Einfache Mantra-Meditation in drei Schritten

Eine ausführliche Anleitung zum Meditieren mit einem Mantra, einschließlich einer Liste der wichtigsten Mantras aus verschiedenen Traditionen.

Die allermeisten spirituellen Traditionen kennen das Meditieren mit Mantras (heilige Silben oder Wörter) oder Mantra-artige Gebetsformen. Laut Swami Shivananda bezeichnet der Ausdruck Mantra eine spirituelle Energie, die in einer besonderen Laut-Struktur eingeschlossen ist.

Dieser Artikel bietet eine Anleitung zu einer einfachen Form der Mantra-Meditation, die von jedem praktiziert werden kann, in drei Schritten.

Vorbereitung: ein Mantra auswählen

Wählen Sie ein Mantra, das Ihnen zusagt. Mögliche Mantras sind zum Beispiel:

  • „Om“ (Symbol für das absolute Bewusstsein)
  • „Shalom“ („Friede“)
  • „Aham Brahmasmi“ („Ich bin Brahman“)
  • „Soham“ („Das bin ich“)
  • „Om Namah Shivaya“ („Ich verneige mich vor Shiva“)
  • „Om Mani Padme Hum“ („Om, der Juwel im Lotos“; „der allumfassende Geist“)
  • „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“)
  • „Bismillah al-Rahman al-Rahim“ (Im Namen Allahs, des Mitfühlenden, des Barmherzigen)
  • „Ich bin der Ich bin”
  • „Sei still und wisse: Ich bin Gott”
  • Ein Name des Göttlichen wie Jesus Christus, Jeschua, Allah, Krishna, Rama, Durga und so weiter.
  • Es ist auch möglich, auf den Namen des eigenen spirituellen Lehrers (Guru) zu meditieren.

Mantra-Meditation in drei Schritten

Haben Sie ein Mantra ausgewählt, setzen Sie sich mit geschlossenen Augen zur Meditation hin und rezitieren Sie das Mantra für die nächsten ungefähr zwanzig Minuten. Der indische Yogi Swami Shivananda erwähnt in seinem Buch „Japa Yoga“ drei verschiedene Formen des Rezitierens. Diese werden nun in drei Schritten angewandt.

  1. Schließen Sie Ihre Augen und beginnen Sie, das Mantra zunächst mit hörbarer Stimme zu wiederholen (sprechend oder singend).
  2. Nach ein paar Minuten gehen Sie zu einer leisen Form der Rezitation über. Vermindern Sie die Lautstärke bis zu einem Flüstern und bewegen Sie schließlich nur noch die Lippen ohne hörbaren Laut.
  3. Rezitieren Sie das Mantra jetzt rein in Gedanken, ohne dabei zu sprechen oder die Lippen zu bewegen.

Umgang mit abschweifenden Gedanken in der Meditation

Wiederholen Sie nun das gewählte Mantra für die weitere Dauer der Meditation, ohne sich besonders anzustrengen oder anzuspannen. Sobald Sie sich bewusst darüber werden, in Gedanken abgeschweift zu sein, kehren Sie einfach wieder zum Mantra zurück. Es kann allerdings hilfreich sein, ganz kurz die Art der Ablenkung in Gedanken zu registrieren, ohne allerdings in Beurteilungen oder gar Selbstkritik zu verfallen. Abzuschweifen gehört zur Natur des Geistes (Gemüts). Es ist im Alltag sogar eine notwendige und nützliche Eigenschaft, kann aber auch zur Quelle großer Rastlosigkeit und Unzufriedenheit werden.

Die Meditation mit einem Mantra führt zu größerer Bewusstheit bezüglich der Tendenz des Gemüts, herumzuwandern und abzuschweifen. Durch Meditation wächst die Fähigkeit zur Konzentration sowie die geistige Klarheit. Allerdings ist dafür viel Geduld nötig. Doch selbst für Anfänger kann die Meditation wohltuend und angenehm sein. Für viele Menschen ist sie auch ein Weg, mit den tieferen Aspekten des seiner selbst in Kontakt zu kommen.

Aus der Meditation kommen

Beenden Sie die Rezitation nach etwa 15 bis 20 Minuten, um zunächst einige Minuten in Stille zu sitzen. Sie können dabei einfach die Stille genießen oder auf etwaige innere Eingebungen beziehungsweise eine innere Stimme achten. Die Stille wird manchmal als die Stimme Gottes bezeichnet und viele Meditationsmeister sind überzeugt, dass wir in der Stille in Kontakt mit unserem innersten, göttlichen Wesenkern treten können. Spirituelle Meister wie Ramana Maharshi priesen die Stille als die mächtigste Form der spirituellen Praxis.

Lernen Sie mehr über Mantra-Rezitation nach Swami Shivananda Saraswati. Lesen Sie außerdem weitere Artikel über das Soham Mantra und das Gayatri Mantra.

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