Erste Hilfe-Guidelines – Wiederbelebung / Reanimation

Plötzlich und unerwartet fällt ein Mensch um. Beim näheren Hinsehen fällt auf – kein Puls, keine Atmung. Jetzt gilt es richtig zu handeln. Reanimation.

Der plötzliche Kreislaufstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in Europa. Jährlich erleiden etwa 700.000 Menschen einen Ausfall der lebenswichtigen Funktionen, wie Kreislauf und Atmung (Vitalfunktionen). Im Rahmen eines Traumas oder plötzlich und unerwartet an der Supermarktkasse – wenn ein Mensch einfach umkippt, kann nur noch eine suffiziente Wiederbelebung sein Leben retten. Doch dauert die Zeitspanne zwischen dem Ereignis und dem Eintreffen professioneller Rettungskräfte meist so lang, dass die Chancen einer erfolgreichen Reanimation weitgehend gering sind. Daher gilt es als Ersthelfer schnell und richtig zu reagieren, um die Zeit zu überbrücken. Die Erste Hilfe wird zur Pflicht eines jeden Bürgers. Die Unterlassung dieser Maßnahmen wird mitunter hart bestraft (unterlassene Hilfeleistung).

Was ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand?

Definiert wird dieser durch den Ausfall lebenswichtiger Funktionen. Der Blutkreislauf, der unsere wichtigsten Organe mit Nährstoffen versorgt, kommt plötzlich zum Erliegen. Zellen und letztlich die Organe sterben innerhalb kürzester Zeit ab und sind damit irreversibel geschädigt. Zusätzlich setzt die Atmung durch den Zusammenbruch des Kreislaufes aus. Das Gehirn kann nun nicht mehr mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt werden und erleidet somit nur nach wenigen Minuten erheblichen Schaden. Im Rahmen eines Kreislaufstillstandes spricht man von einem klinischen Tod, der durch schnelle Hilfe rückgängig gemacht werden kann. Dessen Erfolg hängt jedoch stark von den zeitlichen Phasen ab, in denen keine Maßnahmen angewendet werden. Diese sollten unbedingt so kurz wie möglich gehalten werden.

Was ist eine Wiederbelebung?

Die Vitalfunktionen müssen unmittelbar durch das äußere Zutun des Ersthelfers ersetzt werden. Dazu werden keine professionellen Mittel benötigt. Unterscheiden kann man zwischen Einhelfer- und Zweihelfermethode. Durch einen einfachen Algorithmus für unausgebildete Laien, kann so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt werden.

1. Auffinden einer leblosen Person – Ansprechen und Schmerzreiz

Zunächst und unmittelbar ist es wichtig, die vermeidlich bewusstlose Person anzusprechen. Reagiert diese nicht auf die Worte, ergänzt man diese Maßnahme durch kräftiges Reiben auf dem Brustkorb oder stärkeres Kneifen am Ohrläppchen. Ist auch hier keinerlei Reaktion zu erkennen, ist die Person tief bewusstlos.

2. Überprüfen der Vitalfunktionen

Anschließend erfolgt eine kurze Einschätzung des Herz-Kreislaufes und der Atmung. Dazu ist es wichtig, sich über den Betroffenen zu beugen und auf Atembewegungen des Brustkorbes zu achten. Zusätzlich sollte man überprüfen, ob Atemgeräusche zu hören sind. Letztlich kann ein Ersthelfer noch den Puls überprüfen. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind beide nicht vorhanden.

3. Absetzen des Notrufes

Umgehend ist über die Telefonnummer „112“ der Rettungsdienst zu alarmieren. Nach einer kurzen Schilderung der Situation, folgt man nun den Anweisungen der Leitstellendisponenten.

4. Herzdruckmassage – Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes

Vor Beginn einer Herzdruckmassage, folgt eine erste Einschätzung des Atemweges. Ist der Mund-Rachen-Raum frei von Obstruktionen (Verlegen durch Gegenstände, Erbrochenem, …) kann nun die Herzdruckmassage folgen. Dazu kniet man sich neben den Bewusstlosen, setzt eine Hand auf den von Kleidungsstücken befreiten Brustkorb in der Mitte des Brustbeines. Die andere Hand liegt anschließend auf der ersten Hand. Wichtig ist nun, sich vollständig über den Oberkörper zu beugen, dass eine Herzdruckmassage mit ausgestreckten (nicht eingeknickten) Armen erfolgen kann. Nun folgt das rhythmische Komprimieren des Brustkorbes mit einer Tiefe von circa fünf Zentimetern. Diese Kompressionen sollten eine Frequenz von 100 mal in der Minute erreichen. Diese Maßnahme ist nun bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durchzuführen. Stets ist zu beachten, ob sich unmittelbare Gefahren am Einsatzort befinden. Liegen diese vor, sollte man sich und sofern möglich den Bewusstlosen umgehend in Sicherheit bringen.

Ist es dem Ersthelfer zuzumuten und lassen es die Bedingungen des Einsatzes zu, kann die Herzdruckmassage durch eine Mund-zu-Mund-Beatmung oder einer Mund-zu-Nase-Beatmung ergänzt werden. Dazu muss der Kopf des Bewusstlosen leicht überstreckt werden. Wichtig ist es anschließend, vorsichtig Luft in den Mund bzw. der Nase des Betroffenen zu blasen. Geschieht dies korrekt, kann man eine Hebung und Senkung des Brustkorbes feststellen. Die Ergänzung der Herzdruckmassage mit der Beatmung erfordert nun einen speziellen Algorithmus. Im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen kann nun die Wiederbelebung fortgesetzt werden.

5. Eintreffen des Rettungsdienstes

Nun übernehmen die ausgebildeten Rettungskräfte die weiteren Maßnahmen. Hier ist es wichtig, sich für folgende Fragen und weitere Hilfeleistungen bereitzustellen.

6. Risiken und Gefahren bei der Reanimation

Bezüglich der Mund-zu-Mund-Beatmung drängt sich schnell die Gefahr der Infektionskrankheiten in den Mittelpunkt. Bisher sind nur wenige Fälle bekannt, dass sich Ersthelfer mit ernstzunehmenden Krankheiten im Rahmen einer Reanimation angesteckt haben. Empfehlenswert sind dennoch entsprechende Hilfsmittel, die in jeder Apotheke erhältlich sind (Beatmungstuch). Sollte vom Bewusstlosen bekannt sein, dass er unter einer ansteckenden Infektionskrankheit leidet, kann die Reanimation auch ausschließlich nur mit der Herzdruckmassage erfolgen.

Da das Komprimieren des Brustkorbes im Laufe der Zeit sehr anstrengend werden kann, sollte man sich mit anderen anwesenden Laienhelfern abwechseln. Keineswegs sollten aber die Maßnahmen längerfristig verzögert oder unterbrochen werden.

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