Ein gefährliches Duo: Bluthochdruck und Diabetes

„Stroke Angel“ rettet Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten. Gudrun Schindler, Leiterin der Sigmaringer Diabetiker-Selbsthilfegruppe, klärt über Schlaganfallgefährdung besonders von Frauen, mit Bluthochdruck und Diabetes, auf.

Jedes Jahr in den Übergangszeiten vom Winter zum Frühling und vom Herbst zum Winter sind, nach Informationen der europäischen Diagnoseleitlinien, 200. 000 Menschen weltweit gefährdet einen Schlaganfall zu erleiden.

Schlaganfall Patienten gehören, volkswirtschaftlich gesehen, in den Industrienationen der teuersten Patientengruppe an, weil ihre Erkrankung meist eine dauerhafte Schädigung ihrer Körperfunktionen oder Behinderung bedeutet. Menschen, wie Diabetiker, die eine chronischen Erkrankung haben, sind besonders Schlaganfall gefährdet. Viele Diabetiker ahnen nichts von ihrem hohen Blutdruck und den damit speziell für sie verbundenen Gefahren einen Schlaganfall zu erleiden. Aus diesem Grund ist für Diabetiker eine vorsorgliche Blutdruckmessungen wichtig

„Zu hoch“ meint der Arzt oft bei Blutdruckkontrollen. An „ arterieller Hypertonie“ leidet jeder Fünfte, und ab dem 50.Lebensjahr jeder Zweite in Deutschland. Für an Diabetes Erkrankte bedeutet hoher Blutdruck zusätzlich, dass ihre Erkrankung schneller voranschreitet. Bluthochdruck und Diabetes gehen einen verhängnisvollen Pakt ein. Durch die Schädigung der großen und kleinen Blutgefäße steigt das Risiko einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschaden zu bekommen um das Vier-bis Sechsfache.

Frauen sind stärker schlaganfallgefährdet als Männer

Wenn in den Medien von Schlaganfällen und Herzinfarkten die Rede ist, hörten Frauen in der Regel nicht mehr richtig zu, weil in der Vergangenheit diese Erkrankungen mehr für Männer zutraf. In jüngster Zeit zeigten Datenerhebungen, die für das Augsburger Herzinfarktregister aufgezeichnet wurden, dass ab dem 44. Lebensjahr das Herzinfarktrisiko, besonders bei an Diabetes erkrankten Frauen, gravierend höher als das bei Männern ist. Die Ursachen werden ,vorläufig noch nicht von Studien bestätigt, von Hausärzten und Krankenkassen darin gesehen, dass Frauen vermehrt im Berufsleben stehen und sie genau wie Männer, für ihre eigenen körperlichen Befindlichkeiten wenig Zeit haben. Sie versuchen sich, gesundheitsschädigend, beim übermäßigen Essen und Trinken, Rauchen und Drogenkonsum zu entspannen.

Die Tatsachen, dass Frauen ein höheres Risiko haben an Schlaganfällen zu erkranken, sollte die Betroffenen dringend dazu ermutigen, prophylaktisch selbst zur Blutdrucksenkung beizutragen.

So sollen die Blutdruckwerte sein

Bei der Messung in der Arztpraxis sollten folgende Werte nicht überschritten werden:

Bei gesunden Nieren: systolisch ( Anspannungs- und Auswurfphase des Herzens) bis 135 *mmHg, diastolisch ( Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens) bis 85mmHG
Bei Nierenschäden: systolisch bis 130 mmHg und diastolisch bis 80 mmHg
Bei der Selbstmessung sollten die Werte jeweils 5 mmHg tiefer liegen.

mmHg bedeutet Millimeter-Quecksilbersäule und ist in Deutschland und der Schweiz die gesetzliche Einheit in der der Druck von Körperflüssigkeiten gemessen wird.
Ein umfassendes Gesundheitskonzept verringert das Krankheitsrisiko

Die Deutsche Hochdruckliga erarbeitete ein Programm zur Blutdrucksenkung, dass bundesweit in vielen Arztpraxen angeboten wird oder als Kurse zu erfragen sind. Die Teilnehmer erlernen die eigentliche Blutdruckmessung. Zusätzlich wird ihnen vermittelt wie sie anhand der gewonnenen Daten erkennen können, wann die Blutdruckwerte zu hoch sind. Lebensnotwendig für die Erkrankten sind weiterführende Kurse, die auch in Arztpraxen angeboten werden, die mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) arbeiten. Dort wird von geschulten Fachleuten aufgezeigt, wie Gefährdete durch eine richtige Ernährung, Sport und eine optimale Medikamenteinstellung das Schlaganfallrisiko verringern können. Wenn erforderlich, ist auch eine Anleitung zur Raucherentwöhnung und zum Abbau von Stress zu erhalten.

Diabetiker müssen besonders auf den Blutdruck achten

Besonderer Wert soll bei Diabetes mellitus auf regelmäßige Messungen des Blutdrucks gelegt werden. „Ganz ohne Druck funktioniert das Herz nicht, aber es ist wichtig für einen normalen Blutdruck zu sorgen“, meint Gudrun Schindler. Es sei auch wichtig zu wissen, dass Rauchen, ungesunde Ernährung, zu salzreiche Kost, Übergewicht, Bewegungsmangel,übermäßiger Stress und starker Alkoholgenuss den Blutdruck zeitweilig oder dauerhaft in die Höhe katapultieren könne.

Ziel einer Diabetestherapie sei die Senkung des * HbA1c unter 6,5 Prozent und eine Normalisierung des Blutdrucks.

*HbA1c ,Glykohämoglobin (Ghb) ist die Form des roten Blutfarbstoffs, der an Glukose gebunden ist. Der Anteil HbA1c in Prozent wird in der Medizin zur Verlaufskontrolle von Patienten mit Diabetes mellitus verwendet.

Stroke Angel, beschleunigt den Therapiebeginn von Schlaganfallpatienten

Schlaganfallpatienten altern in der Akutphase im Zeitraffer, um 8,7 Stunden pro Sekunde. Um ihnen wertvolle Lebenszeit zu retten, kommt es auf einen schnellen Therapiebeginn an. Zwischen Hirnschlag und Beginn der Akutversorgung in einer Klinik kann die Zeit auch für Herzinfarktpatienten, durch das Rettungssystem Stroke Angel, das die Zusammenarbeit der Schnittstellen und Organisationen optimiert, um 22 Minuten verkürzt werden.

Von 2005 bis 2007 in der Pilotphase von Stroke Angel wurde ersichtlich, das besonders Menschen in ländlichen Gegenden höhere Überlebenschancen bekamen. Das System steht erst in weinigen Bundesländern zur Verfügung. Seit 2008 hat sich auch die Deutsche Rettungsflugwacht in das Stroke Angel und Cardio Angel System, welches für Herzinfarktpatienten zur Verfügung steht, eingeklinkt. Da das computergestützte System, in das die rettenden Daten am Unfallort eingegeben werden, von Sprache unabhängig ist, kann es in jedem Land eingesetzt werden.

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