Ergotherapie bei Kindern

In den letzten Jahren sehen Experten einen sprunghaften Anstieg der durchgeführten Behandlungen im Bereich der Ergotherapie bei Kindern.

Zunehmend schlechter werdende Ernährung und stetig abnehmende Bewegung: Das ist der Trend, den Experten seit einigen Jahren vermehrt bei unseren Kindern beobachten. Die allgemeine Trägheit bei unseren Kindern scheint stetig zu wachsen. Spielekonsolen und Fernsehgeräte (die bereits bei den Jüngsten im Kinderzimmer vorgefunden werden können) tragen ihren Teil dazu bei, dass Kinder mehr Zeit in der Wohnung als draußen auf dem Spielplatz oder in der Natur verbringen. Weniger Bewegung heißt dabei allerdings zumeist auch weniger Erfahrung im Umgang mit dem eigenen Körper. Wer sich weniger bewegt, der lernt seinen Körper schlechter kennen. Die Folge sind motorische Störungen, die dann aufwendig therapiert werden müssen. Hilfreich sein kann hierbei die Ergotherapie bei Kindern.

Kinder sind unser wertvollstes Gut und deswegen sollten wir auch alles daran setzen, dass es ihnen gut geht. Manchmal lassen sich Erkrankungen, Störungen oder Unfälle allerdings nicht vermeiden und dann kommt oft die Ergotherapie zum Einsatz. Ergotherapie ist ein medizinisches Heilmittel, dass Menschen helfen soll, die eigene Handlungsunfähigkeit (oder die eingeschränkte Handlungsfähigkeit) zu behandeln, um ihnen so ein selbstständig(er)es Leben zu ermöglichen. Ergotherapie kann gleichermaßen bei Erwachsenen und bei Kindern eingesetzt werden, um die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen und Störungen oder Erkrankungen zu behandeln.

Wo kann die Ergotherapie bei Kindern eingesetzt werden?

Die Einsatzmöglichkeiten der Ergotherapie in der Pädiatrie (also in der Kinderheilkunde) sind vielfältig. Behandelt werden können mit der Ergotherapie bei Kindern zum Beispiel: Erkrankungen wie ADS oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit[hyperaktivitäts]störung), Störungen des Bewegungsapparates und Einschränkungen der Motorik, Wahrnehmungsstörungen, signifikante Entwicklungsverzögerungen, Schlafstörungen und Koordinationsstörungen.

Gerade bei Kindern ist vor allem das Erkennen von Krankheiten oder Störungen eine große Herausforderung. Es gibt eine große Bandbreite von Indikatoren, die für eine Störung sprechen können (und die eine Ergotherapie erforderlich machen), die allerdings auch ganz natürliche Ursachen haben können. Probleme in der Schule, ein gesteigerter Bewegungsdrang oder auch soziale Abgrenzung können (in einem gewissen Maße) durchaus natürlich sein und sich im Laufe der Entwicklung ergeben, sie können aber auch auf einen Missstand, eine Störung oder auf eine Krankheit hinweisen, die therapeutisch behandelt werden sollte.

Wie läuft die Ergotherapie bei Kindern ab?

Der eigentlichen Therapie voran gehen Gespräche zwischen dem Ergotherapeuten, dem Kind und den Eltern. In diesem Gespräch informiert sich der Ergotherapeut über die „Gegebenheiten“, die zur Behandlung führen und stellt einen ausführlichen Befund auf. Dabei wird in der Regel nicht nur auf die Erkrankung des Kindes eingegangen, sondern auch auf die Umwelt (also z.B. auf das soziale Umfeld) des Kindes und auf Auffälligkeiten und Erkrankungen in der Vergangenheit. Die Beobachtung des Kindes in Alltagssituationen spielt eine wesentliche Rolle bei der Befunderstellung. In einer Reihe von Standardtests stellt der Ergotherapeut dann den Entwicklungsstand des Kindes fest und kann sich so sein Bild über die Fähigkeiten des Kindes und über die vorliegenden Erkrankungen und Probleme machen.

Auf Grundlage des erstellten Befundes wird dann ein Therapiekonzept erarbeitet, das den Kindern helfen soll. Die Behandlungsinhalte sind also individuell und werden den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst, um einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen. Wesentliche Therapieinhalte können so zum Beispiel ein Konzentrationstraining sein, eine Esstherapie, die sensorische Integrationstherapie oder andere Therapien zum Beispiel zur Verbesserung der Motorik.

Ein wesentliches Element bei der Ergotherapie bei Kindern sind spielerische Therapiekonzepte. Spielerisch sollen die Fähigkeiten des Kindes gesteigert und trainiert werden, dabei ist wesentlich darauf zu achten, dass weder eine Unterforderung noch eine Überforderung des Kindes durch die Therapie vorliegt. Bei einer Unterforderung wird die Therapie für das Kind schnell langweilig und führt dazu, dass Therapieinhalte nicht richtig angenommen werden, die Überforderung kann schnell zu Frustrationen oder zu Demotivation führen.

Oft vernachlässigt wird die Integration des Umfeldes in die Therapie des Kindes. Die Ergotherapie bei Kindern besteht eben nicht nur aus der einen Therapiesitzung, an der ein Kind vielleicht in der Woche teilnimmt, sondern an einem stetigen Lernen und trainieren der eigenen Fähigkeiten. Das Umfeld des Kindes (dazu gehören nicht nur die Eltern, sondern auch z.B. die Lehrer oder die Betreuer im Kindergarten) sollte ebenfalls lernen, positiv (also im Sinne der Therapie) auf das Kind einzuwirken.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Ergotherapie bei Kindern?

Die Ergotherapie bei Kindern macht zu jedem Zeitpunkt Sinn. Oftmals gilt: Je früher eine Störung erkannt wird und je frühzeitiger sie behandelt werden kann, desto besser sind die Therapiechancen. Eltern sollten (bei Auffälligkeiten) daher so früh wie möglich eine Beratung in Anspruch nehmen. Einige Störungen können sogar bei Kindern im Säuglingsalter mit ergotherapeutischen Mitteln therapiert werden. In der Regel beginnt Ergotherapie bei Kindern allerdings ab dem 4. Lebensjahr.

Der Zeitraum einer Ergotherapie bei Kindern richtet sich nach der (schwere der vorliegenden) Erkrankung. Leichtere Störungen können oft in wenigen Wochen oder Monaten behandelt werden, bei schwereren Erkrankungen ist ein längerer Therapiezeitraum notwendig.

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