Die Zeit zwischen Abitur & Studium nutzen

Work & Travel, Freiwilligendienst, Praktikum, Au-Pair & Wehrdienst. Durch ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst vor Beginn von Studium oder Berufsausbildung kann man nur profitieren. Auch Jobs im Ausland sind sinnvolle Alternativen.

Wer nach dem Abitur noch Zeit für die Berufswahl braucht, kann die Entscheidung auf später verschieben und gleichzeitig etwas Sinnvolles tun. Die Möglichkeit nach Interessenlage frei zu entscheiden, bietet sich zu einem späteren Zeitpunkt im Leben nicht mehr in dieser Weise. Junge Erwachsene, die nicht sicher sind, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, sind gut beraten, nicht übereilt mit einem Studium oder einer Ausbildung zu beginnen, sondern eine Denkpause einzulegen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, nämlich: Wehr- oder Zivildienst, ein Praktikum oder Job im Ausland sowie ein Freiwilligendienst.

Freiwillige Soziale Dienste: Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) gibt es schon seit über 30 Jahren. Man arbeitet zwischen sechs und maximal 18 Monaten ganztägig und ohne Lohn in einer sozialen Einrichtung, beispielsweise einem Pflegeheim oder einer Kindertagesstätte. Für anerkannte Kriegsdienstverweigerer gilt der zwölfmonatige Einsatz im Sozialen Dienst als Ersatzdienst und wird auch für ein späteres Studium als Wartezeit angerechnet. Seit 1993 gibt es zusätzlich zum FSJ das FSÖ, das Freiwillige Ökologische Jahr. Teilnehmer verpflichten sich für 12 Monate und wirken an einem Projekt im Umweltbereich mit. Das kann zum Beispiel die Arbeit in einer ökologischen Station oder bei einem Umweltverband sein. Die dritte Möglichkeit für einen Freiwilligendienst ist die Arbeit bei einer Friedensdienstorganisation. Der Friedensdienst kann für drei bis 24 Monate im In- oder Ausland abgeleistet werden. Nähere Informationen findet man im Internet auf der Seite des AGDF, der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden. Für Freiwilligendienst erhält man meist nur eine Aufwandsentschädigung sowie kostenfreie Unterkunft und Verpflegung.

Nach dem Abitur: Wehrdienst oder Zivildienst

Nach Artikel 12a des Grundgesetzes kann jeder männliche Deutsche ab dem vollendeten 18. Lebensjahr zum Wehrdienst oder zum Zivildienst verpflichtet werden. Anerkannte Kriegsdienstverweigerer werden befreit, zurückgestellt wird man auf Antrag aus persönlichen Gründen. Bei Wehrdienstunfähigkeit erfolgt keine Einberufung. Der Grundwehrdienst dauert neun Monate und kann danach auf 23 Monate verlängert werden. Wehrpflichtige erhalten neben kostenloser medizinische Versorgung, Unterkunft, Verpflegung und Kleidung auch Wehrsold, Weihnachts- und Entlassungsgeld. Darüber hinaus hält die Bundeswehr verschiedene Angebote für berufliche Weiterbildung bereit. Bei Fragen kann man sich an das zuständige Kreiswehrersatzamt wenden oder Informationen auf der Internetseite der Bundeswehr einholen.

Vor dem Studium: Praktikum, Work & Travel oder Au-Pair ?

Wer nach der Schule eine Berufsausbildung anstrebt, sollte vorher ein Praktikum absolvieren, um festzustellen ob er die richtige Jobentscheidung getroffen hat. Praktikumsplätze bekommt man durch persönliche Kontakte, durch Vermittlung des Arbeitsamtes und über das Internet. Alle großen Firmen veröffentlichen auf Ihren Internetseiten auch Stellenangebote für Praktika. Im Netz gibt es zudem zahlreiche Praktikumsbörsen.

Viele junge Leute lassen sich nach dem Abitur als Au-Pair vermitteln und arbeiten mindestens für ein halbes Jahr im Haushalt einer Familie. So lernt man eine fremde Kultur kennen und ganz nebenbei auch eine Fremdsprache sprechen. Wer Arbeiten und Reisen miteinander verbinden möchte, der wird über Work & Travel fündig. Hier werden weltweit Stellen für junge Erwachsene vermittelt, beispielsweise Farmarbeit in Kanada oder Jobs als Kiwi-Erntehelfer in Neuseeland. Work & Travel vermittelt auch Freiwilligenarbeit in unterschiedlichen Projekten auf der ganzen Welt.

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