird uns suggeriert, Sex müsse gut sein, sonst geht die Beziehung in Brüche. Experten sehen dies allerdings anders: Sex ist dann gut ist, wenn die Dosis stimmt. Zweimal guter Sex ist viel mehr wert als als fünf mal unbefriedigender. Ferner orten die Experten eine Übersexualisierung der Gesellschaft, die von der Werbung angetrieben und von vielen Menschen als Belastung empfunden wird. Schlussendlich könne eine Mischung aus An- und Entspannung beim Sex auch Kopfschmerzen verursachen. Ein Allheilmittel ist Sex also nicht, vor allem dann nicht, wenn der Körper „Nein“ sagt.

Gute Sexualität

Guter Sex ist für das körperliche und seelische Wohlbefinden jedes Menschen von großer Bedeutung. Beim Sex geht es nicht darum, eine Goldmedaille zu erringen und sexuell funktionieren zu müssen. Wichtig für guten Sex ist Selbstsicherheit und ein positiver Zugang zum eigenen Körper. Was die jungen Erwachsenen betrifft, sehen Experten nach wie vor die Aufklärung in der Schule als problematisch. Obwohl dieses Thema mit Emotionen zu tun hat, verharren die Lehrer im Aufklärungsunterricht auf der reinen biologischen Ebene. Allerdings werden damit die Jugendlichen nicht erreicht, weil sie das Gehörte nicht in ihre Erlebniswelt einbetten können. Zwar werde besprochen, wie man ein Kondom anwendet, aber nicht wann.

Sexualität lustvoll erleben

Der Spaßfaktor allein ist unzureichend. Vielmehr geht es um einen lustvollen Sex, womit Sex mehr als Spaß ist. Bedeutet Spaß aber, Sex selbstbestimmt auszuleben und sich selbst wahrzunehmen, ist das durchaus positiv. Wenn man nun öfter Geschlechtsverkehr und Spaß daran hat, ist das noch keine Sexsucht. Von einer Sucht nach Sex spricht man erst dann, wenn der Sextrieb lebensbestimmend wird. Der Zeitgeist von heute beschäftigt sich mehr mit der oberflächlichen Sexualität von Pornos, anonym und gefühlskalt. Sex und Schönheit sind mittlerweile eine Ware, die sich gut verkaufen lassen. Angesichts diesen Wandels scheint die schönste Nebensache der Welt ihren Glanz verloren zu haben.

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