EHEC-Bakterien lieben das Schüßler Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum

EHEC, Grippe-Bakterien, die Pest-Brüder & Salmonellen mopsen das Ferrum aus Ferrum phosphoricum. EHEC brauchen für den Stoffwechsel Eisen-Schwefel-Cluster.

„Marmor, Stein und Eisen bricht“, doch glücklicherweise gibt es Ferrum phosphoricum, damit der bakterielle Stoffwechsel von EHEC-Bakterien nicht zusammenbricht: Eisen ist bekanntlich das vierthäufigste Element in der Erdkruste, dagegen ist „Eine Abgekürzte Therapie“ des Arztes Wilhelm Heinrich Schüßler vermutlich das viertlustigste Therapie-Werkchen auf der Erdkruste. Nicht ganz so lustig, aber sehr lehrreich ist das „Lehrbuch der Arzneimittellehre“ des Privatdocenten Dr. Carl Gustav Mitscherlich aus dem Jahre 1837: Dort beschreibt der Arzt auch die Verwendung von Eisen-Präparaten, „Ferri praeparata“ gehörten damals zu den „Medicamenta tonica“ – darunter auch „Ferrum phosphoricum oxydatum et oxydulatum, phosphorsaures Eisenoxydul und Eisenoxyd“. Das Ferrum phosphoricum oxydatum ist dabei Ferro-Phosphat oder Eisen-(II)-Phosphat, das Ferrum phosphoricum oxydulatum ist dagegen Ferri-Phosphat oder Eisen-(III)-Phosphat.

Eisen-Präparate – Medikamente enthalten Wirkstoffe

Jedes Kind weiß seit dem Wissenschaftsjahr 2011 das Medikamente Wirkstoffe enthalten, da veröffentlichte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) den Sachbuchband „Wie entsteht ein Medikament?“ aus der „Was ist was“-Reihe. Der Wirkstoff ist demnach „diejenige Substanz, die für die Wirkung des Medikaments im Körper verantwortlich ist“. Nach PD Dr. Mitscherlich wurde der Wirkstoff Ferrum phosphoricum als Medikament früher gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt, zum Beispiel gegen den Krebs, „in Scropheln, in der Rhachitis, in Wechselfiebern, bei der Amenorrhöe, in der Harnruhr u. s. w.“

Ferrum phosphoricum – die Dosis macht die Wirkung

Zu den „Ferri praeparata“ gehörten damals die verschiedensten Eisen-Verbindungen, auch heutzutage werden „Ferri praeparata“ erfolgreich gegen Krankheiten eingesetzt: So empfiehlt zum Beispiel eine Leitlinie gegen Eisenmangel-Anämie bei Kindern eine tägliche Dosis von 2 bis 6 Milligramm Eisen-(II)-Sulfat pro Kilogramm Körpergewicht – diese Dosis macht eine Wirkung. Dagegen empfahl der Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler, der „Dr. med.“ ohne Doktorarbeit, Ferrum phosphoricum „in der 12. Verreibung“ – dies entspricht 0,00000000025 Milligramm Eisen-(II)-Phosphat. Vermutlich hatte Schüßler nicht das „Lehrbuch der Arzneimittellehre“ gelesen – diese Dosis macht keine Wirkung, diese Dosis macht höchstens einen Placebo-Effekt.

Apotheker und Heilpraktiker empfehlen Ferrum phosphoricum

Auch heutzutage empfehlen noch manche Apotheker und Heilpraktiker das Schüßler Salz Nr. 3 gegen alle möglichen Krankheiten – vermutlich haben viele Erwachsene noch nicht „Wie entsteht ein Medikament?“ gelesen. So sollen unwirksame Dosen des Schüßler Salzes Nr. 3 gegen Entzündungen, Erkältungen, Fieber, Grippe, Infektionen, Schnupfen und Wunden helfen – doch gerade bakterielle Mikrorganismen wie das „Grippe-Bakterium“ brauchen bei bakteriellen Super-Infektionen während einer Grippe-Epidemie das essentielle Spurenelement Eisen für ihren Stoffwechsel.

EHEC-Bakterien lieben Ferrum phosphoricum

Frei verfügbares Eisen (Ferrum) ist im menschlichen Körper absolute Mangelware, da ionisches Eisen die Bildung giftiger reaktiver Sauerstoffspezies fördert (ROS, englisch für reactive oxygen species). Deshalb haben krankmachende Bakterien wie EHEC oder das „Grippe-Bakterium“ Haemophilus influenzae so genannte Eisen-Aufnahmesysteme als Virulenzfaktoren entwickelt. Virulenz oder Ansteckungsfähigkeit benötigen Bakterien, um sich zum Beispiel auf der Oberfläche unserer Darmzellen festzusetzen und uns krank zu machen. Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) besitzen gleich mehrere bakterielle Siderophore um uns unser Ferrum zu mopsen. So bemerkte das Robert Koch-Institut (RKI) während der EHEC-Epidemie des Jahres 2011: „Der aktuelle Ausbruchsstamm (O104:H4) sowie der HUSEC041 zeigen die Bildung von Enterobactin, Aerobactin und Yersiniabactin.“ Auch Salmonellen mopsen mit Enterobactin unser Eisen, der Pest-Bruder Yersinia enterocolitica (Yersiniose) mopst unser Ferrum mit Yersiniabactin.

EHEC und Malaria bauen mopsfidel Eisen-Schwefel-Cluster

Haben die EHEC unser Eisen gemopst, bauen die Escherichia (E.) coli-Bakterien mopsfidel Eisen-Schwefel-Cluster (Fe-S-Cluster; ISC: englisch für Iron-Sulfur-Cluster). Eisen-Schwefel-Cluster werden für lebensnotwendige Enzyme (Bio-Katalysatoren) des bakteriellen Stoffwechsels benötigt. Im Enzym Sulfit-Reduktase von E. coli wird das gemopste Eisen zum Beispiel in ein 4-Fe-4-S-Cluster eingebaut. Auch Malaria-Erreger und Tuberkulose-Bakterien mopsen mopsfidel unser Eisen – für Malaria spielt zum Beispiel das Eisen-Schwefel-Protein IspH eine wichtige Rolle im Terpen-Stoffwechsel: Zu den Terpenen gehören zum Beispiel das Cholesterin und das Hormon Östrogen. Gerade bei Malaria-Erkrankungen steigern Eisen-Präparate das Infektionsrisiko, mopsfidele Tuberkulose-Bakterien steigern nach Eisenzufuhr durch Eisen-Präparate bei den Patienten die Krankheitshäufigkeit und Sterberate. Schon das „Lehrbuch der Arzneimittellehre“ wies im Jahre 1837 darauf hin, das Eisen als Medikament „nur mit der gröfsten Vorsicht angewendet werden darf:“ Zum Beispiel „bei Entzündungen, welche durch den Gebrauch des Eisens vermehrt werden“. Hätte doch der Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler, der „Dr. med.“ ohne Doktorarbeit, nur seine Lehrbücher gelesen.

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