Brustverkleinerung – Wenn zu große Brüste zum Problem werden

Mammahypertrophie: körperliche und psychische Beschwerden. Große Brüste können für Frauen eine enorme Belastung darstellen. Eine Brustverkleinerung trägt oftmals zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität bei.

Bei den psychischen Problemen aufgrund extrem großer Brüste stehen bei betroffenen Frauen Schamgefühle und Störungen im Selbstbild im Vordergrund. Körperlich sind vor allem Schmerzen der einschneidenden BH-Träger und Wirbelsäulenbeschwerden Symptome der Mammahypertrophie. Außerdem können viele Sportarten nicht ausgeführt werden.

Erste Brustverkleinerung im 15. Jahrhundert

Schon 1452 wurde von einem deutschen Wundarzt die erste Brustverkleinerung durch eine einseitige Amputation vorgenommen. „Aufgrund der zur damaligen Zeit schmerzhaften Vorgangsweise zeigt sich, welch starke körperliche Beschwerden zu diesem Vorgehen gezwungen haben“, gab Professor Dr. Maria Deutinger, Vorstand der Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie im Krankenhaus Lainz, bei einem Symposium im Wiener Rathaus zu bedenken.

Wann zahlt Krankenkasse die Kosten der Brustverkleinerung?

Wenn es darum geht, eine Brustverkleinerung als kassenpflichtige Leistung einzustufen, wird von den Versicherungen jedoch immer mehr der ästhetische Aspekt der Operation in den Vordergrund gestellt. Dabei geht es den Krankenkassen freilich vorrangig darum – in Zeiten knapper werdender Ressourcen – die Brustverkleinerung nicht zahlen zu müssen. „In der Betreuung von Patientinnen mit Mammahypertrophie müssen wir Ärzte mit ansehen, wie sich das Beschwerdebild zusehends verschlechtert, wenn die Kosten für eine Operation nicht übernommen werden und die Patientin sich diese selbst nicht leisten kann“, schildert Chirurgin Deutinger.

Brustgröße und Schäden an der Wirbelsäule und/oder Depressionen

Um Kriterien, die eine medizinische Indikation definieren, aufzustellen, hat man an der Abteilung von Professor Deutinger eine Studie initiiert. „Untersucht wurden 50 normalgewichtige Frauen zwischen 20 und 40 Jahren mit einem beidseitigen Brustgewicht zwischen 418 und 3.628 Gramm“, stellte Dr. Heike Benditte-Klepetko, plastische Chirurgin in Lainz, die Studie im Rahmen des Symposiums im Wiener Rathaus vor: „Dabei konnte erstmals der direkte Zusammenhang zwischen Brustgröße und Schäden an der Wirbelsäule sowie Brustgröße und Depression objektiviert werden.“

Permanente Schmerzen durch große Brüste

Das Gewicht der schweren Brüste führt zu einem Rundrücken und Veränderungen der Zwischenwirbelscheiben und damit zu permanenten Schmerzen. Professor Dr. Siegfried Trattnig von der Universitätsklinik für Radiologie in Wien dazu: „Eine 35jährige Frau mit einem Brustgewicht von 800 Gramm hat eine Wahrscheinlichkeit eines Wirbelsäulenschadens von 34 Prozent. Dagegen hat eine 25jährige Frau mit einem Brustgewicht von 2.800 Gramm bereits eine Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent, die bis zum Alter von 35 Jahren auf 82 Prozent ansteigt.“

Verbesserung nach einer Brustverkleinerung

Eine Nachuntersuchung zeigte anschaulich, dass es schon kurz nach einer Brustverkleinerung zu einer enormen Verbesserung der Haltungsprobleme kommt. Die Experten erhoffen sich von den Studienergebnissen, dass sie die Entscheidung der medizinischen Notwendigkeit von Brustverkleinerungen in Zukunft erleichtern werden.

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