Meerrettich – scharf, gesund und gut zum Weinen

Meerrettich ist beliebt als Gewürz zu Fleisch und Fisch. Mit Recht, denn die scharfe Wurzel hat starke Heilkräfte.

Meerrettich (Armoracia rusticana) stammt aus Südosteuropa, ist aber besonders in Skandinavien und Deutschland ein beliebtes Gewürz. Seine Senföle sorgen für eine beachtliche Schärfe, die einem beim Reiben einer frischen Wurzel Tränen in die Augen treibt. Dafür lohnt sich die Mühe, denn Meerrettich wird gerne als Beilage zu Fleisch und Fisch gereicht.

Die scharfe Wurzel ist pure Medizin

Im Winter liefert Meerrettich uns doppelt so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte. Dazu kommen B-Vitamine und reichlich Kalium und Kalzium sowie Magnesium. Am wichtigsten sind allerdings die Senföle, welche beim tiefen Einatmen jeden auch noch so hartnäckigen Schnupfen lösen. Diese Senföle wirken wie ein natürliches Antibiotikum und sind obendrein krebshemmend. Im Volksmund heißt es: „Meerrettich lüftet den Geist.“ Wie alle Pflanzen, die Senföle enthalten, wirkt die scharfe Wurzel harntreibend und stärkt die Abwehr. Verzehren Sie einen Esslöffel der frisch geriebenen Wurzel und Sie bringen den ganzen Stoffwechsel auf Trab, schwemmen Harnsäure aus und reinigen somit Ihren Körper von innen. Alle inneren Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Galle und Niere profitieren davon. Bei Rheuma und Gicht können Sie Meerrettich als Kur zwei- bis dreimal täglich einnehmen. Damit das weiße Wurzelfleisch nicht braun wird, gibt man zu geriebenem Meerrettich etwas Zitrone oder reibt ihn gleich in Milch. Als Breiumschlag wurde Meerrettich früher bei Frostbeulen, steifen Muskeln, Ischias und Gelenkrheuma verwendet.

Meerrettich wird am besten frisch gerieben verwendet

Am intensivsten ist das Aroma von Meerrettich, wenn er frisch geschält und gerieben ist. Besonders zu Tafelspitz und geräuchertem Fisch passt die typische Schärfe gut. Sein Geschmack verfeinert aber auch Quarkgerichte, Frischkäse, Mayonnaise und Rahmsoßen. In Scheiben geschnitten kommt Meerrettich zu eingelegten Gurken, Rote Beete oder in Mix-Pickles. Im Frühjahr peppen die noch kleinen Blättchen auch mal einen frischen Salat auf. Frisch ist Meerrettich zusammen mit einem geriebenen Apfel, etwas Zucker und einer Prise Salz besonders lecker. Aber auch Solo, einfach nur mit etwas Salz und Zitrone vermischt kann Meerrettich in ein kleines Glas gerieben werden. Er hält sich so im Kühlschrank drei Wochen lang und eventuell noch länger. Wenn Sie viel Meerrettich im Garten geerntet haben, können Sie die geschälten Stücken auch einfrieren und sich dann immer nur so viel reiben, wie Sie für zwei bis drei Wochen benötigen. In kalten Speisen kommt die volle Schärfe der Wurzel zur Wirkung. Wird Meerrettich jedoch in den Gerichten erhitzt und gekocht, verliert er diese Schärfe und wird milder.

Im Garten braucht Meerrettich viel Platz

Wer sich die kräftige Wurzel in den Garten holt, wird seinen Meerrettich nicht so schnell wieder los. Die Pflanze ist sehr wüchsig und wenn Sie sie umpflanzen, wächst an der alten Stelle aus jedem kleinen Stückchen Wurzel wieder ein neues Pflänzchen. Daher setzen einige Gärtner ihren Meerrettich in einen großen Kübel. Dort lässt sich das kräftige Wachstum im Schach halten. Vermehrt wird durch die sogenannten Fechser. Das sind etwa 20 bis 25 Zentimeter lange und ein bis zwei Zentimeter dicke Wurzelstücke. Diese ernten Sie im Herbst , schlagen sie über Winter in Sand ein und pflanzen sie im Frühjahr neu in frische und lockere Erde.

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