EHEC: Durchfallerreger fordert weitere Todesopfer

Zehn Menschen erlagen bereits dem Durchfallerreger EHEC, weitere neunhundert sind bundesweit infiziert. Hier sind die wichtigsten Fakten im Überblick.

Die Zahl der an EHEC-Erkrankten steigt täglich, inzwischen sind alle 16 Bundesländer betroffen. Doch noch haben die Ärzte den Kampf gegen das Darmbakterium EHEC nicht aufgegeben. Eine neue Therapie soll weitere Todesopfer verhindern.

Was ist EHEC?

Bei EHEC handelt es sich um eine Sonderform der Kolibakterien, den Enterohämorrhagischen Escherichia coli, die im menschlichen Körper so eigentlich nicht vorkommen. Normalerweise besiedeln diese Bakterien den Darm und Kot von Wiederkäuern. EHEC-Bakterien können Giftstoffe absondern, die im Darm freigesetzt werden, und den Körper schädigen.

Welche Symptome bringt EHEC?

Die Krankheit ist zu Anfang nicht von einer normalen Durchfallerkrankung zu unterscheiden. Die Symptome gehen mit Übelkeit, Erbrechen und leichtem, wässrigen Durchfall einher. Doch spätestens bei schwereren Krankheitsverläufen, wie blutigem Stuhl und schmerzhaften Bauchkrämpfen, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen oder besser gleich ins Krankenhaus fahren.

Durch die EHEC-Gifte kann es zur Anämie (Blutarmut) kommen, was zu einem Sauerstoffmangel des ganzen Körpers führen kann, zur Gefäßschädigung durch Blutgerinnungsstörungen und Nierenfunktionsstörungen, dem Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) . Patienten, die die Krankheit überstehen, können dennoch bleibende Schäden davontragen, wie Nierenschäden und Bluthochdruck.

Übertragung von EHEC

Eine Ansteckung mit EHEC ist auf mehreren Wegen möglich. Durch den Verzehr von rohem Fleisch, Milch, pflanzlichen Lebensmitteln (Gemüse, Gewürze, Tee), verunreinigtem Trink- und Badewasser, Kontakt mit Tieren und auch von Mensch zu Mensch.

Gekochte Lebensmittel über 70 Grad können ohne Bedenken verzehrt werden, da das Bakterium bei dieser Temperatur abstirbt.

Therapie durch Antibiotikum

Auf die Behandlung mit Antibiotikum sollte in jedem Fall verzichtet werden. Die Erreger sind sehr schnell resistent und setzen bei ihrer Abtötung oder Schädigung durch das Antibiotikum mehr EHEC-Griftstoffe frei, wodurch sich der Gesundheitszustand verschlechtern kann. Es ist wesentlich effektiver, die an Durchfall Erkrankten mit ausreichend Salz und Flüssigkeit zu versorgen.

Andere Therapien

Beim Krankheitsbild des Hämolytisch-Urämischen Syndroms (HUS) und dem der Thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (eine seltene und lebensbedrohliche Erkrankung, bei der die Kapillaren in Gehirn und Niere verstopfen) bekommen die Patienten eine Blutwäsche in Form von Hämofiltration und Eiweißaustausch.

Neue Therapie?

Patienten, die bereits an Störungen des zentralen Nervensystems leiden, erhalten nun einen Antikörper, der neurologische Veränderungen und Nierenschäden verhindern soll. Wie erfolgsversprechend die neue Therapie ist, wird man erst in einigen Wochen wissen. Bisher gibt es leider noch keine prophylaktische Schutzimpfung.

Schutz vor EHEC

Da die medizinischen Mittel zur Bekämpfung von EHEC bis dato sehr beschränkt sind, sollte man folgende Punkte zur Vermeidung einer Infektion beachten:

  • Verzicht auf rohes Fleisch, Milch und Gemüse
  • Küchengeschirr und die Arbeitsflächen nach dem Kochen reinigen
  • Hände regelmäßig und gründlich waschen
  • Kontakt mit Tieren einschränken/vermeiden oder danach Hände desinfizieren

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